Vergütung Testamentsvolltreckung?

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2 Antworten

Selbstverständlich steht dir für dieses aufwändige Amt gem. § 2221 BGB eine Vergütung zu, sofern nicht der Erblasser - zumal bei dir als Haupterben - "ein anderes bestimmt hat" :-)

Bewertungsgrundlage für die als "angemessen" zu ermittelnde Vergütung ist der Verkehrswert des Aktivnachlasses. Nachlassverbindlichkeiten werden nicht abgezogen, da gerade die Schuldensregulierung besonders umfangreich sein kann und häufig sogar zu den Hauptaufgaben des Testamentsvollstreckers gehört.

Bewertungsstichtag ist der Erbfall.

Nach der sog. "Neue Rheinische Tabelle" wären dies:

  • bis 250.000 € 4%
  • bis 500.000 € 3%
  • bis 2.500.000 € 2
  • bis 5.000.000 € 2%
  • ab 5.000.000 € 1,5%, mindestens aber der höchste Betrag der Vorstufe.

G imager761

onkelzet 21.11.2012, 14:23

Vielen Dank. Das war schon mal sehr hilfreich. Das Testament schweigt über meinen erhöhten Erbanteil. Es lässt sich nicht ergründen, ob diese 10%, die ich mehr vom Erbe abbekomme, meine TV-Vergütung sein sollen. Dieses Schweigen kann man vermutlich in alle Richtungen interpretieren.

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Darf ich mich für die TV vergüten lassen. ohne von §181 befreit zusein?

Ja. Die Vergütung wäre, am besten einvernehmlich mit der gesamten Erbengemeinschaft zu klären. §181 verhindert nur, das sie als Organ mit sich selbst Geschäfte machen. Stimmen alle Erben zu, gibt es da keine Probleme. Gibt es da keine Einigung, blieben ihnen nur die gerichtliche Klärung.

Zu klären wäre aber auch, ob der erhöhte Anteil vom Erblasser als Vergütung gedacht ist. Das kann nur im Zuge der Testamentsinterpretation erfolgen.

onkelzet 21.11.2012, 14:16

Vielen Dank für die Antwort. Das Testament schweigt hierzu. Den erhöhten Erbteil deute ich so, dass ich als einziger Miterbe vor Ort bin und mich auch zu Lebzeiten der Erblasser am meisten um alles kümmern musste.

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