Verkehrsunfall ohne Erinnerung?

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3 Antworten

Hallo Darwinwagner45,

ich schließe mich hier meinen Vorrednern an rate Dir dementsprechend auch dazu einen Rechtsanwalt zu nehmen.

Ich kann Dir nicht sagen, welche Strafe letztendlich auf Dich zukommen kann, aber das Gesetz sagt dazu folgendes:


§ 315c StGB - Gefährdung des Straßenverkehrs 

(1) Wer im Straßenverkehr 

1. ein Fahrzeug führt, obwohl er

a) infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel oder

b) infolge geistiger oder körperlicher Mängel

nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen, oder

2. grob verkehrswidrig und rücksichtslos

a) die Vorfahrt nicht beachtet,

b) falsch überholt oder sonst bei Überholvorgängen falsch fährt,

c) an Fußgängerüberwegen falsch fährt,

d) an unübersichtlichen Stellen, an Straßenkreuzungen, Straßeneinmündungen oder Bahnübergängen zu schnell fährt, 

e) an unübersichtlichen Stellen nicht die rechte Seite der Fahrbahn einhält,

f) auf Autobahnen oder Kraftfahrstraßen wendet, rückwärts oder entgegen der Fahrtrichtung fährt oder dies versucht oder 

g) haltende oder liegengebliebene Fahrzeuge nicht auf ausreichende Entfernung kenntlich macht, obwohl das zur Sicherung des Verkehrs erforderlich ist, 

und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. 

(2) In den Fällen des Absatzes 1 Nr. 1 ist der Versuch strafbar. 

(3) Wer in den Fällen des Absatzes 1

1. die Gefahr fahrlässig verursacht oder

2. fahrlässig handelt und die Gefahr fahrlässig verursacht,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.


Die entscheidenden Stellen habe ich Dir fett da gestellt.

Was aber noch auf Dich zukommt ist, dass Dir nach der folgenden Rechtsgrundlage im Falle einer Verurteilung die Fahrerlaubnis zwingend zu entziehen ist und für mindestens 6 Monate bis zu 5 Jahren darf Dir keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden. Das ganze steht wiederum in den beiden folgenden Paragraphen. Entsprechende Stelle stelle ich Dir fett dar.


§ 69 StGB - Entziehung der Fahrerlaubnis 

(1) Wird jemand wegen einer rechtswidrigen Tat, die er bei oder im Zusammenhang mit dem Führen eines Kraftfahrzeuges oder unter Verletzung der Pflichten eines Kraftfahrzeugführers begangen hat, verurteilt oder nur deshalb nicht verurteilt, weil seine Schuldunfähigkeit erwiesen oder nicht auszuschließen ist, so entzieht ihm das Gericht die Fahrerlaubnis, wenn sich aus der Tat ergibt, daß er zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet ist. Einer weiteren Prüfung nach § 62 bedarf es nicht. 

(2) Ist die rechtswidrige Tat in den Fällen des Absatzes 1 ein Vergehen 

  1. der Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c)
  2. der Trunkenheit im Verkehr (§ 316), 
  3. des unerlaubten Entfernens vom Unfallort (§ 142), obwohl der Täter weiß oder wissen kann, daß bei dem Unfall ein Mensch getötet oder nicht unerheblich verletzt worden oder an fremden Sachen bedeutender Schaden entstanden ist, oder 
  4. des Vollrausches (§ 323a), der sich auf eine der Taten nach den Nummern 1 bis 3 bezieht, 

so ist der Täter in der Regel als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen anzusehen.

(3) Die Fahrerlaubnis erlischt mit der Rechtskraft des Urteils. Ein von einer deutschen Behörde ausgestellter Führerschein wird im Urteil eingezogen.


§ 69a StGB - Sperre für die Erteilung einer Fahrerlaubnis 

(1) Entzieht das Gericht die Fahrerlaubnis, so bestimmt es zugleich, daß für die Dauer von sechs Monaten bis zu fünf Jahren keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden darf (Sperre). Die Sperre kann für immer angeordnet werden, wenn zu erwarten ist, daß die gesetzliche Höchstfrist zur Abwehr der von dem Täter drohenden Gefahr nicht ausreicht. Hat der Täter keine Fahrerlaubnis, so wird nur die Sperre angeordnet. 
 


Aufgrund der doch gravierenden möglichen rechtlichen Folgen rate ich Dir auf jeden Fall einen Rechtsanwalt mit der Vertretung Deiner Interessen zu beauftragen.

Vielleicht kann der die Einstellung des Verfahrens erreichen. Aber diesbezüglich kann Dich der Rechtsanwalt sicherlich gut beraten. Ich kann Dir hier nur die möglichen Folgen aufzählen und Dir aufzeigen, was das Gesetz sagt. Beraten kann und darf ich Dich jedoch nicht.

Dann zu Deiner Frage:

Bzw. muss ich mir um irgendwas sorgen machen was meine Versicherung angeht?

Wenn Du wegen gem. 315c StGB wegen Gefährdung des Straßenverkehrs verurteil wirst, kann es sein, dass Dich was den Fremdschaden am Erdwall und was Du sonst noch beschädigt hast bis zu 5000,- Euro in Regress nimmt und falls Du eine Vollkaskoversicherung hast, die Regulierung an Deinem eigenen Wagen ganz verweigert.

Auch diesem Grunde würde ich einen Rechtsanwalt mit der Vertretung Deiner Interessen beauftragen.

Schöne Grüße
TheGrow

Nimm dir auf jeden Fall einen Anwalt für Verkehrsrecht, aber was du noch vor Ort unter Schockeinwirkung gesagt hast, dürfte schwerlich vor Gericht Bestand haben. Dein Anwalt wird dich beraten.

Das ist ein Ernst zu nehmender Tatvorwurf. Du kommst da so einfach nicht raus. Nur ein RA kann dir helfen.

§315c kann mit bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe oder mit einer Geldstrafe bestraft werden.

da es sich um eine Straftat handelt, muss der StA ermitteln, also besser einen RA hinzuziehen.

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