Vergewaltigung ohne Beweise

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5 Antworten

Hallo Melli,

es tut mir sehr leid, was dir damals widerfahren ist. Zwar lese ich hier nur deine Version, aber ich vertraue deiner Aussage. Ich finde es daher absolut richtig und auch mutig von dir, die Sache zur Anzeige zu bringen (!) - auch wenn es schon lange her ist. So etwas darf nicht ungestraft bleiben! Zumal es für ihn einen Freifahrtschein für die Zukunft bedeuten würde.

Zwar kann es passieren, dass er vor Gericht die ganze Sache leugnet - dann steht leider es Aussage gegen Aussage. Aber er darf nicht merken, dass er mit dem damaligen Vorfall so einfach durchkommt! Vielleicht kann dir auch deine Hausärztin/Psychologin helfen, dir Tipps zu geben und ggf. ein entsprechendes Gutachten über deine seelischen Folgen und die daraus resultierenden Einschränkungen zu erstellen.

Natürlich kann es auch passieren, dass er aus Mangel an Beweisen freigesprochen wird. Das ist aber sehr unwahrscheinlich, wenn er den Vorfall eingesteht. Das ist jedenfalls meine Ansicht. Hast du denn mit ihm mal über den Vorfall gesprochen? Welche Umstände führten denn damals dazu? Das sind alles Dinge, welche du unbedingt noch mit Personen deines Vertrauens besprechen solltest, bevor du Strafanzeige stellst.

Ob die von dir benannten Berührungsängste als Beweismittel genügen, kann ich dir leider nicht sagen, aber es ist in jedem Fall sehr wichtig, dass du es erwähnst, da du nachweislich sehr unter diesen Ängsten gelitten hast. Hast du denn schon mit deinen Eltern oder Freunden darüber gesprochen? Leider kenne ich weder dein Alter noch dein soziales Umfeld, um dir einen genaueren Rat geben zu können. Du kannst mich aber gern nochmal anschreiben, wenn du willst.

Ich wünsche dir in jeden Fall viel Erfolg bei deinen Bemühungen!

Lg

HerzKasper67 12.11.2012, 20:45

Kann so eine Anzeige ohne Beweise nicht auch nach hinten losgehen und in eine Verleumdungsklage gegen das Vergewaltigungsopfer münden? Auch die Übernahme der Gerichtskosten könnte ihr blühen.

Ich habe zwar keine Ahnung wie, aber ich sehe als einzige Chance, ihn irgdendwie zu provozieren, so dass er - vor Zeugen - unbedachte Äusserungen macht.

Ich wünsche Dir, dass es gelingen möge!

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Ich bin zwar keine Polizisten oder sonst Juristin, aber ich kann mir denken, dass du ihn kurz nach dem Geschehen hättest anzeigen müssen, da zu diesem Zeitpunkt auch noch medizinische Test durchgeführt werden könnten, die du dann als Beweise einreichen könntest. Jetzt könntest du wahrscheinlich die Psychologin als Zeugin heranziehen, damit sie von deinem Zustand berichten kann, aber viel wird dir das wahrscheinlich nicht bringen, da dies eine Tat deines Freundes nicht beweist. Vielmehr könnte er dich sogar wegen übler Nachrede anzeigen.

Ich habe versucht, das ganze logisch zu betrachten, aber frag du doch sicherheitshalber einen Anwalt, dann bist du auf der sicheren Seite. Auf jeden Fall hoffe ich, dass du Erfolg mit deiner Anzeige hast. Viel Glück!

"...Was passiert, wenn ich ihn anzeige, er aber freigesprochen wird?"

Mit wem? Mit Dir, nehme ich an... Denn er wäre dann ja freigesprochen...

Deine Frage ist schwer zu beantworten. Zwei gute - sehr unterschiedliche - Antworten hast Du bereits bekommen.

Gegenfrage: Was erhoffst Du Dir von einer Anzeige?

Mein Rat: Googel mal "Frauen helfen Frauen" und suche eine Anlaufstelle bei Dir vor Ort oder in der Nähe. Bespreche dann Deine Situation mit Betroffenen und mit Menschen, die sich mit diesem "Thema" auskennen. Ich könnte mir vorstellen, dass Dich das weiter bringt und Dir mehr Unterstützung bietet, als eine Anzeige... Was nicht heißt, dass Du nicht auch den rechtlichen Weg verfolgen solltest - aber auch dabei können Dir Organisationen, die sich mit dem Thema auskennen, behilflich sein! Good luck!!!

Bei Vergewaltigung besteht eine Verjährungsfrist von 20 'Jahren.

Als Beweis eine psychologische Behandlung anzuführen ist de facto zu wenig. Schwerhörigkeit ist sehr selten eine Folge von Sexualdelikten. Erinnerungsverluste sind auch nicht unbedingt beweisführend.

Du kannst ihn selbverständlich anzeigen, obwohl natürlich bei Gedächtnisverlust keinerlei Beweisführung vorhanden ist. Berührungsängste können auch aus familiären Übergriffen oder sogar keinesfalls gewaltbegründeten Annäherungen resultieren.

Diesbezüglich sehe ich wenig Chancen, eine Beweisführung zu statuieren. Wenn du ihn anzeigst und er freigesprochen wird, hat er die Chance, dich auf Schadenseratz zu klagen, sprich, alle Kosten, Anwalt, Verdienstausfall etc. von dir einzufordern.

Ich sehe - unter uns gesagt - insbesondere ohne jeden Beweis nach so langer Zeit für dich wenig Chancen.

LG

Nein ... es tut mir sehr leid, aber diese Berührungsängste, wegen der du nicht in Behandlung gewesen bist, (und zu welcher du nicht einmal auf Nachfrage Angaben machen konntest) die sind kein Beweis. So verständlich das auch ist, du hast das Ereignis "verdrängt" um dich selbst zu schützen, das ist eine normale Reaktion. Aber ...deine Berührungsängste ... sie können kein Beweis sein und niemals einer werden.

  1. Warst du erst ein Jahr nach der Vergewaltigung - kurz wie du sagst - in psychologischer Behandlung.

  2. Ist der Grund für deine Behandlung deine Schwerhörigkeit gewesen.

  3. Und das ist das eigentlich Wichtige, du hast sofort oder gleich nach der Vergewaltigung keine Anzeige gemacht und du hast kein ärztliches Attest und ... so vermute ich stark ... keine Beweise, die gentechnisch verwert- und zuordenbar sind.

Und ... selbst wenn du all das Obengenannte hättest, dann müsstest du dir gut überlegen und ob du einem solchen Prozess "gewachsen" bist, ob du die nötige "innere" Festigkeit und wenn es sein muss die nötige Distanz aufbringst.

Solche Prozesse, die pflegen sehr hart für das Opfer zu sein ... und es gab schon so manche Klage, bei dem der Täter wegen der "Belastungsschäche" des Opfer freigesprochen worden ist ...

Mein Rat: denke bitte nicht über mögliche rechtliche Schritte nach .... ABER ... suche dir einen guten Therapeuten und lasse dir helfen.

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