Verhaltensauffällige am Bahnhof

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12 Antworten

Bahnhöfe sind seit vielen Jahren Treff- und Sammelpunkte für verschiedene Subkulturen: Drogenabhängige und -dealer, Prostituierte und Strichjungen, verschiedene Gruppierungen unterschiedlicher Nationalität und Beschäftigung.

Dies erklärt (besonders bei Personen Ziff 1 und 2) Deine Beobachtungen bezüglich Kleidung und Verhalten.

Deine Antwort bietet sehr viel Angriffsfläche aufgrund deiner Formulierung mit dem Doppelpunkt, Drogenabhängigkeit und Prostitution sind nämlich keine Subkulturen. Subkulturen sind zum Beispiel Punk, HipHop oder Reggae, deren Szenenmitglieder sich aber tatsächlich dort treffen.

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@HarmloserName

Inwiefern? Drogenkonsum ist keine Szene, die die Menschen zu einem alternativen Lebensstil auserkoren haben wie z.B. Punks.

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@KoenigMF

Anbei die Definition "Subkultur" in der Kriminologie:

Subkultur

Subkulturen entwickeln strukturelle und funktionale Eigenheiten, die ihre Mitglieder von der übrigen Gesellschaft unterscheiden und für ein Zusammengehörigkeitsgefühl sorgen. Subkulturen gibt es in allen gesellschaft-lichen Bereichen (von Künstlern und Architekten bis hin zu Nichtseßhaften und Strafvollzugsinsassen), besondere kriminologische Bedeutung kommt der Subkultur Jugendlicher (z.B. als Kriminalitätstheorie), sowie der Subkultur im *Strafvollzug zu. Andere kriminologisch möglicherweise bedeutsame Subkulturen in Verbindung mit *organisierter Kriminalität, *politischer Kriminalität oder *Wirtschaftskriminalität sind bislang weder kriminologisch noch anderweitig wis-senschaftlich untersucht worden (Randgruppen). Für die Subkulturen Jugendlicher, die sich im wesentlichen durch ihre (teilweise ausschließliche) Orientierung an der Peer group auszeichnen, sind die Überzeugungen und Handlungsweisen ihrer Kameraden wichtiger als elterliche Vorbilder und Erziehungsnormen. Dabei unterscheiden sich Subkulturen bürgerlicher Jugendlicher in vielen Punkten von denen, die durch Angehörige sozialer Unterschichten gebildet werden.

Quelle: http://www.krimlex.de/artikel.php?BUCHSTABE=S&KL_ID=190

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@Ikonos

Das ist doch wovon ich rede! Die Zugehörigkeit von Szenen bei Jugendlichen. Das hat mit Kriminalität weniger zu tun.

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Viele menschen treffen sich am bahnhof, aber bei uns sieht man nmeistens nur eine auffällige gruppe und das sind wir. Bei uns ist es so, dass es einfach der zentralste ort ist von dem aus sich alle in alle unterschiedlichen richtungen verpissen. Außerdem sind es nicht nur die verschieddenen subkulturen, die dort sind sondern auch andere gruppen von menschen, doch die fallen halt nicht so auf, da sie nicht so auffällig gekleidet sind.

Ich lese aus deiner Frage heraus, dass du ein Problem mit diesen Menschen hast. Sind einfach anders als du, ist das so schlimm?

Zur Frage: Bahnhöhe waren schon immer Dreh- und Angelpunkte. Nicht nur im täglichen Personennahverkehr, sondern auch im Leben aller Menschen. Jeder Mensch muss mal Zug fahren. Ein Bahnhof ist nicht so elitär und abgelegen wie ein Flughafen, den man nur nutzen kann wenn man sich einen Flug leisten kann und deswegen wissen manche Leute, dass sie dort oft nicht nur ihresgleichen, sondern auch Menschen aller Art treffen können. Ich persönlich verbringe auch gerne viel Zeit an Bahnhöfen, einfach weil ich die Vielfalt der Menschen liebe. Die anderen Menschen genießen diese genauso. Bahnhöfe sind Treffpunkte für alle Klassen in der Gesellschaft, der Mittelpunkt jeder Stadt, denn fast jede Kleinstadt hat zumindest einen eigenen Bahnhof. Und die Menschen sind verschieden, lass sie leben wie sie es möchten, sie tolerieren dich nämlich auch! :)

Es kann sein, dass ich ein Problem mit Andersartigkeit habe - aber das ist mehr eine Unsicherheit: Was wollen diese Menschen? Wollen sie mir vielleicht schaden? Dann sollte ich mich von ihnen fernhalten. Brauchen sie vielleicht Hilfe? Dann wäre es (zumindest für sie) nicht hilfreich, sich von ihnen fernzuhalten.

So wie du es genießen kannst, habe ich eher ein mulmiges Gefühl bei der ganzen Sache. Wobei ich Bahnhöfe wirklich nur als Durchgangsstation betrachte. Allenfalls die Zeitschriftenhandlung mit der schier unglaublichen Themenvielfalt an Magazinen bewegt mich dazu, mich auch mal länger als erforderlich an einem Bahnhof aufzuhalten.

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@zalto

Zugegeben, Vorsicht ist nie verkehrt. Nur solltest du dich nicht von eventuell vorhandenen Vorurteilen leiten lassen, zum Beispiel Punks = Schläger oder so. Die wenigsten wollen dir schade, die meisten wollen in Ruhe gelassen werden oder brauchen tatsächlich Hilfe.

