Verhinderungspfelege von Verwandten

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2 Antworten

Hallo,

wenn die Verhinderungspflege von Personen durchgeführt wird, die mit dem Pflegebedürftigen bis zum zweiten Grade verwandt sind, werden die Leistungen auf das gezahlte Pflegegeld beschränkt. Bei höheren Ausgaben, wie zum Beispiel Verdienstausfall oder Fahrkosten, kann eine Kostenerstattung im Rahmen der Verhinderungspflege beantragt werden - also bis zu max. der vollen Summe von 1550,- Euro jährlich.

Siehe auch: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__39.html

Ist eine Pflegeperson wegen Erholungsurlaubs, Krankheit oder aus anderen Gründen an der Pflege gehindert, übernimmt die Pflegekasse die Kosten einer notwendigen Ersatzpflege für längstens vier Wochen je Kalenderjahr; § 34 Abs. 2 Satz 1 gilt nicht. Voraussetzung ist, daß die Pflegeperson den Pflegebedürftigen vor der erstmaligen Verhinderung mindestens sechs Monate in seiner häuslichen Umgebung gepflegt hat. Die Aufwendungen der Pflegekassen können sich im Kalenderjahr auf bis zu 1.470 Euro ab 1. Juli 2008, auf bis zu 1.510 Euro ab 1. Januar 2010 und auf bis zu 1.550 Euro ab 1. Januar 2012 belaufen, wenn die Ersatzpflege durch Pflegepersonen sichergestellt wird, die mit dem Pflegebedürftigen nicht bis zum zweiten Grade verwandt oder verschwägert sind und nicht mit ihm in häuslicher Gemeinschaft leben. Bei einer Ersatzpflege durch Pflegepersonen, die mit dem Pflegebedürftigen bis zum zweiten Grade verwandt oder verschwägert sind oder mit ihm in häuslicher Gemeinschaft leben, dürfen die Aufwendungen der Pflegekasse regelmäßig den Betrag des Pflegegeldes nach § 37 Abs. 1 nicht überschreiten, es sei denn, die Ersatzpflege wird erwerbsmäßig ausgeübt; in diesen Fällen findet der Leistungsbetrag nach Satz 3 Anwendung. Bei Bezug der Leistung in Höhe des Pflegegeldes für eine Ersatzpflege durch Pflegepersonen, die mit dem Pflegebedürftigen bis zum zweiten Grade verwandt oder verschwägert sind oder mit ihm in häuslicher Gemeinschaft leben, können von der Pflegekasse auf Nachweis notwendige Aufwendungen, die der Pflegeperson im Zusammenhang mit der Ersatzpflege entstanden sind, übernommen werden. Die Aufwendungen der Pflegekasse nach den Sätzen 4 und 5 dürfen zusammen den in Satz 3 genannten Betrag nicht übersteigen

marlonbrando84 25.01.2013, 04:34

Verhinderungspflege § 39

Wird die Ersatzpflege von einer nicht erwerbsmäßig tätigen Pflegeperson (dazu zählen Verwandte und Verschwägerte bis zum zweiten Grade oder in häuslicher Gemeinschaft mit dem Pflegebedürftigen lebende Personen) durchgeführt, beschränken sich die Leistungen der Verhinderungspflege auf den Betrag des jeweiligen (monatlichen) Pflegegeldes. ** **Es sei denn, die Ersatzpflege wird erwerbsmäßig ausgeübt**** . Zusätzlich kann die Pflegeversicherung in diesen Fällen nachgewiesene Aufwendungen der Ersatzpflegeperson (z.B. Verdienstausfall, Fahrtkosten) übernehmen. Verwandte (§ 1589 BGB) des Pflegebedürftigen bis zum zweiten Grad sind Eltern, Kinder (einschließlich der für ehelich erklärten und angenommenen Kinder), Großeltern, Enkelkinder und Geschwister. Verschwägerte (§ 1590 BGB) des Pflegebedürftigen bis zum zweiten Grad sind Stiefeltern, Stiefkinder, Stiefenkelkinder (Enkelkinder des Ehegatten), Schwiegereltern, Schwiegerkinder (Schwiegersohn/Schwiegertochter), Schwiegerenkel (Ehegatten der Enkelkinder), Großeltern der Ehegatten, Stiefgroßeltern, Schwager/Schwägerin.

■Spezialfall:

Erwerbsmäßige Ersatzpflege durch Verwandte oder Verschwägerte Eine erwerbsmäßige Ersatzpflege ist hier anzunehmen, wenn die Dauer der Ersatzpflege 4 Wochen am Stück überschreitet oder durch die Ersatzpflegeperson im Zeitraum von 12 Monaten ein anderer Pflegebedürftiger über einene Dauer von mehr als einer Woche gepflegt wurde. ■Vorteil: Die Begrenzung auf den Betrag des jeweiligen (monatlichen) Pflegegeldes entfällt ■Nachteil: Die Steuer und Anrechnungsfreiheit (s.u.) entfällt auch.

Also NielsN danke dir schon mal. Und ich hab auch noch was gefunden hier. Wenn ich das richtig verstehe bedeutet das: Verwande die länger als 4 Wochen die Verhinderungspflege machen kriegen auch die volle Summe. Oder? Das ist wohl eine Gesetzeslücke mit dem Erwerbsmäsigen ab der 4ten Woche oder ? danke

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NielsN 25.01.2013, 18:46
@marlonbrando84

Hallo, der genannte Spezialfall war mit bisher nicht bekannt. Bevor du mit diesem Spezialfall planst, solltest du eine - wie von Twiga88 vorgeschlagen - kostenlose Pflegeberatung besuchen. Diese kann die ganz individuell Helfen und vielleicht auch weitere Möglichkeiten für "Ersatzpflege" oder Entlastung aufzeigen.

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Eine genaue Antwort kann ich dir darauf nicht geben. Aber du kannst zu einer kostenlosen Pflegeberatung gehen oder anrufen, da musst du dich einfach mal erkundigen ob/wo es so eine Pflegeberatungsstelle gibt in deiner Nähe. Dort können dir alle Fragen beantwortet werden und du bekommst auch evtl. Hilfe bei der Beantragung der Verhinderungspflege. Viel Erfolg!

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