verhalten mensch und affe

...komplette Frage anzeigen

1 Antwort

Unsere nächsten Verwandten im Tierreich sind die Schimpansen und die Bonobos (früher "Zwergschimpansen" genannt). Ihre Erbsubstanz stimmt mit der unsrigen, je nachdem, welches Berechnungsverfahren man anwendet, zu 95% oder sogar zu 98,4 % überein. Vertreter dieser beiden Affenarten können nicht nur wie wir Situationen analysieren, formale Eigenschaften abstrahieren, Werkzeuge herstellen und benutzen, Begriffe bilden, Zahlen verwenden oder auf originelle Art Probleme lösen, sie besitzen auch ebenso wie wir eine bewusste Vorstellung von sich selbst. Sie erreichen infolgedessen auch eine erheblich höhere Handlungsfreiheit als alle anderen Tiere und sind dementsprechend auch gut in der Lage, beispielsweise die Absichten ihrer Artgenossen zu durchschauen.

Unter Naturbedingungen werden von solchen Tierarten sogar regelrechte Traditionen aufgebaut. Das britische Fachblatt „Nature“ zählte in einem 1999 erschienenen Artikel 39 verschiedene Verhaltensweisen auf, die bei frei lebenden Schimpansengruppen schon beobachtet wurden und mit Sicherheit keine genetische Grundlage haben. Darunter befanden sich unter anderem recht komplizierte Techniken des Nüsseknackens, des Angelns nach Ameisen mit Hilfe von Stöckchen oder des Gebrauchs von Blättern als Wundauflage oder als Serviette. (Quelle: A. Whiten u.a.: „Cultures in Chimpanzees“, Zeitschrift „Nature“, Bd. 399, Seite 682-685, 1999) Nicht zuletzt sind Schimpansen sogar fähig, auf ganz ähnliche Weise zu kommunizieren wie wir - eine Tatsache, die was man über Jahrhunderte hinweg entweder einfach übersehen oder voreingenommen geleugnet hat. Wenn man ihnen beispielsweise eine elementare Symbolik beibringt, so sind sie durchaus im Stande, komplizierte Konditionalsätze zu bilden, etwa Äußerungen von der Art: „Wenn du mir eine Banane gibst, bekommst du dafür ein paar von meinen Trauben“.

Sie lernen auch recht schnell den Wert von künstlichen Zahlungsmitteln zu erfassen. Hat man sie erst einmal daran gewöhnt, ihr Futter mit Hilfe von Plastikchips aus einem Automaten zu ziehen, so bettelten sie fortan nicht länger um Bananen oder Nüsse, sondern vielmehr um die kostbaren Münzen. Grundlegende Fähigkeiten, die sie im Gegensatz zu uns jedoch offenbar nicht beherrschen, sind mehrere Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen, tiefere Sinnzusammenhänge zu erkunden und sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Die berühmte Kinderfrage: „Wo komme ich her“? stellen sie beispielsweise nie. Offenbar fehlt ihnen dazu noch die übergeordnete Reflektionsfähigkeit, die ein Menschenkind etwa nach seinem vierten Lebensjahr besitzt und es dazu befähigt, über die eigene Identität oder über fremde Geistetstätigkeiten nachzudenken. Das Kind verfügt dann im Gegensatz zum Affen auch über genügend Vorstellungskraft, um sich immer neue "Warum-und-wozu-Fragen" auszudenken und sich dadurch ein eigenes Bild von der Welt zu verschaffen. (Quelle: Dean Falk: „Warum Schimpansen nicht steppen können“, Insel Verlag, 1996, Seite 61ff, Zeitschrift "Der Spiegel", 35/2000, Seite 222). Man hat im Übrigen noch nie beobachtet, dass Affen Dinge, die sie zerstört hatten, wieder zu reparieren versuchten. Ihre geistigen Hauptleistungen zeigen sie vielmehr im sozialen Umgang ihres Gruppenlebens, denn in der Beherrschung sozialer Spielregeln bringen sie es zur wahren Meisterschaft: sie täuschen und intrigieren, besänftigen und kooperieren, taktieren und verbünden sich. In Punkto "sozialer Intelligenz" stehen sie uns also offenbar in nichts nach.

Große Berühmtheit als sprachbegabtes Wunderkind unter den Affen erlangte Washoe, eine junge Schimpansin, die das amerikanische Psychologenehepaar Dr. Allen und Beatrice Gardner von 1966 an mehrere Jahre lang bei sich in einem Wohnwagen aufzog. Da Schimpansen keinen hinreichend leistungsfähigen Kehlkopf ausbilden, um eine menschliche Sprache artikulieren zu können, brachten sie dem Tier in mühseligem Training verschiedene Gesten der amerikanischen Taubstummensprache bei. Washoe war schon binnen kurzem nicht nur fähig, Gegenständen oder Tätigkeiten erlernte Zeichen zuzuordnen, sondern sie kombinierte diese sogar in schöpferischer Weise neu. So reagierte sie zum Beispiel auf das vorgeführte Symbol für Kühlschrank - die Zeichen für „kalt“ und „Kasten“ - oft mit der Aufforderung: „öffnen – essen – trinken“. Oder sie kommentierte bestimmte für sie interessante Geschehnisse, etwa: „hören“ – „Hund“.

Ein anderes Forscherehepaar, Sue und Duane Savage-Rumbaugh, die in einem Institut für Primatenforschung in der US-Stadt Atlanta arbeiteten, führten solche und ähnliche Experimente noch erheblich weiter. Sie entwickelte in den siebziger Jahren eine computerunterstützte Zeichensprache: „Yerkese“, mir deren Hilfe es einer jungen Schimpansin namens Lana beibrachte, sich mit ihm (oder einem Computer) durch das Drücken von Symboltasten zu verständigen. Auch diese beiden Wissenschaftler fanden überzeugende Beweise dafür, dass Primaten erlernte Zeichen eigenständig handhaben können und stellten außerdem eine Tatsache fest, die ebenso gut für uns Menschen gilt: „Man lernt eine neue Sprache nur im frühen Alter leicht und mühelos".

woher hast du das?

0
@Zitronee

Das ist ein eigener Text aus meiner privaten Datenbank. Bediene dich ruhig, er steht noch nicht im Web.

0

woher hast du diesen text denn???

0
@Zitronee

bebu was machst du im meinem Accout? :D ist nicht schlimm :* :D

0

Was möchtest Du wissen?