Verhindert der Mensch die natürliche Selektion bei der eigenen Spezies?

13 Antworten

Verhindert der Mensch die natürliche Selektion bei der eigenen Spezies?

Einfache Antwort: Nein, er verhindert die natürliche Selektion nicht, sondern selektiert fortgeschrittener:

(---) durch den medizinischen und gesellschaftlichen Fortschritt (---)

Natürliche Selektion entwickelt sich weiter durch die Gattung Mensch, sie endigt nie. (oder nur wenn die Sonne "platzt")

Partnersuche/Balzen in Clubs, auf Festivals, Mobbing oder Leistungsabfrage in Kindergarten, Schule, Ausbildung, Beruf usw. ist z. B. mit den medizinischen Eingriffen natürliche Selektion /Auslese. Ja so ziemlich alles was der Mensch macht ist darunter zu verstehen.

Hinzu sei zu Mobbing gesagt, dass jene die sich durch Mobbing umbringen, ohne Nachwuchs erzeugt zu haben, "ihre" Gene zwar nicht weiter trugen, aber damit dennoch nicht dafür gesorgt ist, dass keine Selbsttöter mehr existieren werden, die wegen Mobbing ihr Leben beenden. Selbsttöter entstammen aus Menschen, die sich erfolgreich durch schwierige Zeiten durchgerungen und fortgepflanzt haben - wie Behinderte aus nicht-behinderten Menschen stammen, und Homosexuelle aus heterosexuellen Verpartnerungen und Antinatalisten aus Pronatalisten; Ja Veganer und Vegetarier aus Anti-Veganern.

Sorgt der Mensch somit dafür, dass genetische Mängel und Behinderungen immer wieder vorkommen, anstatt die Anzahl der Menschen die unter genetischen Mängeln leiden zu reduzieren?

Ja das tut er, allein weil er sich fortpflanzt, schliesslich können auch nicht-behindert geborene Menschen und andere Tiere im Leben behindert werden.

Voraussetzung dafür ist ihre Existenz.

Was lässt sich dagegen unternehmen?

Der Staat müsste ethischer werden und damit unwirtschaftlicher.

Konkreter:

  • Antinatale Aufklärung an Kindergärten und Schulen.
  • Staatliche Prämien für antinatale (feministen- und veganerfreundlich gesinnte) Lebensweise(n).
  • alle Verhütungsmittel werden geldlich billiger, sodass sich auch Obdachlose diese leisten können (oder sie sollten sie kostenlos erhalten).
  • Schwangerschaftsabbrüche sollten beworben und vergütet (3.000+ euro) werden dürfen und die Indikatoren fallen weg. Es muss sich nach den abtreubungsfreundlichen Willen des unmündigen Mädchen / der mündige Frau gerichtet werden.
  • Religionen stärker schwächen, denn diese sind eher pronatal eingestellt und werden von vielen ungebildeten Menschen geglaubt.
  • Bildungssystem geldlich fördern. Erst einmal mehr Geld (Mrd für Bundeswehr Ausrüstung, aber das Geld für die Bildung fehlt?) in die innen Räume stecken (es lernt sich schlecht, wenns stinkt und die Sicht grau ist). Dann kleinere Klassen (12) - wenn nötig mehr (antinatal-bewusste) Schulen bauen. Und mindestens drei Lehrer in einer Klasse (Lehrerberuf also staatlich mehr fördern)
  • Angst vor dem Sterben nehmen bereits in Kindergärten (gerade da) und auch im Alter. Altenheime also zu Hospitzen umgestalten. Aktive Sterbehilfe absolut legalisieren. Mehr Pflegekräfte (max. 36) auf den Stationen (Berufe geldlich und ausbildungstechnisch mehr fördern)
  • "Ethische Berufe" allgemein geldlich besser vergüten (Monatl. 24.000+ für die neuen Pflegekräfte) wie ehrenamtliche Tätigkeiten, welche antinatal-freundlich aufgestellt sind.
  • Grundeinkommen"" Bedingungslos /- darauf aufgebaut = Existenzvergütung für bereits Existiernde, welches das zwanzigste Lebensalter bewältigt haben, einführen (1.000 euro monatl. - durch antinatales Handeln kann man sich viel mehr dazuverdienen; siehe den Punkt mit den neuen sterbens-gewährenden Pflegekräften)
  • ...

Zum Beispiel. Es gibt sicher noch mehr.

Gruss.