Wie gesagt, für mich ist das ein Ort um Abzuschalten. Die Menschen tun mir nichts, vor allem, weil ich keine Angst vor ihnen habe. Vielleicht ist die Bahnhofsmission was für dich, da kriegst du eine blaue Uniform und kannst ehrenamtlich mithelfen und auf die Menschen und ihre Probleme eingehen. Damit könntest du deine Bedenken bestimmt überwinden! :)

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ich will mich bemühen deiner frage mit einer antwort zu begegnen, laut eben dieser schliesse ich daraus das du die menschen der punk-bewegung beschreibst. ihr unüblicher gang ist oft ein resultat des langjährigen alkohol und drogenkonsums, die muskeln verkümmern und die bewegungen verändern sich. schaden wollen sie oft nicht, ausser du entsprichst äusserlich nicht ihren politischen idealen (anarchistisch bis linkradikal) mfg, lukas

Mir fallen an Großstadtbahnhöfen oft Menschen auf, die andere missfällig beobachten. Warum machen sie das? Könnten sie nicht "genau so gut ins Schwimmbad gehen, Spanisch lernen oder einfach mal ein gutes Buch lesen - statt sich ausgerechnet am Bahnhof aufzuhalten"

Prima gegeben! :)

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Der Bahnhof ist einfach meist mitten in der stadt, dort sind viele menschen, dort in der nähe gibt es alles... also kann man da doch chilln. Aber die meisten der menschen die du vermutlich meinst haben nicht das geld um ins schwimmbad zu gehen, haben keine möglichkeiten sprachen zu lernen oder geld für ein buch oder eine leselampe über.

Ich kenne einen der geht extra an den bahnhof um sich darüber zu beschweren das die züge zu spät kommen :D den kann jeder gut leiden sogar die schaffner

es gibt aber auch ganz komiche gestalten die mit holzschwertern rumfuchtel und was von exkalibur labern wo letztere leute herkommen ist mir auch ein rätsel wahrscheinlich alkohol oder drogen

Naja also ich weiß jetzt nicht wehn du genau meinst (bin nicht so oft auf Großstadt Bahnhöfen) aber es kann ja sein das diese Leute kein Geld haben, also nicht soetwas machen können wie du schreibst oder noch nichtmal ein wirkliches Zuhause haben und sich desshalb am Bahnhof treffen, die ja oft sehr mittig in der Stadt liegen und auch überdacht sind...

Wusstest Du nicht? Die Bahnhöfe wurden dieses Jahr in Deutschland zum Treffpunkt für Karnevalsumzüge erklärt!

Ist ja auch einleuchtend, dass ein UmZUG einen Bahnhof braucht...

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Schwimmbad kostet Geld .. Zugfahren auch ..

Den Bahnhof zu betreten ist kostenlos und man ist vom Wetter geschützt und es sind viele Leute unterwegs.

Bahnhöfe sind der It-Treff schlechthin für's Prekariat.

Wenn du uns sehen kannst.... dann können wir dich auch sehen....

Aha, und dann? Klaut ihr mir das Portemonnaie?

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@zalto

Warum so misstrauisch?

Ich glaube eher, er meint dass wenn du Menschen die anders sind siehst und vor allem wahrnimmst, dann werden sie dich auch bemerken. Du hältst sie für Diebe (wie man ja sieht) und sie dich für eingebildeten Bessergestellten. So in etwa.

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@KoenigMF

Mißtrauen deshalb, weil moralische Bedenken ("Klauen ist böse") recht schnell zurückgestellt werden, wenn's um's nackte Überleben geht. Also wenn jetzt einer echt nichts hat (außer Hunger) und denkt, von mir bekommt er nichts (womit er wahrscheinlich sogar Recht hat) dann wird er es sich einfach nehmen, was er braucht.

So rein objektiv kann ich das völlig nachvollziehen - aber rein subjektiv graut mir vor dem Gedanken und ich werde versuchen, es zu vermeiden.

Besser gestellt - weiß nicht, hab' zwei kleine Kinder, die auch hungrig sind und ernährt werden wollen - während der Besitzlose vielleicht keine Kinder hat und "nur" an sein eigenes Wohl denkt.

Und dann schaut er mich an und denkt sich (vielleicht) "Hmm... fette Beute!" - da soll man nicht mißtrauisch werden?

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@zalto

"Nacktes Überleben" herrscht in Deutschland sicher nicht, Obdachlose können überall Anlaufstellen finden wo sie zu Essen und einen Schlafplatz bekommen. Gib den Leuten doch etwas, dann brauchst du auch keine Angst haben. Du pauschalisierst hier, du glaubst, dass jeder der deinen Stereotypen entspricht dich gleich überfallen will. Zumindest kommt das so rüber.

Das ist ja völlig in Ordnung! Es geht nur darum, wie du die Menschen behandelst.

Denn, und das ist mein nächster Punkt, du hast dich für ein Leben mit zwei kleinen Kindern entschieden die du großziehen musst. Das ist deine Einstellung zum Leben. Der Penner am Gleis 1 dagegen hat sich entschieden, ohne festen Wohnsitz und mit 50 Cent am Tag zu leben. Seine Einstellung sollte genauso toleriert werden.

Wie schaust du ihn denn an? Lächelst du ihn an? Das glaube ich nicht. Ich glaube eher dass du voller Misstrauen dein Gesicht verziehst. Der Kerl merkt "Ok der mag mich nicht" (nichts weiter) und schaut dann auch mies drein. Wenn du willst dass die Leute dir freundlich begegnen, gib ihnen mal eine Münze oder lächle sie an. Das verstehen alle Menschen, auch die, denen es nicht so gut geht.

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