Verhaltensauffälligkeit Hannoveraner-Stute. Hat jemand eine weiter Idee zwecks Untersuchungen?

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8 Antworten

Mensch, das tut mir Leid. Was für eine blöde Situation. Wenn ich ehrlich bin, hab ich auch nicht wirklich einen Geistesblitz und kenne ich kein Pferd, das sich ohne einschneidendes Negativerlebnis so gewandelt hat.

Aber gedanklich gehen meine Vermutungen in drei Richtungen:

Einmal kann es durchaus sein, dass Du durch unbeabsichtigtes Verhalten ihre Schreckhaftigkeit begünstigt und verstärkt hast. Was ich damit meine, sind unbewusste Ängste und Vorausahnungen des Reiters, die sich auf ein Pferd übertragen. So unter dem Motto: "Oh, ein Vogel - gleich springt sie wieder weg!" und dann springt das Pferd tatsächlich weg, weil es spürt, dass der Reiter beunruhigt ist. Sowas geht dann schnell in einen regelrechtes Kreislauf über und verstärkt sich mit der Zeit, wenn man Pech hat, immer mehr. Hier würde ich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Und die andere Vermutung ins Blaue hinein ist etwas, wofür mich sicherlich der eine oder andere Offen- und Aktivstall-Anhänger verbal steinigen wird, denn ich kenne durchaus Pferde, die mit der idealsten aller Haltungsweisen nicht glücklich sind. Die zwar ausgedehnte Weidezeiten mögen, aber eben auch ihr sicheres Refugium über Nacht in der eigenen Box. Futter und Tränke, Heu und Stroh ohne Rangordnungen beachten zu müssen und einfach Ruhe zum Seele baumeln lassen zu haben. Ohne Dein Pferd zu kennen, kann ich Dir natürlich nicht sagen, ob das bei ihr zutrifft oder nicht. Aber vielleicht kannst Du Dich erinnern, was sich im Leben Deines Pferdes geändert hat, parallel zu ihrem immer auffälliger werdenden Verhalten.

Und dann gibt es auch medizinische Gründe. Zysten an Eierstöcken können zum Beispiel krasse Wesensveränderungen hervorrufen, weil der Hormonhaushalt unter Umständen komplett durcheinander kommt. Und dann kommt mir auch eine Erkrankung durch den Bornavirus in den Sinn, bei dem es auch zu krassen Wesensveränderungen kommen kann - typische Symptomen sollen hierbei sein Apathie, Ängstlichkeit, Schläfrigkeit, Energieverlust, Appetitverlust, Zwangsbewegungen, manchmal Panik und auch Aggressionen. Das ist eine durch Zecken hervorgerufene Erkrankung. Folgenden Link habe ich dazu anzubieten:

http://www.bornavirusinfektion.de/bornavirus-tier/pferde/erfahrungsberichte/

Aber natürlich kann es auch etwas total anderes sein. Ich hoffe, dass Du den Grund herausfindest und es für Dich und Dein Pferd auch wieder schöne Zeiten geben wird.

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Kommentar von bibi0803
20.09.2016, 15:25

Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

Da war tatsächlich auch meine erste Handlung, als ihre Schreckhaftigkeit aus dem Nichts heraus auftrat, dass ICH der Auslöser sein könnte und ich ihr Unsicherheit gegenüber ausstrahle. Ich habe mir dann Hilfe von Trainerin in jede Richtung geholt (klassisch, Bodenarbeit, Horsemanship.....usw) und sie auch von Anderen (!!Immer unter meiner Aufsicht) reiten lassen...immer das Gleiche....

Meine Entscheidung sie von der Box in den Aktivstall umzusiedeln kam daher, dass sie ihre Ängstlichkeit auch in der Box entwickelt hat. Sobald sie dann auf der Weide bei ihren Mädels in der Herde war, tangierte sie der größte Sturm und das stärkste Gewitter nicht :-). In der Box "eingesperrt" war sie gelegentlich bis oft sehr Unruhig bei besonderen Ereignissen/Wetterlagen. Ich gebe dir aber auch Recht, dass eine Gruppenhaltung im Offen- oder Aktivstall definitiv NICHT für jedes Pferd geeignet ist. Ich hatte bis letzten Mai zwei Pferde, meine Senioren-Stute noch, die keinesfalls im Offenstall glücklich war. Sie habe ich wieder in die Box mit tgl. viel Weidegang gestellt und Madame war happy.

