Verkehrskontrolle - THC im Blut + geringe Menge Cannabis im Gepäck

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8 Antworten

5 Wochen sind bisher vergangen und nun halte ich endlich eine Mitteilung der zuständigen Polizeidienstelle in meinen Händen, welche besagt:

"Sehr geehrter Herr ..., das gegen Sie anhängige Bußgeldverfahren wegen Zuwiderhaltung Owi gem. Straßenverkehrsgesetz - Drogeneinwirkung...ist durch Verfügung gemäß § 46 Abs. 1 OWiG i.V.m § 170 Abs. 2 StPO eingestellt worden."

Demzufolge erwartet mich also weder Bußgeld noch Fahrerlaubnisentzug durch die zuständige Ordnungsbehörde, richtig? Aus diesem Bescheid geht jedoch meiner Meinung nach nicht hervor, ob sich Konsequenzen aus dem Besitz der geringfügigen Menge an Haschisch ergeben. Habe ich folglich weitere Post zu erwarten?

Irgendjemand Erfahrungen mit einer Verfahrenseinstellung bei "Fahrens unter Drogeneinfluss"? Im meisten interessiert mich natürlich, ob ich irgendwie in Erfahrung bringen kann, ob die Zuständige Polizeidienststelle/ Staatsanwaltschaft den Vorfall an die Führerscheinstelle weitergeleitet hat bzw. evtl sogar weiterleiten muss, und mir demzufolge nichtsdestotrotz die MPU droht...

Muss ich mich hier wirklich mit faulen Lesern, nichtssagenden Halbwahrheiten und veralteten Klischés herumschlagen? Klar mag es verantwortungslos erscheinen wenn die Worte THC und Verkehrskontrolle in ein und dem selben Satz fallen. THC im Blut bedeutet aber, wie bereits erwähnt, noch lange nicht, dass man mit blutroten Augen, nem Burger in der rechten und nem Jonny in der linken Hand mit 80 durch verkehrsberuhigte Zonen brettert und dabei, mit einem angsteinflößenden Grinsen im Gesicht, das ein oder andere Vorschulkind gleich mit ins Nirvana nimmt.

Lasst eure mehr oder weniger kompetenten Erziehungsversuche stecken. Wenn dann bitte glaubwürding und vor allem sachlich!

Ist so ;) kann dir aber leider auch nicht weiter helfen ;)

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Generell gilt es bei einer solchen Kontrolle die Aussage sowie den Urintest zu verweigern. Deine Aussage wird nur gegen dich verwendet werden und das Cannabis ist im Urin noch um einiges länger nachweisbar als im Blut. Du bist in Deutschland nicht verpflichtet Auszusagen oder einen Urintest zu machen, nur den vom Richter angewiesenen Bluttest musst du machen. Deinen Führerschein wirst du jetzt wohl erst einmal für eine Weile verlieren, je nachdem wie hoch deine Werte waren fällt dieser Zeitraum unterschiedlich lang aus.

Da du in der Probezeit bist würde ich sagen das dir die MPU ziemlich sicher sein sollte - egal ob mit oder ohne ausfallerscheinung. Was aber auch passieren kann, das von dir verlangt wird, das du regelmässig eine urinprobe beim arzt abgibst um zu checken, ob du noch konsumierst. Wenn die test auf drogen positiv ausfallen, wird dir der lappen wohl weggenommen. Meine persönliche meinung dazu, das jemand der son dreck konsumiert und ein fahrzeug führt, dieses niemals führen sollte und darf. Wie oft sieht man tote jugendliche, totgefahrene kinder, eltern, großeltern wegen drogen und alkohol. Sorry, wenns dich trifft, dann zurecht. Is nichts persönliches

entschloss ich mich bei der Wahrheit zu bleiben und kooperativ zu sein, da ich zu diesem Zeitpunkt ohnehin so gut wie ertappt war.

Großer Fehler. Wenn Du nicht verkehrsauffällig gefahren bist und es eine reine Verdachtskontrolle war, hättest Du - und das ist Dein gutes Recht - außer Deine Personalien anzugeben nichts weiter sagen sollen. Die Abgabe einer Urinprobe (Schweißprobe) darf man verweigern; eine Blutprobe ist nur zulässig, wenn es konkrete Anhaltspunkte für einen Verdacht auf Drogenkonsum gibt. Diese Blutproben müssen dann richterlich abgesegnet sein...Wenn Dein Urin allerdings positiv auf Cannabiskonsum getestet worden ist, gehört die Blutprobe natürlich dazu (um die Höhe des THC-Gehaltes im Blut festzustellen.)

