Verkehrsschilder?

3 Antworten

Dann ist die Beschilderung falsch ausgeführt, dafür gibt es entsprechend auch keine Regelung.

Geh mal davon aus, dass dort die Geschwindigkeitsbeschränkung aufgehoben ist. Spätestens an der nächsten Anschlussstelle ist sie sowieso aufgehoben.

Spätestens an der nächsten Anschlussstelle ist sie sowieso aufgehoben.

Das stimmt allerdings leider nicht.

Siehe z.B. beim ADAC:

Streckenverbote wie eine Geschwindigkeitsbegrenzung enden nicht automatisch an der nächsten Kreuzung oder Einmündung. Das gilt auch dann, wenn die Verbotszeichen danach nicht wiederholt werden.
Das Gerücht, dass ein Tempolimit auf der Autobahn automatisch an der nächsten Auffahrt aufgehoben ist, stimmt nicht.
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@AntonAntonsen

Nur schade, dass der ADAC in seinem Bericht so vage bleibt und nicht erklärt, worauf er sich beruft. Wenn man es wie das OLG Hamm betrachtet, welches mit einem Urteil herangezogen wird, kann man sich als Ortsunkundiger nur an der Beschilderung orientieren.

Biege ich außerorts auf eine Landstraße ohne Geschwindigkeitsbeschilderung an meiner Zufahrt, gilt für mich Tempo 100, auch wenn vor der Kreuzung Tempo 70 galt (die ich ja nicht sehen konnte, da ich erst später auf die Straße biege).

Gleiches gilt auf der Autobahnauffahrt: Fahre ich dort drauf (egal ob ortkundig oder nicht - schließlich merke ich mir nicht jedes Tempo für jeden Abschnitt) und es gibt kein Schild, kann ich mich frei entscheiden. Sollte es die Polizei anders sehen, würde ich natürlich bis in die höchste Instanz klagen.

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@Amtsschreck

Das ist leider falsch. Du musst um Zweifel nachweisen dass Du nicht wissen konntest dass da eine Begrenzung war weil Du ortsfremd bist und erst später aufgefahren bist. Die Rechtsprechung bezueht sich darauf dass lt StVO nur Geschwindigkeitsende Schilder und Ortstafeln oder andere Geschwibdigkeitsschilder andere Begrenzungen aufheben nicht aber Einmündung oder Auffahrten. Ich finde diese Regelubg ebenso bescheuert und unlogisch aber ist leider so. Ob in der Praxis da geblitzt wird ist eine andere Frage.

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@AntonAntonsen

Wobei mich interessieren würde, woher ich beim Auffahren auf die Autobahn wissen soll, dass weiter hinten ein Verkehrszeichen gestanden hat, das eine Geschwindigkeitsbeschränkung anordnet. Da würde ich die AdvoCard zücken und es bis zur letzten Instanz drauf ankommen lassen.

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@SuperKuhnibert4

Auch dazu steht ein Abschnitt im verlinkten Text:

Da Streckenverbote nicht nach jeder Einmündung wiederholt werden, kann dem ortsunkundigen Kraftfahrer kein Tempo- oder Überholverbotsverstoß vorgeworfen werden, wenn er nach dem Einbiegen kein Verkehrszeichen passiert.

Beim Einbiegen/Auffahren kann es tatsächlich im Einzelfall unterschiedlich aussehen.

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@AntonAntonsen

Selbst dagegen würde ich vorgehen. Wenn vor dem Gesetz alle gleich sind, dann darf ein Ortsunkundiger nicht besser behandelt werden als jemand aus der Gegend. Dazu: Ab wann bin ich "ortskundig"? Wenn ich dort in der Nähe wohne (aber trotzdem die Strecke nie fahre) oder schon wenn ich dort einmal im Urlaub entlanggefahren bin? Das Ganze steht auf wackeligen Beinen.

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@Amtsschreck

Der ADAC beruft sich selbstverständlich auf die StVO und die gängige Rechtsprechung. Und sie weisen in dem verlinkten Text ja auch auf die von dir ins Spiel gebrachte Thematik des Einbiegens/Auffahrens Ortsunkundiger hin.

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Die Beschilderung ist natürlich unsauber und darf so eigentlich gar nicht vorkommen. Kommt bei Baustellen leider immer wieder mal vor.

Dennoch würde ich sagen, dass das 70-Endeschild die 50-Begrenzung aufhebt und ab dort § 3 StVO gilt (also die allgemeinen Geschwindigkeitsbegrenzungen, z.B. 100 für PKW außerorts).

Im Gegensatz zu Zeichen 274

findet sich in der StVO bei Zeichen 278

keinerlei Bedeutung der Zahl auf dem Schild. Zeichen 278 bedeutet laut StVO ledigich "Ende der zulässigen Höchstgeschwindigkeit".
Die in deinem Fall zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 wird also trotz der falschen Zahl beendet.

 - (Auto, Polizei, Führerschein)  - (Auto, Polizei, Führerschein)

Ja, musst noch 50 km fahren notfalls bis nach Österreich oder Dänemark. Die Behörde interessiert das im Zweifel nicht, dass die Strassenmeisterei oder die zuständige Gemeinde keinen Bock hat Begrenzungen wieder korrekt aufzuheben.

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