Verjährung bei körperverletzung?

6 Antworten

Hallo Sua,

das sind zunächst mal zwei verschiedene Sachen: Klage wegen Körperverletzung und Privatklage auf Schadenersatz und Schmerzensgeld.

Da kommst du ohne Anwalt nicht durch. Also da beraten lassen.

Satzeichen und Großbuchstaben und Absätze wären hilfreich beim Textverständnis. So ist dein Text nur sehr schwer zu lesen.

Egal.

Schwieriger Fall. Ohne Anwalt geht da in dem Fall gar nix.

Also: die Verjährungsfrist bei leichter Körperverletzung beträgt 3 Jahre, bei einer schweren Körperverletzung sind das 5 Jahre.

Egal wie das jetzt bewertet würde, die Strafrechtliche Verfolgung wäre verjährt. Dieser Typ wird also, leider, nicht mehr für seine Tat bestraft werden.

Halte ich für einen schweren Fehler unserer Justiz: Bei sexuellem Mißbrauch gibt es eine sogenannte Hemmung. Das bedeutet, das die Verjährung erst mit dem 18. Geburtstag des Opfers zu laufen beginnt.  Unglücklicherweise scheint dem Gesetzgeber nicht klar zu sein, das auch eine Körperverletzung an Minderjährigen die gleichen Probleme aufweist wie sexueller Mißbrauch. Also in erster Linie eine Abhängigkeit vom Peiniger, die den Minderjährigen daran hindern kann, anzeige zu erstatten.

Dumm, schlecht, ist aber so. Dein Peiniger wird also leider Gottes straffrei bleiben.

Daneben kommt aber noch eine zivilrechtliche Forderung (BGB) nach Schmerzensgeld in Betracht. Normalerweise verjährt eine derartige Forderung, wie alle Geldforderungen, nach 3 Jahren. Damit wäre er erst mal auch dabei vom Haken.

ABER:

"Jedoch gilt für die Frist zur Verjährung von Schmerzensgeld- oder Schadensersatzansprüchen, die auf der vorsätzlichen Verletzung
von Leben, Körper, Gesundheit Freiheit oder der sexuellen
Selbstbestimmung beruhen, etwas anderes: Gemäß § 197 BGB verjähren
derartige Ansprüche erst nach 30 Jahren.

Vorsatz setzt sich aus einem

voluntativen

(= willentlichen) und einem

kognitiven

(= wissentlichen) Element zusammen. Die verletzende Handlung muss also

bewusst und willentlich

erfolgt sein."

http://www.bussgeld-info.de/verjaehrung-schmerzensgeld/

Für deinen Fall muss also der "Vorsatz" gegeben sein. Das ist, bei deiner Schilderung der Ereignisse, der Fall, so dass eine Klage auf Schmerzensgeld nach meiner Ansicht von Erfolg gekrönt sein sollte.

Du solltest also in jedem Fall zu einem Anwalt. Eine Erstberatung dort kostet ca 200€ +/-. Das sollte dir das aber wert sein.

Schwierig werden könnte der Nachweis des Vorsatzes, der Typ kann immer noch behaupten, du seist gefallen. Der Zeitraum ist halt arg lang, du brauchst eine guten Anwalt und langwierig wird das auch. Aber ich würde das auf jeden Fall durch ziehen. Wenn dieser Drecksack schon nicht rechtlich dafür büßt, dann soll er finanziell bluten.

Auf dem allerersten Röntgenbild ist kein Bruch zu erkennen...

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Man kann es versuchen, nicht nur aus strafrechtlichen Gründen, sondern wegen Schadenersatz, Schmerzensgeld etc. Problematisch dürfte die Beweisführung sein, wenn die Mutter es nicht bezeugen will.

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