Verlauf der Ostgrenzen Deutschlands?

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8 Antworten

Ein Deutsches Reich gibt es erst seit 1871.

Ein guter GESCHICHTSATLAS würde Dir z.B. zeigen:

Bis 1918 war die Ostgrenze des Deutschen Reichs eine Grenze mit Russland (denn Polen war damals Teil Russlands). Städte wie Danzig, Kattowitz, Bromberg, Posen, Königsberg und sogar Memel waren bis 1918 noch "deutsch".

Dann ging der 1. WK verloren: Polen entstand neu. Ostpreußen wurde vom restlcihen Deutschen Reich getrennt: Bromberg und Posen wurden polnisch. Danzig wurde Freistaat. Teile Oberschlesiens gingen an Polen.

Nach dem verlorenen 2. Weltkrieg wurde das gesamte Gebiet östlich der Flüsse Oder und Neiße polnisch, mit Ausnahme des nördlichen ehemaligen Ostpreußen: dies wurde sowjetisches Gebiet.

Aus der ehemaligen "Sowjetischen Besatzungszone" wurde 1949 die DDR, so dass "Deutschland" (die damalige Bunderepublik) von 1949 - 1990 eine Ostgrenze hatte, die etwa von Lübeck über Wolfsburg und Eisenach nach Nordbayern führte.

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Kommentar von rr1957
21.11.2012, 12:21

nicht ganz richtig: ein Deutsches Reich gab es ab 1871, aber auch vor 1806.

Vor genau 150 Jahren gab es eben kein deutsches "Reich" und "Deutschland" war kein völkerrechtliches, sondern eher ein sprachliches und kulturelles Gebilde.

Für eine Antwort auf die hier gestellte Frage muss man sich z.B. überlegen, wo innerhalb der K&K Monarchie die Grenze zwischen deutschen und nicht-deutschen Gebieten verlief, und das betrifft einerseits die Grenze zwischen Österreich und Ungarn, aber andererseits auch Böhmen(deutsch) vs. Mähren(???) vs. Slowakei(ungarisch?).

Nördlicher ist es auch nicht viel einfacher, da geht es um die "deutsche" Grenze innerhalb des ehemaligen Reiches von August dem Starken (was Polen, Sachsen und Litauen umfasste).

Man darf diese Frage nicht aus der Perspektive der viel später entstandenen heutigen Staaten betrachten, sondern muss sich in die damalige Situation reindenken: war beispielsweise Cisleithanien 1862 "deutsch" ? ( siehe z.B. http://www.cisleithanien.eu/verwaltungsgeschichte-cisleithaniens-1850-1918/ )

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Schau nach im Putzger- Geschichtsatlas, oder im dtv-Geschichtsatlas. Da sind für alle wichtigen Zeiten Karten zu finden!

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was nennst Du denn "Deutschland" vor 150 Jahren ?

Das deutsche Reich gabs da jedenfalls nicht mehr bzw. grade noch nicht.

Und dann geh noch mal 150 Jahre zurück, da hast Du im Osten das Reich von August dem Starken ( Sachsen, Polen und Litauen in Personalunion ). Deutschland ?

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Na bis zum Zweiten Weltkrieg gehörten Pommern, Schlesien und Ostpreussen dazu (inkl. zusätzlicher Teile Brandenburgs und der Grenzmark Posen-Westpreussen).

Bis zum Ersten Weltkrieg gehörten noch Posen, Westpreussen, Oberschlesien und das Memelland dazu.

Im 19. Jhd. war die preussische Ostgrenze in etwa gleich. Allerdings wurde Posen erst schrittweise in den preussischen Staat eingegliedert.

