Verkäufer verkauft falsches Fahrrad

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Da gibt es mehrere Sichtweisen. Wäre es ein Auto dann wäre es klar dass das probegefahrene Auto nicht mit dem Typenschein übereinstimmt. Aber Irrtümer gibt es immer. Angenommen du bist ein junger Verkäufer,privat oder nicht, mit kleinem Gehalt und verkaufst etwas falsch und du mußt nun die Differenz aus eigener Tasche bezahlen.

Ich würde es anständig finden wenn du das Rad für den vollen Preis zurück gibst. Hätte sich der Verkäufer umgekehrt geirrt und bietet dir an dir 50.-€ zurückzugeben, würdest du das Geld nehmen oder darauf beharren gekauft wie probegefahren. Wärest in dem Fall so anständig? In meinen Augen bist du ein Dieb wenn du weißt ein anderer hat sich geirrt und wird durch dich geschädigt. Werde glücklich mit dem gestholenen Geld. Momentan wünsche ich dir dass du dich mal irrst und der andere auch so Aasgeier ist.

(...) darf ich das rad doch rechtlich gesehen behalten?

Ich wollte dir nun auch eine Antwort geben, die du ggfs. auch verstehst, und nicht nur einen Kommentar zu einer anderen Antwort ;-)

Ich gehe davon aus, dass hier ein Inhaltsirrtum vorliegt und der Verkäufer daher den Kaufvertrag anfechten konnte. Ob die Anfechtung wirksam ist kann ich hier nicht abschließend prüfen, aber es spricht viel dafür (Grund und Anfechtungserklärung sind ersichtlich. Fristwahrung ist wahrscheinlich. Bestätigung ist nicht ersichtlich).

Ist die Anfechtung wirksam, so ist der Kaufvertrag unwirksam. Der Verkäufer kann dann gem. § 812 I BGB die Herausgabe von dir verlangen. Du für deinen Teil kannst dann die Herausgabe des gezahlten Geldes verlangen.

Behalten dürftest du das Rad folglich nicht. Im Notfall würde der Verkäuifer dich auf Herausgabe verklagen - und das kann teuer werden (Gerichtskosten, Anwälte etc.).

Wie immer: Keine Garantie für Richtigkeit und Vollständigkeit. Obiges gibt nur meine Meinung wieder und nicht die aktuelle Rechtslage. Verwendung auf eigene Gefahr ;-)

Da es sich um ein gebrauchtes Rad handelte und es wie gesehen gekauft wurde, darf ich das rad doch rechtlich gesehen behalten?

Stichwort. Anfechtung des Kaufvertrags wegen Irrtums (§§ 119, 121 BGB).

Wenn der Kaufvertrag schon geschlossen ist, bliebe dem Verkäufer nur die sogenannte Irrtumsanfechtung, mit äußerst ungewissem Ausgang für ihn. Ungewiß deshalb, weil hier wohl eher ein unbeachtlicher Motivirrtum als ein Irrtum über den Kaufgegenstand vorliegen dürfte.

Grinzz 10.03.2014, 19:37
Ungewiß deshalb, weil hier wohl eher ein unbeachtlicher Motivirrtum als ein Irrtum über den Kaufgegenstand vorliegen dürfte.

Ein Motivirrtum ist ein Irrtum, der über aus dem Vertrag hervorgehenden Motive (etwa: Wiederverkaufswert oder Produktivitätserwartungen). Hier geht es aber um den Kaufgegenstand selbst, nicht um derartige Motive.

Ich kann mir vorstellen, dass hier ein Inhaltsirrtum vorliegt. Der Verkäufer hat zwar gesagt, dass dieses Fahrrad verkauft werden sollte. Gemeint hat er aber ein anderes, wollte also eine WE diesen Inhaltes nicht abgeben, da er die Räder vertauschte.

Zu belegen wäre dieser Irrtum wohl auch mit der Verkaufsanzeige, die nahe legt, dass versehentlich ein falsches Rad verkauft wurde.

Ganz so ungewiss ist der Ausgang m.E. also nicht ;-)

2
ArminSchmitz 17.03.2014, 13:54
@Grinzz

Das ist unzureffend! Der Verkäufer wußte, welches Fahrrad er verkaufen wollte. Er wußte nur nicht, dass das nicht beworben war. Also Motivirrtum.

2

Da hat der Verkäufer Pech gehabt.Der Verkäufer hat dir das Fahrrad gezeigt und du hast es gekauft.Also deins. Gruß Ralf

AanAllein 11.03.2014, 10:26

Und das BGB bleibt wie immer bei dir aussen vor.

0
rallytour2008 11.03.2014, 12:40
@AanAllein

§929 BGB.Müßtest du doch kennen wenn du hier schon vom BGB schreibst. Gruß Ralf

0
Grinzz 11.03.2014, 13:05
@rallytour2008
§929 BGB

Diese Vorschrift regelt den Eigentumsübergang und hat weder mit dem Kaufvertrag noch mit einer möglichen Anfechtung zu tun...

0

gekauft wie gesehen, ich wuerde das rad behalten

Was möchtest Du wissen?