Verkehrspilot nach einer Bundeswehr Ausbildung?

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3 Antworten

Ganz so einfach, wie sich viele Leute das vorstellen, ist der Wechsel von der Militär- zur Zivilfliegerei natürlich nicht. 

1. Die Mindestverpflichtung für das fliegende Personal der Bw liegt bei 16 Jahren. Wirst Du im Laufe Deiner Karriere zum Berufssoldaten ernannt, ist die Zivilfliegerei erledigt. OK, Du kannst natürlich bei der Bw kündigen, aber ob das eine so gute Idee ist? 

2. Militärpiloten gehen hohe Risiken für Mensch und Material ein, eine Sache, die man in der Zivilfliegerei überhaupt nicht schätzt. 

3. Alle Armeen der Welt funktionieren nach dem Prinzip von Befehl und Gehorsam. Auch das gibt es in der Zivilfliegerei nicht. Hier wird verlangt, dass die Cockpitcrew in außergewöhnlichen Situationen das Problem erkennt, zusammen eine Lösung erarbeitet und diese dann schnell umsetzt. 

Zwar hat der Kapitän die Kommandogewalt, aber einsame Entscheidungen eines PIC haben schon zu vielen Flugunfällen beigetragen. 

4. Du musst mehrere Hundert Flugstunden auf Luftfahrzeugen nachweisen, die von zwei Piloten geflogen werden MÜSSEN. Dazu kommt das MCC-Seminar über die Zusammenarbeit der Crew. Ohne diese Nachweise schreibt das LBA die Lizenz nicht um. 

5. Thema Umschreibung. Am einfachsten haben es natürlich die Transportpiloten, da sie das MCC-Seminar an der Fliegerschule der LH in Bremen absolvieren. Aber: Die Umschreibung der Lizenz erfolgt erst zum Ende der militärischen Laufbahn und ob Du dann - frühestens nach 16 Jahren - Einstellungsgespräch, DLR-Test und Simulator-Screening "überlebst", kann man jetzt noch gar nicht sagen. 

6. Die Umschreibung militärischer in zivile Lizenzen ist im Artikel 10 unter „Anrechnung für im Militärdienst erworbene Pilotenlizenzen“ der EU-Verordnung 1178/2011 geregelt. Hier (gekürzt) geht es u. a. um

(1) die Beantragung zur Erteilung von Teil-FCL-Lizenzen,
(2) die Anrechnung von im Militärdienst erworbener Kenntnisse, Erfahrungen und Fähigkeiten gem. Anhang I der FCL,
(3) den entsprechenden Anrechnungsbericht, welcher Angaben macht 

a) zu den einzelstaatlichen Anforderungen (hier also DE), auf deren Grundlage die militärischen Lizenzen, Berechtigungen, Zeugnisse, Anerkennungen und/oder Qualifikationen erteilt wurden, 

b) zum Umfang der Rechte, die den Piloten eingeräumt wurden, 

c) für welche Anforderungen des Anhangs I eine An­rechnung gewährt werden soll, 

d) zu eventuellen Einschränkungen, die in die Teil-FCL-Lizenzen aufgenommen werden sollen, und etwaige Anforderungen (z. B. MCC), die die Piloten erfüllen müssen, damit diese Einschränkungen aufgehoben werden können und 

e) zu den nötigen Kopien aller Dokumente, die als Nachweis für die obigen Punkte erforderlich sind.

Erst wenn dies alles geregelt ist, gibt es eine zivile Lizenz, aber natürlich noch keinen Arbeitsplatz! Zu diesem Anrechnungsbericht gibt es übrigens eine Vereinbarung zwischen Luftfahrt-Bundesamt und Luftwaffenamt.

Nur weiß ja niemand, wie die Rechtslage in 16 bis 20 Jahren aussieht. Vielleicht wird das Abkommen gekündigt, geändert oder die EU lässt eine Umschreibung nicht mehr zu.

Nein, es gilt nur: Ganz oder gar nicht! Entweder das Eine oder das Andere machen. Eine Wette so weit auf die Zukunft hin abzuschließen, erinnert eher an Warentermingeschäfte - die meistens in die Hose gehen.


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Prinzipiell ist der Gedanke zielführend. Da Du im Zivilen dann nur noch die Berechtigung für den konkreten Flugzeugtyp erwerben musst. Zuverlässigkeit und Belastbarkeit dürften mit der Abschlussbeurteilung der Bundeswehr als gesetzt gelten.

Da Du sicher nicht an Kampfhandlungen interessiert bist und möglichst gut auf die zivile Laufbahn vorbereitet sein willst ist eine Laufbahn als Transportpilot für Dich das richtige. Das garantiert zwar keine bleifreie Luft, aber eine Transall oder A400M wird man immer versuchen möglichst ohne Löcher heim zu bekommen.

Ausbildung: http://www.airliners.de/pilotenausbildung-bundeswehr/29287

Beachte aber das dies kein kurzfristiger Plan ist, die Mindestverpflichtung (bei abgeschlossener Ausbildung incl. Dieser) beträgt 16 Jahre. Dafür dürfte der Dienst um ein vielfaches interessanter sein als Liniendienst bei einer Airline.

http://goo.gl/oCzZ8i

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Müsste gehen da die Bundeswehr die Piloten bei Lufthansa ausbilden lassen

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AE1401 29.08.2016, 00:24

Echt, das wusste ich gar nicht.

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buma1978 29.08.2016, 01:03
  • Jetpiloten auf der Sheppard AFB in Wichita Falls (Texas)
  • Transportpiloten bei der Verkehrsfliegerschule der Lufthansa in Bremen
  • Hubschrauberpiloten an der Heeresfliegerwaffenschule in Bückeburg
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ramay1418 29.08.2016, 07:35

Meines Wissen fliegt die Lufthansa keine Kampfflugzeuge und auch keine Transall oder A400M und schon gar keine Hubschrauber. 

Da wird es etwas schwierig. 

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