Verkehrsunfall nachi Spurwechsel

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2 Antworten

Die Polizei behauptet Teilschuld beider Parteien.

Die Polizisten entscheiden nicht über Schuld oder Unschuld, sie beurteilen aber die Sachlage am Unfallort. Und aus beiden Aussagen kamen sie wohl nach dem Anscheinsbeweis zum Schluss das der Unfallbeteiligte eine Teilschuld trägt weil er seinen Fahrstreifen unaufmerksam wechselte [§7 Abs.5StVO], und Du weil Du unachtsam vom Fahrbahnrand angefahren bist [§10 StVO].

Entweder Du akzeptierst das so, oder versuchst über Deine Versicherung etwas zu erreichen [die wird aber eher zahlen als streiten] oder Du musst selbst auf zivilrechtlichem Weg klagen.

Ich habe der Polizei versucht zu erklären das ich schon ung. 40 Meter fuhr. Der Spurwechsler hat wahrscheinlich von einiger Entfernung gesehen das ich stehe. Wie kann es denn sein das ich unachtsam angefahren bin, ich fuhr ja schon. Die Spur war frei. Ich muss ja theoretisch nicht darauf achten was auf den anderen Spuren passiert, da ich auf der rechte Spur fuhr und an der Kreuzung rechts abbiegen wollte, muss ich ja auf die Kreuzung und auf die rechte Seite achten (Fahrräder, Fußgänger)

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@Goekhdo

Ich bin nicht vom Fahrbahn Rand auf die rechte Spur Gefahren, sondern Stand kurz mit Rechtsblinker auf der rechten Spur um jemandem einsteigen zu lassen und fuhr danach weiter auf der gleichen Spur.

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@Goekhdo

ich fuhr ja schon

Das wirst Du dann auch glaubhaft machen müssen. Die Polizei geht im Moment nach dem Anscheinsbeweis davon aus das Du im Anfahren warst - daraus resultiert dann sehr wahrscheinlich auch eine Teilschuld die bei 50% liegen könnte.

Ein Bußgeld und Punkte musst Du nicht befürchten, nur ein Verwarnungsgeld von 35€. Dazu kommt dann natürlich auch eine Beitragsanpassung der KFZ-Haftpflicht in den nächsten Jahren wenn Du den Schaden über die Versicherung abwickelst.

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@Crack

Wie könnte ich es denn glaubhaft machen? Wir waren zu zweit im Auto Das Auto von meinem Beifahrer stand aufm Parkplatz (wo ich anfuhr) Unfall ung. 40meter entfernt Ung. 40 Meter vor kreuzung Also Unfall zwischen Kreuzung und abholort. Rechtsblinkend da ich rechts abbiegen wollte.

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@Goekhdo

Ohne Reaktion von Dir wird wahrscheinlich Deine Versicherung den Schaden des Unfallbeteiligten zahlen und Du bekommst Deinen Schaden von dessen Versicherung ersetzt. Dann steigen natürlich Deine Beiträge im nächsten Jahr...

Um hier ganz ohne Kosten raus zu kommen wirst Du wohl die Sache vor Gericht bringen müssen wenn der Unfallbeteiligte bei seiner Aussage bleibt, da hilft Dir in diesem Stadium auch Dein Freund als Zeuge nicht weiter.

Und in dem Fall kommt wahrscheinlich auch ein Sachverständiger ins Spiel der darlegen soll wie die Schäden entsandten sind, also unter welchen Umständen. Die Frage ist: lohnt sich das? Denn der Ausgang einer Gerichtsverhandlung ist nicht vorhersehbar...

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@Crack

Erstmals vielen dank für die Ausführlichen Informationen. Ich Rufe am besten morgen einen Anwalt an. Vielen Dank, und einen schönen Abend.

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OLG Naumburg v. 29.11.2012:Kommt es in unmittelbar zeitlichem und räumlichem Zusammenhang beim Ein- bzw. Anfahren zu einer Kollision, so spricht der Anschein gegen den Anfahrenden und zwar auch gegenüber einem Fahrspurwechsler. Der Anfahrende kann sich nicht darauf verlassen, dass ein hinter ihm auf seine Parklücke wartender Pkw seine Fahrspur "sperrt".

AG München v. 13.10.2010:Ereignet sich ein Unfall im Zusammenhang mit dem Einfahren in den fließenden Verkehr spricht der Beweis des ersten Anscheins für eine Verantwortlichkeit des Einfahrenden. Dies ist der Fall, wenn der aus einer Parkbucht Anfahrende im rechten Fahrstreifen lediglich ca. 30 m zurückgelegt hatte, bevor es zum Unfall kam.

AG Bad Segeberg v. 31.01.2013:Ein "Anfahren" im Sinne des § 10 StVO liegt nicht vor, wenn ein Pkw lediglich verkehrsbedingt hält und anschließend die Fahrt wieder fortsetzt.

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  1. wie ich es verstehe, ward ihr zu zweit im Auto, also hast Du mind. einen Zeugen.
  2. melde es Deiner Versicherung, auch das die Polizei da war und informiere, wie jetzt der Stand ist, die Aussagen und das Abwischen. Am besten wäre wohl ein Gutachten
  3. schalte einen Rechtsanwalt ein

Mir war jemand hinten aufs Auto gedozzt, sah wirklich nicht doll aus; ich in Werkstadt wegen KVA und der lag bei 1400 Euro. War echt irrtiert, aber ok. Der Gegner glaubt das nicht, wollte Gutachtren und der hat den KVA der Werkstatt bestätigt. Wohl gemerkt: beim Unfallgegener hat man wenig gesehen, bei mir auch, aber unter dem Stoßfänger war alles verzogen, die Spaltmaße stimmten nimmer und alles zu richten war halt kein 200-Euro-Schaden... Ohne Anwalt hätte ich in die Röhre geschaut, da mein Unfallgegener die Schadenshöhe nicht akzeptierte...

Alles Gute bei der Sache.

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