Es wird zwischen Technik und Biologie immer eine Co-Evolution geben. Beispiel: Wer sich Tierfelle anzieht, braucht nicht mehr so viel Energie mehr zu investieren, sich selbst ein Fell wachsen zu lassen. Wer das weiterhin tut, ist energetisch im Nachteil. Er muss diese Energie wieder reinholen. Dafür muss er öfter Essen also auch öfter Jagen gehen, was ihn noch mehr Energie kostet und noch mehr Jagdaufwand bedeutet. Wer länger oder öfter draußen ist zum Jagen, der hat ein höheres Risiko verletzt oder gefressen zu werden. Das trägt nicht positiv zu seinem Vermehrungserfolg bei. Oder man könnte die gesparte Energie auch nutzen, um mit dem gleichen Aufwand mehr Mäuler zu stopfen. Man kann sich also mehr Kinder leisten und verdrängt damit innerhalb weniger Generationen alle, denen noch überall Haare aus dem Körper sprießen.

Die Evolution ist nicht vorbei. Mit Technik verändern wir unsere Lebensumstände und die veränderten Lebensumstände erfordern eine biologische Anpassung.

Na, ja, keine einfache Frage!

Natürliche Selektion geschieht auf verschiedenen Ebenen:

  • durch Aussterben der nicht fitten (wohl das Gegenteil von survival of the fittest...)
  • durch soziologische bedingtes Kurzschluss-Verhalten (z.B. überhandnehmendes Aggressionsverhalten unter Dichtestress)
  • durch extern verursachtes Auslöschen ganzer Populationen durch ein Grossereignis

Es findet also sehr wohl statt. Die Frage ist nur: a) wie sieht das in der Realität aus (Beispiele?) und b) welche soziologischen und gesellschaftlichen Gegenmassnahmen werden getroffen, welche du dann als vom Menschen verhindert einstuffen kannst?

  • Beispiel für das erst Genannte: Nur der Mensch ist in der Lage, sich aufgrund von Standrortveränderungen sich nahezu komplett den veränderten Umgebungsbedingungen anzupassen. Er kann sogar auf den Mond reisen. Trotzdem ist die Antarktis und der Nordpol unbesiedelt. Würde der Mensch es trotzdem tun, würden die körperlichen Anforderungen in Kombination mit den technisch machbaren Unterstützungsleistungen womöglich zum Tode einiger Individuuen sorgen.
  • In mexikanischen Teilstaaten, in brasilianischen Favelas und in Südafrikanischen Slums, in Teilen Iraks und Afghanistans herrscht das totale Chaos und die Gewalt. In vielen Grossstädten herrschen Clans über ganze Strassenzüge oder Teilgebiete der Städte. Die dort lebenden Menschen schliessen sich entweder gewalttätigen Clans an oder kommen durch die Gewalt um.
  • Atomkatastrophen, der Einschlag eines grösseren Meteorits oder auch ein Nuklearschlag in einer kriegerischen Auseinandersetzung haben das Potential, ganze Populationen von Menschen in gewissen Regionen auszulöschen.

Die Gegenmassnahmen zu diesen Ereignissen liegen auf der Hand:

  • technisches Hochrüsten vor der Besiedlung der Pole. Das steht in der Waage mit den ökonomischen Gewinnen, die durch eine Besiedlung erzielt werden könnten
  • Zivilgesetze und paramilitärische Strukturen versuchen der Gewalt und Gesetzlosigkeit Herr zu werden - persönlich zweifle ich an einem diesbezüglichen Erfolg und diese Dinge haben m.M.n. das grösste Potential, dass die üblichen Regulierungsmassnahmen zur 'natürlichen Selektion' nicht greifen und ausgeschaltet werden.
  • Grossereignisse lassen sich bis zu einem gewissen Grad vorhersagen und die Reaktion der Menschen darauf planen. Trotzdem könnte ein Grossereignis eintreten, dass die 'natürliche Selektion' ad-absurdum demonstriert.

Ich überlasse es dir zu beurteilen, ob "der Mensch" als Kollektiv die natürliche Selektion (wie die auch immer aussehen mag) verhindert oder nicht.

Es ist einigen weit entwickelten Arten zueigen, die eigene Spezies zu beschützen, wir Menschen haben nur ganz andere Mittel zur Verfügung. Das größere Problem sehe ich darinnen, dass mancherorts überhaupt erst so unglaublich viele Menschleins dazu kommen. Und das sind vielfach Regionen, in denen Armut, Hunger, Bildungsmangel und die Begrenzung der Frau auf 'Haushalt', Feld und Kinder gebähren und wenn möglich groß zu ziehen.

