Verletze ich das Urheberrecht - bin ich rechtlich abgesichert?

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2 Antworten

Nein du bist durch deinen Hinweis nicht auf der sicheren Seite.

Du bist es nämlich auch ohne den Hinweis ;)

Nach deutschem Urheberrecht ist jedes "Werk" urheberrechtlich geschützt und darf nicht ohne die ausdrückliche Genehmigung des Urhebers veröffentlicht werden. (§12, §14 UrhG)

Das gilt explizit auch für Veröffentlichungen im Internet. (§19a UrhG)

Das Urheberrecht entsteht automatisch mit der Schöpfung des Werks. Du musst es nirgendwo anmelden oder irgendwie speziell kennzeichnen, damit es urheberrechtlich geschützt ist. Deswegen dürfen deine Bekannten den Text zwar lesen und nutzen, und gemäß §53 UrhG (Privatkopie) auch an eigene Freunde und Verwandte weiter geben.

Niemand, dem du es nicht ausdrücklich erlaubt hast, darf aber dein PDF veröffentlichen. (="einem nicht abgeschlossenen Publikum zugänglich machen, von dem er nicht mit jedem einzelnen persönlich bekannt ist") Damit würde er gegen dein Urheberrecht verstoßen. Du könntest Unterlassung verlangen und ihn auf Schadenersatz in Anspruch nehmen.

In der Praxis kann es natürlich Schwierigkeiten geben. (Davor schützt dich aber auch der Text nicht) Du giltst nach §10 UrhG zwar automatisch als der Urheber, wenn du auf dem PDF namentlich als Autor genannt bist.

Aber es ist ja leider kein Problem Texte per Copy und Paste zu kopieren und auch Bilder und Grafiken auszuschneiden. Sollten diese einzeln im Internet auftauchen, kann es natürlich schwierig werden, nachzuweisen, dass du der Urheber bist. Gerade weil du das PDF nicht veröffentlicht hast, und so im Zweifelsfall nicht nachweisen kannst, dass du es zuerst veröffentlicht hast.

Dieses Problem könnte man nur komplett ausschließen, indem man das Manuskript beim Notar hinterlegt. Ansonsten hilft es dir weiter, wenn viele Freunde von dir, das PDF gesehen haben, und bezeugen können, dass du es hergestellt hast.

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Kommentar von Hayns
07.02.2016, 16:52

Danke für diese ausführliche und erfreuliche Antwort.

Auf dem PDF (und in den Eigenschaften) bin ich als Autor genannt.
Klar, dass mittels copy&paste etwas entnommen und unrechtmäßig verwendet werden kann ist mir klar.
Dass ich auf der sicheren Seite bin war mir wichtig.

Noch einmal schönen Dank für die schnelle Auskunft. DH

Gruß

Hayns

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meines erachtens bist du abgesichert.

und meines erachtens bist du auch bezüglich deiner quellen abgesichert, so du sie in der quellenliste genannt hast. du hast die erkenntnisse deiner quellen ja in eigenleistung "weiterverarbeitet".

ich kenne das prozedere aus der medienarbeit. zu manchen dingen müssen aus rechtlichen gründen ausführliche sendeskripte angefertigt und hinterlegt werden. ich habe mal eine dementierungsaufforderung bekommen, weil angeblich einem zitat durch dessen kürzung eine andere bedeutung gegeben worden war. ich konnte jedoch belegen, dass dies zitat genau so, also weder kürzer noch länger, noch in anderem zusammenhang in meiner quelle genannt war  und habe nicht dementieren müssen.

auf die entsprechenden paragraphen und bezüglich genau deiner situation hat thomas morus ja bereits umfassend geantwortet. was ich da oben geschrieben habe, ergänzt das ganze einfach noch mal.

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Kommentar von Hayns
27.02.2016, 14:43

@ ponyfliege, danke für Deine Ergänzung.

Das kleine Problem ist, dass ich eben (noch) nicht alle Quellen in meiner Quellenliste aufführe. Ich hatte das ja ursprünglich nur für mich gemacht. Dass ich das mal weitergeben würde, war nicht geplant.

Das "kleine Problem" werde ich wahrscheinlich noch in Fleißarbeit beseitigen, indem ich die fehlenden Quellen suche. Wird nicht ganz einfach, denn wenn ich meine ausgearbeiteten Texte in einem kostenlosen Plagiat-Sucher eingeben, da findet der nix.

Nach Ergänzung der Quellen kann ich es ggf. auch einmal einem größeren öffentlichen Personenkreis zur Verfügung stellen.

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