Einen Anwalt brauchst Du in der Sache dennoch nicht. Wende Dich an das zuständige Regionalbüro der http://www.gruene-hilfe.de/ und lass denen anständigerweise eine Spende zukommen, wenn Du beraten wirst.

Um eine MPU wirst Du nicht herumkommen. Total-Abstinenz ist daher angesagt oder freiwilliger Verzicht auf den Lappen zugunsten künftig angstfreien Konsums. Vom angehängten Video gibt es insgesamt 3 Teile.

Danke für diese äußerst hilfreiche Antwort! Ertappt war ich bereits, da ich, wie im Startpost erwähnt, dummerweise eine kleine Menge Haschisch bereits seit einer ganzen Weile in meinem Rucksack mit mir führte, ohne dass mir dies wirklich bewusst war. Als der Beamte seine Hand auf den Rucksack legte und mich fragte, ob er denn mal einen Blick hineinwerfen dürfe, kam es mir allerdings wieder in den Sinn...man konnte es soz. "gar nicht übersehen". Vor allem dann nicht, wenn man Beamter der Verkehrspolizei ist. Lappen ist weg, werds wohl verkraften müssen. Schade nur um das ganze Geld...Wenngleich ich sicherlich meine Lehre aus dieser ganzen Geschichte ziehen und ebenso ab sofort abstinent sein werde, muss ich ehrlicherweise gestehen, dass ich kein schlechtes Gewissen habe. Ich hab mich keinesfalls in irgendeiner Art Rauschzustand befunden. Dies wurde mir seitens der Beamten und nach Meinung des Arztes ebenfalls bestätigt. Daraus schlussfolgere ich jetzt einfach mal, dass ich zu diesem Zeitpunkt keine größere Gefahr für den Straßenverkehr war, als jeder andere Verkehrsteilnehmer.

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@WUNDER8AR

Als der Beamte seine Hand auf den Rucksack legte und mich fragte, ob er denn mal einen Blick hineinwerfen dürfe,

hättest Du trocken "Nein!" sagen können. Was glaubst Du wäre dann passiert?

Erst durch Deine Zustimmung hast Du die Folgen ermöglicht.

Was generell Fahrverhalten unter Cannabiseinfluss (bei Fahrern mit Cannabis-Toleranz) angeht, halte ich dieses Video für interessant. Ich hoffe, Du verstehst Englisch: http://www.youtube.com/watch?v=TzKjFiGFrcU

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@aXXLJ

Interessanter Ciip. Bin selber nie "stoned" mit dem Auto unterwegs gewesen. Allerdings bin ich mir sicher, dass es (ab einem gewissen Maß) nicht minder gefährlich ist als unter Alkoholeinfluss zu fahren. Leider wird dies im Video offen gelassen. Hätte mich durchaus interessiert, wenngleich man mit diesem "Miniaturversuch" keine -aus wissenschaftlicher Perspektive- handfesten Ergebnisse hätte erwarten können.

Insgemein halte ich Alkohol dann aber doch für weitaus gefährlicher, da er im Gegensatz zu Cannabis meines Wissens nach, neben dem negativen Einfluss auf Reaktionszeit und motorische Fähigkeiten, die Hemmschwelle senkt bzw. die Risikobereitschaft anhebt, was im Straßenverkehr natürlich besonders verheerende Folgen haben kann. Ganz zu schweigen vom höheren Suchtpotential und den schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen, die aus dem bloßen Konsum resultieren.

Tja, leider kommt man mit so einer Meinung heutzutage nicht sehr weit in Deutschland. Drauf gesch*ssen ob man sich auf wissenschaftlich unanfechtbare Tatsachen beruft oder nicht. Hat man Cannabis konsumiert, wird man mit Fackeln und Heugabeln gejagt und als "Drogenopfer" an den Pranger gestellt. Armes Deutschland...arme, denkfaule Gesellschaft.

Da bleibt mir nur noch DanielS1994 zu rezitieren: "Sauft mal schön weiter!" :P Danke dafür! Passt einfach wunderbar!

