Verkehrsausfall, Zahlung bei herhaltung?

3 Antworten

Ich hatte im Oktober 2018 einen Verkehrsunfall an einer Kreuzung. Mir wurde von einem Linksabbieger die Vorfahrt genommen.

Aha. War das eine gleichberechtigte Kreuzung? Ampelschaltung? Vorfahrtsregelung? Kam der Linksabbiger aus dem Gegenverkehr?

Die Polizei wurde an den Unfallort hergeholt

Immerhin.

und nach Schilderung des Geschehens wurde ich von der Polizei als Geschädigter angesehen.

Irrelevant. Die Polizei nimmt nur die Fakten auf. Alles weitere regeln entweder die Versicherungen unter sich (ggfs. mit anwaltlicher Unterstützung), oder es geht vor Gericht.

Ich habe nach dem Unfall einen Anwalt konsultiert, der sich um die Schadensregulierung kümmern soll.

Richtig.

in den letzten 6 Monaten ist bisher leider nicht viel geschehen.

Dann ist der Unfallhergang keineswegs so eindeutig, wie du behauptest. Dazu passt auch

Beide Seiten wollten Akteneinsicht.

Das ist im Normalfall unnötig. In den meisten Fällen entscheiden die Sachbearbeiter direkt, und geben die entsprechenden Summen frei. Wenn beide Seiten bereits die polizeilichen Ermittlungsakten zur Unfallaufnahme angefordert haben, stimmen entweder die Schlderungen der Protagonisten gegenüber ihren jeweiligen Versicherungen oder die Schäden nicht mit dem Hergang überein.

Vermutung: Schuldfrage ist unklar, Kosten werden geteilt (75:25 oder 50:50). Klage ist möglich.

Meine Frage; kriege ich von der Versicherung eine Entschädigung für das (bewusste) Spiel auf Zeit?

Nein. Das ist zudem eine reine Behauptung deinerseits, die nicht belegbar ist.

Der Unfall hat sich vor mehr als 6 Monaten ereignet und ich habe seit dem keinen Heller bekommen.

Das kann auch locker noch weitere Monate dauern. Sollte es vor Gericht gehen, auch ein Jahr und mehr.

Mein Anwalt meinte, ich kriege nur für die Dauer von zwei Wochen für die Wiederbeschaffung Geld oder ein Leihwagen, jedoch nicht für die restliche Dauer der Erörterung.

So ist es.

ich bin jedoch berufsbedingt auf ein Fahrzeug angewiesen und mir fehlt derzeit das Geld um mir einen adäquaten Ersatz zu kaufen.

Das ist aber weder das Problem des Unfallgegners, noch seiner Versicherung. Wer beruflich und/oder privat zwingend auf ein Fahrzeug angewiesen ist, sichert derartige Risiken eben ggfs. mit VK ab. Das ist hier offenkundig unterblieben, und das rächt sich nun. Einen weitergehenden Anspruch generiert das Procedere jedenfalls nicht. Aber das hätte dir dein Anwalt auch gesagt. Warum fragst du nicht den?

Eher nicht, denn wer (außer dir) sagt denn, dass es bewusste Verzögerung ist? Wenn der Anwalt die Akte braucht um tätig zu werden, scheint die Sachlage ja nicht eindeutig zu sein.

Wenn du beruflich auf ein Auto angewiesen bist aber bei einem Unfall kein Geld hast dir ein neues zu kaufen, hättest du eben eine Vollkasko abschließen sollen. Was würdest du denn machen, wenn du selber der Verursacher wärst und überhaupt keine gegnerische Haftpflicht zahlt?

Ansonsten: Frag deinen Anwalt.

So eindeutig scheint die Sache dennoch nicht zu sein.

Die Polizei kann dich zwar als den Geschädigten einstufen, das aber hat wenig zu sagen.

Aufgurnd der Aktenlage werden die Versicherungen eine Entscheidung treffen, wer was bezahlen muss.

Notfalls muss das von einem Gericht entschieden werden.

Du hast aber keinen Anspruch auf ein kostenloses Ersatzfahrzeug für die Dauer, bis das alles geregelt ist.

Bei einer Vollkaskoversicherung hättest du ein großes Problem weniger. Aber man will ja sparen und nimmt die günstigste Absicherung die es gibt.

Ich benötige für meine Tätigkeit täglich das Auto. Da gibt es für mich nur die Vollkasko und nichts anderes. Schliesslih kann ich die Kosten für die Versicherung steuerlich geltend machen und somit reduziert sich auch der Kostenaufwand für so eine Versicherung.

Dafür ist es aber für dich zu spät. Du musst abwarten, bis die Sache geklärt ist.Wenn es sich um keinen Totalschaden handelt, umso schlimmer.

Notfalls könnte dein Anwalt von der gegnerischen Versicherung einen Vorschuss verlangen, was dir vielleicht helfen könnte, dein Fahrzeug sofort zur Reparatur zu bringen.

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