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dann schau dir mal historische karten an.

die grenze zwischen sachsen und tschechien ist z.b. etwa 20 kilometer nahc oben oben gerustcht, mitten auf den kam des erzgebirges

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Um die Veränderungen der Ostgrenzen zu verstehen, solltest Du weiter zurückblicken. Die Karte von Mitteleuropa im 10. und 11. Jahrhundert zeigt einen Grenzverlauf im Osten, der dem heutigen sehr ähnlich ist. Die Mark Meißen und die Mark der Billunger endete an Oder und Neiße. Dahinter war das Königreich Polen. Im 13.und 14.Jahrhundert erfolgt die Ostexpansion des Deutschen Ordens von Stettin bis Memel an Ostseeküste. Danach taucht Preußen auf im Lehnsverhältnis zu Polen.Mit der Teilung Polens an Preußen, Österreich und Rußland war Polen 1795 von der Karte verschwunden.(!) Durch die schlesischen Kriege erweiterte Preußen sein Gebiet erheblich. Im Jahre 1914 erstreckte sich Deutschland bis Ostpreußen und Schlesien noch rund 200km nach Osten. nach dem Versailler Vertrag hatte Deutschland immerhin noch Ostpreußen(abgetrennt durch den poln. Korridor) Schlesien und Pommern. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Ostgrenze an der Oder-Neiße festgelegt (Potsdamer Abkommen) und von der Bundesrepublik erst spät anerkannt, da verschiedene Regierungen noch auf Grenzveränderungen hofften und damit auch die politischen Spannungen erhöhten. Die festgelegten Zwangsumsiedlungen nach dem 1. und 2.Weltkrieg sind eine Folge der verlorenen Kriege. An der Grenze im Erzgebirge hat sich seit langem nichts geändert, ist auch keine Ostgrenze. Man sollte hier eine Antwort geben und nicht auf irgendwas verweisen.

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Kommentar von Ludwig20
31.10.2012, 08:34

Da hast du recht!

Kleine Ergänzung vielleicht, die Vorfahren der Deutschen, die Germanen lebten (bis auf in Ostpreußen) schon vor den Slawen in diesen Gebieten und im Grunde hat der deutsche Ritterorden nur die Ländereien der Vorväter wiederbesiedelt.

Die Ostgebiete die die Deutschen für fast 1000 Jahre geprägt haben, wurden nach dem 2. Weltkrieg endgültig geraubt und die Menschen dort vertrieben oder ermordet. Im Grunde haben sie sogar die slawischen Ureinwohner vertrieben, da sich die Schlesier mit den Slawen vermischt hatten.

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Kommentar von Bauingenieur
31.10.2012, 13:09

Ein ergänzender Hinweis sei gestattet. Pommern wurde zur dieser Zeit von Dt. kolonisiert, das ist richtig. Der Deutsche Orden aber begann seine Expansion von Kulm, also von der Weichsel aus. Pommern gehörte nicht zu seinem Einflußbereich

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Kommentar von Arkesilaos
31.10.2012, 16:15

Man hätte sich besser an die Frage halten sollen, denn jetzt ufert die Diskussion bis zu Karl dem Großen aus. ;-)

Deshalb wiederhole ich das was in den letzten 150 Jahren relevant war, besonders das Ergebnis von heute. Das hat mit irgendeiner Sicht nichts zu tun es ist Tatsache. Und gewaltsame Grenzveränderungen will doch wohl keiner?

"Im Jahre 1914 erstreckte sich Deutschland bis Ostpreußen und Schlesien noch rund 200km nach Osten. nach dem Versailler Vertrag hatte Deutschland immerhin noch Ostpreußen(abgetrennt durch den poln. Korridor) Schlesien und Pommern. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Ostgrenze an der Oder-Neiße festgelegt (Potsdamer Abkommen) "

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Landkarten von damals bis heute findest Du im Netz an jeder Ecke. Also wo ist das Problem?

150 Jahre zurück - da fängst Du am besten bei 1866 an - das war ein prägnantes Datum in der dt. Geschichte - also gibt's da auch jede Menge Karten.

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1918/1919 musste DE wegen dem versailler vertrag auch voll viel im osten abgeben

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Kommentar von Bauingenieur
30.10.2012, 22:20

"Voll viel" - genau - das war auch voll fies. Wirklich echt total gemein. Eigentlich wär jetzt Stuhlkreis angesagt.

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