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@aXXLJ

Als nachträglicher edit: Ich seh schon, mein Verhalten bei der Kontrolle war wahrscheinlich nicht das klügste. Ich nehms jetzt einfach wies kommt, da ich sowieso nix mehr rückgängig machen kann...

Danke für Eure Bemühungen!

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@WUNDER8AR

Es soll ja Menschen geben, die der Hetzjagd auf Cannabiskonsumenten im Verkehr wegen ganz auf das Führen eines eigenen Fahrzeugs verzichten, öffentliche Nah- oder Fernverkehrsmittel nutzen und dafür etwas angstbefreiter kiffen.

Das ist m.E. Einstellungssache; eine, die überdies als äußerst umweltfreundlich bezeichnet werden darf, da schädliche Abgas-Emissionen unterbleiben und der Hanf-Anbau sozusagen "gefördert" wird.

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@aXXLJ

Da hast du natürlich auch wieder recht. Wer das Glück hat Anschluss zu einem gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetz zu haben, der sollte dies auch nutzen. Ich wohne auf dem Lande und kann froh sein, wenn keine Ferien sind. Denn dann fährt nicht mal mehr der Bus, der ansonsten 2x pro Tag das Schülervolk transportiert, durch unser idyllisches Käffchen. Klar ist das keine Entschuldingung. Die brauche ich allerdings auch nicht. Denn das mit dem Konsum verbundene Risiko war mir mehr oder weniger bewusst.

Ich werde dann wohl eher auf den Konsum verzichten als auf mein Auto. Denn um das komme ich nicht herum.

Dann heissts wohl ab sofort Komasaufen! Zwar um einiges gefährlicher als der Cannabis-Konsum, wenigstens werde ich dabei aber nicht als Verbrecher abgestempelt! Prost ihr Säcke! ;)

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das läuft wohl zusätzlich noch auf ne Verlängerung der Probezeit hinaus

Moment, Startpost wurde gelesen?

Grundsatzdiskussionen über Cannabis halte ich hier auch eher für unangebracht (bezieht sich auf die vorherigen Posts), da es nicht Gegenstand meiner Frage war.

Und um es noch einmal ausdrücklichst zu betonen: Es wurden bei mir keinerlei Ausfallerscheinungen festgestellt. Ich war im Grunde genommen also "nüchtern". Aktive THC-Reste bzw THC-Abbauprodukte können jedoch sehr lange im Körper nachgewiesen werden: Das bedeutet allerdings nicht, dass man sich auch bis zum vollständigen Abbau dieser Stoffe im Delirium befindet!

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das ist aber gar nicht "WUNDER8AR", die Fleppe bist Du erst mal für 3 Monate los:

Es wurde bei der Drogenfahrt keine Ausfallerscheinungen festgestellt. Wie werde ich bestraft?
Die Fahrt unter dem Einfluss von Cannabis ist danach eine Ordnungswidrigkeit nach § 24 Straßenverkehrsgesetz (StVG)
- Geldbuße von 250 – 750 Euro
- bis zu 3 Monaten Führerscheinentzug
- 4 Punkte in Flensburg
hier klicken: http://www.rechtsanwalt-louis.de/drogen_am_steuer.htm

Ich kann Dich da leider nicht beraten, da ich nie in einer ähnlichen Situation war. Aber egal, was man Dir hier rät: Es bringt Dir alles nichts, wenn Du weiterhin kiffst. Denn früher oder später kriegen sie Dich wieder...

Will nicht moralisch klingen, aber Cannabis ist so viel gefährlicher, als es seiner Lobby recht ist.

....und wenn du unter dem Einfluss von Cannabis Auto fährst ist das höchst unverantwortlich, weil du nicht nur dich, sondern auch Unbeteiligte gefährdest

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@kleine198989

Ist er ja auch nicht.....Cannabis kann noch Wochen nach dem Konsum nachgewiesen werden.

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@kleine198989

Bist du Analphabet? Er hat KLAR UND DEUTLICH geschrieben, das er VOR der fahrt geraucht hat, und zwar 21 Stunden. Das THC hatte also keinerlei WIRKUNG auf seinen Körper.

''Will nicht moralisch klingen, aber Cannabis ist so viel gefährlicher, als es seiner Lobby recht ist.''

Sauf mal schön weiter!

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