In Regionen, in denen die Menschen (auch Frauen) Zugang zu Bildung haben, Frauen weitestgehend gleichberechtigt sind und Armut kaum mehr das Leben bedroht, sind die Geburtsraten deutlich niedriger und stellen kein Problem dar.

Das heißt nicht, dass es hier keine Armut gibt, sondern nur, dass sich die Geburtenraten in etwa so auf die einzelnen Regionen der Erde verteilen. Die Leute einfach sterben zu lassen halte ich für eine denkbar schlechte Lösung, deutlich besser wäre es, wenn wir zackig Wege finden, so schnell es geht Bildungsmöglichkeiten für Jungs UND Mädels zu schaffen, Frauen eine Perspektive geben, auch OHNE Mann (über-)leben zu können. Machbar ist das, es ist ja alles vorhanden, was wir dafür brauchen. Material, Arbeitskraft, Menschen - alles. Nichts hält uns auf - außer unserem Wirtschaftsdenken. Wir werden nur von unserer eigenen Erfindung daran gehindert, all dies zu benutzen - aus Kostengründen. Das ist schon ein bisschen verrückt. Aber wenn wir nicht bald zu einer Regelung finden, die uns bei unseren wichtigsten Bedürfnissen (Lebensraum Erde und Menschlichkeit) auch unterstützt und Not-Wendigkeiten tun lässt, statt es durch Kostenfragen sogar zu erschweren, wächst uns das Problem möglicherweise (sogar wahrscheinlich) in absehbarer Zeit über den Kopf.

Ich glaube, dass "Es ist eben so." und "Daran kann man nichts machen" so ziemlich die fatalsten Glaubenssätze unserer Zeit sind. Denn in Wirklichkeit geht es nur um "Wo liegt der Auslöser des Problems und wie kann man es ändern?" - aber wir denken in Kosten und "Wer soll das bezahlen?" Und wir sind drauf und dran uns damit umzubringen - bzw. den Lebensraum unserer Kinder platt zu machen. Irgendwo schon ein bisschen blöd *find*

Es kommt ein bisschen darauf an, was Du unter 'natürlich' verstehst. Gewiss: Der Mensch entscheidet bei der Partnerwahl nicht mehr nach Kriterien, die für das Überleben in der freien Natur entscheidend sind. Sein Sozialverhalten ist aber definitiv ein evolutionärer Vorteil. Wobei das Konzept des 'Survivial of the Fittest' nicht missverstanden werden darf: Die Evolution ist nicht zielgerichtet, sondern bedeutet nur, dass bestimmte Individuen besser zurecht kommen und überleben können. In unserer heutigen Gesellschaft ist es eben so, dass auch körperlich schwache Mitglieder mitgezogen werden. Auch weil wir eben nicht mehr dem Überlebenskampf in den Naturgewalten ausgesetzt sind. Die 'Zuchtwahl' - wenn man es denn so nennen möchte - wurde durch soziale und kulturelle Komponenten erweitert. Soziales Verhalten ist sexy und dient dazu in der Gesellschaft zu überleben. In diesem Sinne ist die 'natürliche Selektion' beim Menschen noch sehr aktiv. Eigenschaften, die das Überleben der Art sichern, sind nachwievor Teil der Partnerwahl. Eigenschaften, die dem gesellschaftlichen Frieden entgegenstehen, wie z. B. Egoismus, Habsucht, Gewaltbereitschaft usw. sind keine Eigenschaften, die anziehend wirken - auch wenn sie in freier Wildbahn von Vorteil wären.

Im Übrigen ist es nicht etwa so, dass Menschen mit Behinderung ihre Erkrankung weiter vererben. Das würde ja bedeuten, das körperlich gesunde Menschen nur gesunde Kinder zeugen. Damit müssten schon rein rechnerisch Behinderungen ausgestorben sein (weil es erheblich mehr 'Gesunde' gibt, die auch leichter einen Partner finden).

Ich habe vor einiger Zeit von einer Studie gelesen, bei der es um die Wirkung von Testosteron ging. Dort wurde gesagt, dass Testosteron dazu verleitet Ansehen und Macht in einer Gruppe zu erlangen. Während das bei Primaten dazu führt, dass diese mit Gewalt die Führung an sich reißen, hat ein Experiment, bei dem der Testosteronspiegel künstlich erhöht wurde, gezeigt, dass die entsprechenden Probanden sich sozialer und gerechter verhalten haben. Und zwar deswegen, weil das heute Eigenschaften sind, die uns soziales Kapital unter unseren Artgenossen verschaffen.

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