Vergewaltigt, Anzeige? Was passiert?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hi,

hier auf dieser Seite findest du viele Menschen, die genau das durchgemacht haben oder gerade durchmachen, was du durchgemacht hast. Da findest du am ehesten Antworten:

http://www.gegenmissbrauch.de/forum/

Generell ist eine Klage für das Opfer eine verdammt schlimme Erfahrung. Denn es gilt im Zweifel für den Angeklagten......und dazu werden auch Glaubwürdigkeitsgutachten erstellt von Gutachtern, die nicht immer viel Erfahrung mit Traumata haben und bei undetailierten Erzählungen von mangelnder Glaubwürdigkeit ausgehen.

Generell gibt es dir Möglichkeit, in einem Nebenraum an der Verhandlung teilzunehmen und über Video befragt zu werden, statt mit dem Täter im selben Raum zu sein. Das muss aber beantragt und durchgeboxt werden. Ich rate dir dringend, dich an den weißen Ring zu wenden und an dafür spezialisierte Beratungsstellen. Ich sage aber gleich, dass auch die Inanspruchnahme von psychologischer Beratung gegen dich ausgelegt werden kann, dann heißt es, der Psychologe hätte dies eingeredet. Aber: Sie werden eh was finden, wenns nicht der Psychologe war, wars das Fernsehen oder die Eltern. Die spezialisierte Beratungsstelle ist die beste Hilfe, die du bekommen kannst. Sie kennen die Verfahrensabläufe und können dich vorbereiten. Nimm sie dennoch in Anspruch.

Ich empfehle auch das Buch von MarthaSchalleck "Keine Angst vorm Kinderschänder". Lass dich von der Einleitung nicht abschrecken, die ist Ironie pur, genau gegen sowas wendet sie sich dann im Buch.

Deine Eltern sollten dich möglichst jetzt nicht mehr befragte, damit keine Einflussnahme behauptet werden kann. Leg dir ein Buch zurecht und schreib nur dort alles rein, was dir einfällt. Sie dürfen es lesen, aber nicht fragen.

Beweise bei Missbrauch wären Zeugen. Auch Zeugen, die auf Missbrauch hindeutendes Verhalten bei dir beobachtet haben könnten oder Verletzungen (Ärzte). Ebenfalls kleine Details, die du nennen kannst wie Farbe der Tapete, Gerüche. Besonders stark wäre ein Beweis, wenn du Dinge wüsstest, die du sonst nicht hättest wissen können, wie zb Tatoos in Intimbereichnähe des Täters und ähnliches.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft.

Das wird ein harter Kampf mit ungewissem Ausgang. Es ist soviel Zeit vergangen und es gibt keine handfesten Beweise, außer deiner Glaubwürdigkeit. Zugeben wird er das Verbrechen wohl kaum und seine Verteidigung wird auf jeden Fall deine Glaubwürdigkeit in Frage stellen und dazu diverse Gutachten einfordern. Vielleicht wäre dir mit einem Psychologen zunächst besser geholfen, denn von einer Verurteilung geht nicht unbeding eine Heilung aus!

Zunächst einmal muss ich sagen, dass du sehr mutig bist, den Mann anzuzeigen. Es ist richtig und wichtig, dass er angezeigt wird, weil er dann als Täter aktenkundig wird.

Ein pädophiler Sexualstraftäter kann nicht nach Belieben damit "aufhören", Kinder zu missbrauchen, deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass auch andere Mädchen Opfer wurden, sind oder noch werden. Selbst, wenn es in deinem Fall nicht zur Verurteilung käme, weil es keine Beweise und vielleicht auch keine weiteren Zeugen gibt, wird er es mit diesem "Verdacht" in Zukunft viel schwerer haben, sich an Kindern zu vergehen. Jede weitere Anzeige wird dann umso glaubwürdiger.

Sei tapfer und halte die Verhandlung durch. Wenn du deinem Peiniger im Gericht nicht begegnen willst, kannst du deine Aussage vor dem Richter machen - dein Anwalt wird dich beraten.

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