Verlangt der Islam wirklich die Errichtung eines islamischen Kalifats?

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13 Antworten

Was würde die (religiöse) Logik dazu sagen ?

Wenn man als Muslim davon ausgeht, dass der Islam die einzige Wahrheit ist, und man sich an die nicht veränderbaren Worte Allahs halten muss....

.. kann/darf es denn dann überhaupt eine staatliche Lebensform geben, die sich parallel zu Allahs Regeln etabliert ?

Mir wurde schon von gut informierten Muslimen gesagt:

  1. wir halten uns nicht an von Menschen erfundene Regeln.. wie z.B. das GG, sondern nur an das, was Allah will
  2. nicht Menschen und deren Gesetze und Regeln bringen uns ins Paradies, sondern nur die Unterwerfung unter den Willen Allahs
  3. Wirklich leben können wir unsere Religion nur in einem islamischen Staat....aber Allah rechnet es uns auch sehr hoch an, wenn wir in einem nicht-islamischen Staat leben, und daran (friedlich) arbeiten, den Islam in jedem Land, jedem Staat und letztlich über die gesamte bewohnte Erde zu verbreiten
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Kommentar von SinanT86
22.12.2015, 15:44

Ich möchte zu Punkt 1) anmerken: Es stimmt, dass menschengemachte Gesetze für uns nicht gleichwertig sind wie göttliche Gesetze, ABER der Prophet (saw) hat dennoch gesagt, dass ein Muslim sich an die Gesetze seines Landes halten muss, solange diese ihn nicht dazu zwingen, eine Sünde zu begehen. Das gilt auch für das GG. 

Der Prophet (saw) hat gesagt: „Der Muslim muss dem Herrscher gehorchen, solange er nicht dazu aufgefordert wird, eine Sünde zu
begehen. Wenn er dazu aufgerufen wird, eine Sünde zu begehen, so gibt es keine Einhaltung und keinen Gehorsam. (Sahih al-Bukhari, Nr. 2796 )

Hier eine Fatwa:

http://www.ahlu-sunnah.de/attachments/368_Gesetze_befolgen_oder_nicht.pdf

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Ich habe den gesamten Koran gelesen und es wird nicht dazu aufgerufen. Solche Versuche gab es von den Propheten nicht ein mal und wenn von Propheten Menschen zum Islam aufgerufen wurden, dann nie mit Gewalt, wie es der IS tut. Prophet Mohammed hat Mekkah und Medinna von Feinden befreit und es verteidigt, aber er ist nicht zu anderen Ländern gegangen und hat sie, gewalttätig erobert, wie es von vielen Extremisten dargestellt wird.

Es gibt Milliarden Muslime auf der ganzen Welt und viele in Europa / Amerika und über 90% von ihnen leben in Frieden und versuchen sich zu integrieren und unternehmen nicht den Versuch den Staat zu stürzen. 

Nur weil es ein paar tausend Terroristen im IS versuchen, sagt das noch lange nichts über die Milliarden Muslime weltweit aus, denn der IS selbst tötet zu über 90% nur Muslime, also sind die Muslime die letzten, die hierfür schuldig gemacht werden sollten.

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Hier sind bereits sehr gute und wahre Denkanstöße hinterlassen worden. Auch der Islam hat eine Prophezeiung für das Ende - und Voraussetzungen dafür. Sich damit ein wenig beschäftigen (einschließlich das Prinzip Dar al-Islam und Dar al-harb), und die Antwort kann nur ja lauten.

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Chalifa bedeutet erstmals ganz allgemein Nachfolger oder Stellvetretter.Der Islam verlangt es nicht, aber das machtpolitische Denken des Menschen.Speziell in einer Gesetzesreligion wie dem Islam.Als Kalifen bezeichnen sich auch die Oberhäupter des Sufi-Ordens und der Ahmadiyya

Es gibt im Koran zwei Suren, die sich einmal auf Adam ( 2,30-31 ) und einmal auf David ( 38,26 ) als  chalifa beziehen.

Vielleicht noch ein kurzer Hinweis.Es ist zu unterscheiden zwischen Stellverteter/Nachfolger Mohammeds oder Stellvetreter Allahs.

Entscheidend ist die Funktion des Kalifen, denn dann kannst Du auch die Bedeutung des Kalifentitel besser einordnen.


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Ja.

Das ganze muss man nur logisch durchdenken.

Kalif kommt von Chalif was Nachfolger bedeutet. Mit Nachfolger ist die Nachfolge Mohammeds gemeint.

Das islamische Dogma strebt nach der Vormachtsstellung einer Weltreligon. Das besondere dabei ist, der Islam versteht sich nicht als reine Religion, sondern vielmehr als eine religöse Ideologie.

Die zu erreichende Weltreligion wird dadurch gesichert, das ein Kalif vorsteht.

