Verlag oder BoD?

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3 Antworten

Ich würde versuchen, bei einem "richtigen Verlag unterzukommen. Dann kümmert sich der Verlag um alles und du kannst dich auf das Schreiben konzentrieren. BoD ist letztlich eine Verlegenheitslösung für Leute, die keinen Verlag gefunden haben. Zwar gibt es immer mal wieder Schriftsteller, die auch nach einer Erstveröffentlichung bei BoD noch einen "richtigen" vertrag bekommen, das ist aber eine Minderheit. Und so gut auch die Marketingfähigkeiten deiner Familie sein mögen, das Stigma "hat sich kein Verlag für interessiert" bleibt deinem Buch erhalten. Ernstlich stellt sich die Frage also eigentlich nicht. Nur, wenn der "Verlag" in Wirklichkeit ein DKZV ist, aber auch dann sollte es keine Frage sein, dann geht man natürlich zu BoD.

Ausnahme: Dein Buch hat sowieso keine wirtschaftliche Chance und dir ist der Inhalt und die Gestaltung so wichtig, dass du keinen anderen (Lektor, Layouter, Setzer) da ranlassen willst. Dann kannst du hoch erhobenen Hauptes zu BoD gehen.

Hier mal etwas, das ich schon einigen Leuten geschrieben habe (es wird ca. alle 2 Tage die gleiche Frage gestellt): Solltest du i.wo mal auf etwas stoßen wie "bezahlen Sie die Druckkosten und wir verlegen", dann ganz schnell die Seite verlassen. Da wo du zahlst, ist was falsch^^

Ein gutes Buch zu schreiben und es zu veröffentlichen ist wie ein 6er im Lotto. Die Verlage werden mit Manuskripten überhäuft, daher ist die Chance sehr gering. Da kann man sich nicht die Verlage aussuchen, wie es einem gerade passt =D

Deine Geschichte sollte am besten neu und in den Geist der Zeit passen, dann sind die Chancen vielleicht minimal höher. Entscheidend sind aber auch dein Stil, deine Wortgewandtheit und Formulierungen.

Mal eine ganz andere Frage, die du dir stellen solltest, weil das ist ein ganz Wesentlicher Bestandteil des Veröffentlichen:

Hast du schon Betaleser beauftragt dein Werk zu lesen? Hast du dir in z.B. Foren Meinungen der breiten Masse geholt (drauf achten, dass der Schreibbereich nicht einsehbar für Gäste ist!)? Hast du das Werk lange ruhen lassen, bevor du dich an eine Komplettüberarbeitung gemacht hast? Hast du bereits einen Klappentext, ein Expose und eine Autorenvita geschrieben?

Vor allem die Thematik "Kommentare einholen", "Betaleser holen" und "Komplettüberarbeitung" solltest du dir zu Herzen nehmen. Du möchtest ja immerhin ein gutes Buch schreiben ne? ;-) Sonst ärgerst dich im Nachinein nur über die ganzen übersehenen Fehler. Willst du nur auf Bookrix und Co. veröffentlichen fällt zwar das Expose etc. weg, aber dein Werk sollte dennoch so gut wie möglich sein. Sprich auch da sind die Meinungen anderer, Tipps etc. und Betaleser entscheidend.

Wenn du noch ein paar Tipps brauchst, vielleicht wär ja das etwas für dich: www.fantasy-schreibforum.com (der Schreibbereich und die Ecke für Tipps ist für Gäste nicht einsehbar) Wenn ein Schreibbereich abgeschottet ist, kann google und Gäste es nicht finden, dadurch ist der Text nicht ergoogelbar und auch nicht einfach kopierbar. Daher gibt es bei solchen Foren auch keine Probleme bei den Verlagen, weil sie deinen Text nicht ergoogeln können und es zudem wie eine kleine abgeschottete Arbeitsgruppe gilt. Nur im privaten Rahmen Beta- und Korrekturlesen lassen (also Verwandte und Freunde) führt nach Jahren der Erfahrungen (und Erfahrungsaustausch mit anderen) eindeutig nicht zum Erfolg, denn die meisten Fehler fallen ihnen nicht auf, oder sie kritisieren nicht in der Form, wie sie es bei einem Fremden tun würden.

Zusammengefasst: Einen Verlag zu finden (gerade einen bekannten großen) ist unheimlich unwahrscheinlich, vor allem für einen Schreiber, der nicht bekannt ist. Ein Kleinverlag schon eher, aber auch da ist es immer unwahrscheinlicher. Möglichkeit sind BoD und Plattformen wie Bookrix. Beides ist mit einem unglaublichen Aufwand für dich verbunden. Auf zweitgenannterer Plattform wird man mit Werbung der anderen Plattform-Nutzer überschwemmt und auch bei BoD (wo du es dann immerhin in gedruckter Form hast) ist deine Initiative mit Werbung etc. das A und O. Und ist ein Werk (in Bezug auf das Schreibhandwerk und Richtigkeit) nicht 1A, kannst du direkt einpacken, weil die Ansprüche der Leser an Indie-Autoren steigen, durch die ganze Zahl der Hobbyautoren, die einfach mal was veröffentlichen, stetig an.

Deine Familie macht für dich das Buchmarketing? Ist ja toll!

Merke: 1x BoD = nie mehr Verlag.

Bei BoD bekommst du gar nichts, sondern musst zahlen.

WhepDisin 27.08.2013, 22:16

Ja klar :D

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WhepDisin 27.08.2013, 22:17

Und warum nie mehr Verlag?

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HerrDeWorde 27.08.2013, 22:18
@WhepDisin

Weil dich keiner mehr ernst nimmt, wenn du dich selbst verlegt hast. Ungeschriebenes Gesetz der Branche.

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Zouat 29.08.2013, 16:38
@HerrDeWorde

Ich habe durch mein Forum mit sehr viel Autoren zu tun und kann die obere Aussage nicht unterschreiben! Viele haben nach einem BoD-Bucherfolg einen Verlagsvertrag erhalten, als sie sich für die Fortsetzung der Reihe oder für ein anderes Werk bei einem Verlag "beworben" haben.

Die Aussage gilt für DKZV, allerdings nicht für BoD.

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