Auch danke für den Link über den Bornavirus. Eine mir unbekannte Infektion. Spannend, danke

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Hallo zusammen! Mittlerweile habe ich noch einige Untersuchungen durchführen lassen

- die Hormonwerte sind alle super 

- die Blutergebnisse auch (wegen Mineralien usw.)

Was nun beim röntgen der Hinterbeine rausgenommen ist ist, dass meine Stute an beiden Beinen Spat hat. Dazu rechts noch starke Arthrose im Kniegelenk. Leider schon sehr fortgeschritten. Aufgrund der Symptome in beiden Beiden hat sie keine sichtbare Lahmheit gezeigt. 

Die Tierärztin schlussfolgert dass aufgrund der Schmerzen auch ihre Aufmerksamkeit stark gesteigert ist. Außerdem kommt noch hinzu, dass sie im linken Auge große Traubenkörner und eine leichte Veränderung der Netzhaut hat. Alles in Kombination wird mit großer Wahrscheinlichkeit ihr Verhalten erklären

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Hallo,

wie steht es denn mit ihrem Gehör? Würde auch dazu passen, dass sie auf Unwetter in de rBox hefitger reagiert als draußen. Chronische Schmerzen können auch rapide Verhaltensveränderungen auslösen. Zysten an den Eierstöcken? Tumore die den Hormonhaushalt beeinflussen?

Ich würde auf jeden Fall mal die Eiserstöcke untersuchen lassen. Brüchige Hufe, auffälliges Verhalten und Co könnte passen

Ich drück euch die Daumen

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Ich habe mal gehört, dass sich teilweise "gynäkologische Probleme" bei Stuten auch auf ihr Verhalten auswirken sollen.

Nachdem sie ja sonst gesundheitlich abgecheckt worden ist, wäre das vielleicht noch mal ein Punkt, an dem man ansetzen könnte ?

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Kommentar von Feuerherz2007
20.09.2016, 15:01

Ja, das wäre auch noch ein Ansatzpunkt im Rahmen der Untersuchung.

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Auch mein erster Gedanke war leider, dass etwas im Gehirn oder mit den Nerven/ Reizleitung nicht stimmen könnte ( Tumor...?).

Aber der nächste eben auch " nur" Hormonelle Probleme. Aber da hätte wahrschienlich der Tierazt schon nach geschaut ?

Oder Probleme mit dem Nackenband? Setzt ja auch beim Kopf an.

Dass es an Dir liegt,  kann ich mir bei der oben beschriebenne Biographie jedenfalls kaum vorstellen.

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Diagnose und Behandlung, was auch immer es sein mag!

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Kommentar von Dahika
20.09.2016, 16:43

Ich habe leider an Borna gedacht.

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ich würde vorschlagen, das pferd auf dummkoller zu testen (kreuztfeld jakob krankheit), bzw. überlegen, ob in dem entsprechenden zeitraum vor 5 oder 6 jahren irgendwas vorgefallen ist, was zu einer zerebralen veränderung  geführt haben könnte - kabbelei, unfall, kopf anstossen, sturz... untersuchung auf parasiten, die das gehirn befallen können.

ich hoffe, dass ich falsch liege, aber das wäre das, was ich jetzt noch weiter veranlassen würde.

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Ich hätte sofort an die Augen gedacht, denn wenn sie damit ein Problem hat, wird sie unsicher. Ich kann aufgrund der bereits durchgeführten Untersuchungen leider auch nichts anderes finden. Es wird dir nichts anderes übrig bleiben, einen wirklich erfahrenen Tierarzt speziell für Pferde zu kontaktieren, der nochmals den Kopf untersucht, auch das Gehör. Viel Glück und alles Gute!

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Kommentar von bibi0803
20.09.2016, 15:01

ja, an eine Untersuchung des Kopfes in Klinik wäre noch eine Möglichkeit um neurologische Schäden auszuschließen oder schlimmstenfalls zu diagnostizieren :-(

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Hey.. 


Hast du mal eine haaranalyse / bioresonanz machen lassen?  


Ich habe das bei meinem Wallach machen lassen da er sehr stark "stimmungsschwankungen" hat...  Und das Blutbild auch in Ordnung war und sonst auch alles gut war...  

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