Verhalten im beruflichen/vereinsmäßigen Umfeld bei privaten Angelegenheiten oder wieso spricht man nicht mehr miteinander?

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4 Antworten

Aus meinen Erfahrungen heraus muss ich leider auch sagen, dass es mittlerweile ziemlicher Standard geworden ist.

Zum Einen haben die Meisten ihren eigenen eingefahren Freundeskreis und Familie. Da passen weitere Bekanntschaften und Verpflichtungen nicht mehr rein. Und, dass man sagt, wir müssen mal etwas zusammen machen, ist mittlerweile eine reine Höflichkeitsfloskel geworden, um wie in Deinem Fall nicht direkt durchblicken zu lassen, dass man eigentlich gar keinen Bock auf einander hat.

Es gibt natürlich einige Menschen, die extrem gut im Networking sind und immer irgendwie einen Termin mit wirklich jedem hinbekommen. Aber der Großteil der Menschen ist doch schon mit Job und Familie überfordert. Da kann er sich nicht noch auf neue Freunde einlassen, wenn er schon für seine alten Freunde kaum noch Zeit hat.

Und die mangelnde Hilfsbereitschaft im Verein zeugt doch nur von mangelndem Pflichtbewusstsein. Jeder denkt nur noch an sich.
Traurig, aber wahr.

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Kommentar von Buddie
24.08.2016, 10:26

Hallo Hansenmann81. Deine Aussage deckt sich komplett mit meinen Beobachtungen und Erfahrungen. Ich finde es ein Stück weit schade, dass man sich nicht traut, offen und ehrlich zu sagen, wenn man keine Lust hat und zum Beispiel berufliches und privates voneinander trennt (ich mache das so). Vielleicht ist das der Trend der Zukunft. Danke für deine Antwort!

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Eine allumfassende Antwort auf diese Frage würde wahrscheinlich Stoff für eine Dissertation liefern. 

Mein erster Gedanke beim Lesen war die Schulzeit, genauer gesagt die Zeit vor und nach dem Abschluss. Auch da heißt es immer von allen, dass man unbedingt in Kontakt bleiben müsse, aber am Ende realisieren die meisten, dass man mit vielen nur befreundet war, weil man sie fünf mal pro Woche sehen musste. Da zwingt man sich halt in dieses Klassengefüge und vielleicht entsteht sogar so etwas wie ein Verbund aber ein echtes Zusammengehörigkeitsgefühl und alles darüber hinaus stellt sich doch bei den meisten eigentlich nicht ein, oder?

Ich weiß nicht ob ich in der Hinsicht unnormal asoziale Züge aufweise, aber für mich sind solche Zusammenkünfte, wie du sie beschreibst, immer etwas erzwungenes. Ich bin immer nett, ich werde helfen wo ich kann und zusammenarbeiten mit wem es gerade nötig ist. Aber Freundschaft oder Zusammengehörigkeitsgefühl kann man bei mir durch solche Veranstaltungen nicht erzwingen (und ich glaube es geht da vielen so).

Also ja, ich bin der Meinung, dass solches Desinteresse (zumindest in einem gewissen Rahmen) normal ist. Solange es nicht die Zusammenarbeit stört halte ich es auch für in Ordnung. 

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Kommentar von Buddie
24.08.2016, 10:24

Vielen Dank für deine Antwort und deine Sichtweise. Für mich ist die Zusammenstellung der Fortbildungsgruppe auch erzwungen, aber ich versuche trotzdem diese Menschen kennenzulernen. Wenn ich zu jemanden sage, dass wir was ausmachen, dann meine ich das auch so. Vielleicht ist es daher eher an mir, dass ich lerne, solche Aussagen als Phrase abzutun. Ich darf dann eben nicht mehr von mir auf andere schließen.

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Hallo! Ich sehe das ähnlich wie thebigboss.

Ich finde nicht dass das ein neues Phänomen ist. Das habe ich schon vor zwanzig Jahren so erlebt.

In einer Fortbildung (oder ähnlichen "Zwangsgemeinschaft") verbringt man Zeit miteinander aufgrund gemeinsamer Interessen (hier beruflich), tauscht sich auch privat aus und nimmt Anteil aneinander, auch wenn das teils auch nur aus Höflichkeit geschieht. Wenn man sagt dass man in Kontakt bleibt, ist das in dem Moment auch ernst gemeint!

Geht man wieder auseinander, setzt der Alltag ein mit seinen Herausforderungen. Inkl. den Leuten die man schon vor der Fortbildung kannte und mit denen man Kontakt hat (egal wie eng).

Man kann nur mit einer beschränkten Anzahl Menschen Beziehungen haben, auch wenn das bei jedem Menschen unterschiedlich ist. Beziehungen brauchen Zeit und Einsatz - und wer hier schon seinen "Bedarf gedeckt" hat, hat schlichtweg keine Kapazität für neue Beziehungen.

Kleiner Tipp für dich: Wenn du das Gefühl hast, dass du der einzige bist, der Treffen organisiert, sich kümmert: Dann lass es. Es scheint den anderen nicht wichtig genug zu sein sich auch drum zu kümmern. Wenn dann Nachfragen kommen, dann kannst du ja drauf hinweisen dass das ja auch mal andere übernehmen können. Wem es dann doch wichtig ist, der wird das auch machen. Ansonsten es einfach versanden lassen - das gilt meines Erachtens auch für Vereinstätigkeiten.

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Hallo Buddie,

leider ist es heute zumindest in Deutschland normal. Freunde aus der Kindheit, die Du im Erwachsenenalter noch hast, sind meistens die einzigen wahren Freunde. Die meisten späteren Kontakte sind oberflächlich. Auch wenn sie am Anfang ganz anders rüberkommen.

Schade.

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