Der Islam erwartet sich also als Weltreligion mit einem vorstehenden Kalifen.

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Nein, das will keine Religion - aber jede hat es versucht.

Da man im Koran oder in der Bibel viel Spielraum zum interpretieren hat wird meistens immer irgendetwas falsch ausgelegt. Man muss auch Wert auf Menschlichkeit legen, nicht nur auf die Religion.

Ein gutes Beispiel ist, als Jesus sagte man solle sich nicht prostituieren lassen, aber dennoch hat er einer armen Prostituirten geholfen. Obwohl er klar gesagt hat dass das nicht heilig ist. 

Mensch ist Mensch, egal welcher Herkunft oder wie er aussieht, nur leider wehren sich viele dagegen das zu verstehen.

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Das Problem ist, dass es 'den Islam' nicht gibt. Ich wiederhole mich hier in diesem Forum wahrscheinlich zum fünfzigsten mal damit, aber anscheinend sind viele Menschen nicht in der lage zu einer vernünftigen Internetrecherche. PISA lässt grüßen.

Es gibt mindestens acht verschiedene Rechtsschulen, die sich in manchen Fragen diametral widersprechen. Die Errichtung des Kalifats (wie immer es auch genannt wird) ist so eine Frage, in der sich die verschiedenen Koranauslegungen nicht einig sind. Manche verlangen es,manche nicht.

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Kommentar von SinanT86
23.12.2015, 12:50

Die unterschiedlichen Rechtsschulen unterscheiden sich nur in Randfragen und stehen nicht diametral zueinander. Und keine Rechtsschule spricht sich gegen die Errichtung eines Staates nach islamischem Recht aus. Ganz offensichtlich bist du zu einer vernünftigen Internetrecherche nicht in der Lage. PISA lässt grüßen (ganz abgesehen davon, dass sich De bei der letzten PISA Studie im vordersten Drittel befand, aber macht nichts ;-) )

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Wie die Bibel für alle möglichen christlichen Glaubensrichtungen als Zitatesteinbruch beliebig interpretierbar ist, ist das sicher auch der Koran. Insofern wirst du immer auch eine Horde Islamophobiker finden, die die Koraninterpretation des IS wie dessen 5. Kolone als unantasbar und uninterppretierbar deklarieren. :-)

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Kommentar von marylinjackson
23.12.2015, 12:43

"Horde Islamophobiker"?

Wie bezeichnest Du Fachleute wie Hamed Abdel-Samad, der den Koran nicht beliebig, sondern wissenschaftlich interpretiert?

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das verlangt nur der ultraorthodoxe islam

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Kein Glaube der Welt hat das Recht, irgendwelche massiven politischen Forderungen zu stellen.

Jeder Glaube ist zunächst mal antiker Unsinn. Aber man billigt den Menschen zu, nach diesem Unsinn zu leben, solange sie anderen nicht schaden. Indem Menschen träumen, nach dem Tod neben Christus oder Mohammed zu sitzen, schaden sie anderen noch nicht.

Aber mehr Befugnis als Jenseitsträume verkaufen, hat ein Glaube nicht und darf man ihm auch nicht zubilligen.

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Kommentar von RicVirchow
22.12.2015, 11:23

Du tust doch genau das Gleiche, wie die jenigen, die du beschuldigst. Du stellst deine Ansicht als wahr dar und nichts anderes ist richtig. Du schreibst im Indikativ und nicht im Konjunktiv, um anzuzeigen, dass es DEINE ANSICHT ist, aber erwartest von Gläubigen, dass sie immer schön sagen: "Ich glaube, dass es sein KÖNNTE, dass es Gott vielleicht geben könnte, aber vielleicht .....", denn wenn er es anders macht, dann ist er ja schon wieder ein salafistischer Terrorist, der seine Meinung propagiert.

Der Glaube ist ein Mittel, um Gott zu dienen und ihm für diese Existenz zu danken. Und solange DU nicht weißt, dass es Gott nicht gibt, hast du auch nicht das Recht die Religion, also das Mittel, um Gott zu danken, auf diese Weise zu verspotten.

Denn ob es Gott gibt oder nicht, das weiß man nicht und werden wir niemals wissen, solange wir hier auf dieser Erde leben. Deswegen heißt es GLAUBE. 

Also bist du als vermeintlicher Atheist auch ein Gläubiger, denn du GLAUBST, dass es Gott nicht gibt.

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Ich habe den Koran leider nicht gelesen und deshalb kenne ich die Antwort auch nicht. Aber ich glaube nicht, dass falls es einen Gott bzw. Allah gibt, dass er wollte das ein Kalifat auf diese Weise geschaffen wird. Alles auf dem Weg dort hin nieder zu machen und Frauen und Kinder zu köpfen.

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Ne. Der IS versteht das entweder falsch oder Missbrauch das um die Welt zu zerstören.

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