Verheiratet und Insolenz

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Selbstverständlich gilt ein Ehemann als unterhaltsberechtigte Person!! Erst mal ist es ganz egal, wie viel der Ehemann verdient, ob nix oder 5.000 netto !!! Erst einmal!! Bei einem Nettogehalt von 1800 sind etwa 200 Euro zu pfänden, bleiben euch also ungefähr 1600 Euro.

Auf Antrag der Gläubiger könnte das Gericht entscheiden, dich als unterhaltsberechtigte Person nicht anzurechnen. Wie gesagt, nur auf Antrag der Gläubiger!! Dann allerdings muß das Gericht auch einen Mehraufwand wegen Arbeitstätigkeit berücksichtigen und außerdem hättest du einen Anspruch auf Anrechnung wegen Miete zumindest - da deine Frau ja "deine" Miete nicht mehr mitzahlt (rein rechnerisch). Bei deinen 400 Euro wird kein Gericht das machen!!! Euch bleiben also die etwa 1600 deiner Frau sowie deine eigenen 400 Euro.

Nun zu den Kindern: Deine Frau ist den Kindern nicht unterhaltsverpflichtet! Der Unterhalt der Kinder wird von der Mutter (ihr bekommt ja wohl was von der) sowie vom Vater bestritten. Deine Kinder haben unterhaltsrechtlich nichts mit deiner Frau zu tun.

Falls ihr nun aber von der Kindesmutter keinen oder nicht genügend Unterhalt bekommt, könntet ihr versuchen, beim zuständigen Gericht Vollstreckungsschutz zu beantragen und eure Pfändungsgrenze damit anzuheben. Da du als leiblicher Vater mit deinen 400 Euro nicht genügend verdienst, um dich und deine Kinder zu ernähren und zu versorgen, könntest du bzw. dann deine Frau beantragen, daß die Kinder wenigstens zum Teil berücksichtigt werden. http://dejure.org/gesetze/ZPO/765a.html

Allerdings würde ich mir diesen Schritt überlegen. Wenn die Gläubiger nun gar nichts kriegen, ist das auch nicht so gut. Wenigstens der Insolvenzverwalter und die Gerichtskosten sollten gezahlt werden können. Ich würde der Kinder wegen versuchen, diesen Antrag zu stellen, mich aber gleichzeitig verpflichten, wenigstens 50 Euro zu zahlen. Damit würdest du eventuelle Probleme umgehen.

PS: Mit der Lohnsteuerkarte hat das nix zu tun und ist auch ganz egal. (Wegen diesem Thema habe ich gerade eine mehrwöchige Schulung hinter mir!)

Da solltest du mal mit dem IV drüber sprechen, der kann dir da nen Wert nennen. Aber eig sollte das bei 400 Eu so sein bin ich der meinung

Erstmal Herzlichen Glückwunsch und alles Gute! :) Leider gibt es keine pauschale Antwort darauf, ob du mit einem Einkommen von 400,-€ deiner Frau gegenüber als unterhaltsberechtigte Person giltst, hier entscheiden die Gerichte von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich. Grundsätzlich kann man sich an den Regelsätzen des Sozialhilfebedarfs orientieren, stellt einfach mal einen Antrag bei Eurem zuständigem Insolvenzgericht (nicht beim Insolvenzverwalter, der wird höchstwahrscheinlich abblocken, obwohl er natürlich über die Heirat informiert werden muß) auf Erhöhung der Pfändungsfreigrenze unter Berücksichtigung Eurer neuen Einkommensverhältnisse.

Zu deinen Kindern: Steht die "andere Hälfte", also der Kinderfreibetrag bei dir auf der Lohnsteuerkarte oder auf der von deiner Ex-Frau? Wenn sie bei dir mit eingetragen sind, kann der komplette Freibetrag von 2,0 auf deine Frau umgetragen werden und die Pfändungsfreigrenze erhöht sich schon mal auf knapp 1.730,-€! P.S. Die Frage war nicht verkehrt ausgedrückt...

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