Vergeht die Zeit subjektiv wirklich schneller, je älter man wird? Warum?

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9 Antworten

Ja genau, die Zeit scheint tatsächlich immer schneller zu vergehen, wenn das inzwischen sogar junge Leute wie du so erschreckend wahrnehmen.

Aber keine Sorge, diese "Zeit" und der Begriff davon sind nur ein subjektiver Faktor, der mit gelebtem Leben und/oder Inensität darin recht wenig zu tun hat. Ausserdem funktioniert das Weltall und die Welt nicht wie ein "Uhrwerk" wie Menschen der frühen Aufklärung gemeint haben.

Allgemein zutreffend ist es das man den subjektiven Eindruck von "Schneller werden" hat, das hat auch mit zunehmender Erfahrung zu tun! Denn man lernt die Abläufe, die Wiederholung der Jahreszeiten, den Rhythmus der Gezeiten und die Abfolge der Feste immer besser und beinahe auswendig kennen. Abgesehen davon könnten gewisse "Feste" wie Weihnachten für mich so wie so nur alle zwei oder drei Jahre stattfinden.

(aber dann rein spirituell und auf den Anlass reduziert)

Und natürlich besonders negativ wäre in dieser Geschichte der Zeit zu bemerken, das auch im praktisch Leben viel zu viele Dinge schneller und mit immer größerer Geschwindigkeit und angeblicher "Intensität" vorangetrieben werden, leider.

Ebenso wird der Raubbau an All-em und am Menschen selber dadurch extrem beschleunigt, dabei wäre das Andere wichtig: das Bremsen, verweilen und verharren.

Die Automobile werden immer schneller, die Flugzeuge fliegen höher und weiter, alles soll immer schneller gehen, die Trailer in den Filmen werden schneller und die Filmschnitte ebenso, auch die Profite werden immer größer und die Menschen werden dabei immer unglücklicher.

Ein (verstorbener) Autor (Virillio) hat das schon in den 1990er Jahren als den "rasenden Stillstand" bezeichnet.

Und das ist es, was diese Geschwindigkeit auch zu einer nennenswerten Erfahrung macht, das Leben geht so weiter wie bisher, man kennt es, aber alle "Rasen" immer schneller dabei und die Technik Freaks machens sich und ihre Freunde unglücklich, da sie angeblich nicht vom Fleck kommen und nur daher glauben, nicht "anzukommen".

Dabei wäre es gerade in unserem Leben ebenso wichtig, zur Ruhe zu gelangen, Einhalt zu finden, es einfach geschehen zu lassen und sich damit abzufinden, auch darin seine Wahrnehmung als etwas Wertvolles und Positives zu er-leben und sich darauf einzulassen, vielleicht führt das ja ebenso irgendwie hin, was auch "Gut"- (GOTT?) sein könnte oder zum "SEIN" überhaupt erst?

Wichtiger ist es bei sich zu sein und dort versuchen anzukommen, zu suchen und das zu finden was in uns ist und darauf wartet, in Ruhe entdeckt zu werden, ..!?

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Die Vergangenheit ist mit zunehmendem Alter länger als die Zukunft- und viel Neues gibts eigentlich nicht mehr zu erfahren-ein gewisses Gleichmaß hat sich eingestellt, der Alltag ähnelt sich im Ablauf...und das subjektive Empfinden für Zeit ändert sich. Aber das alles hat auch viel mit Aktivitäten zu tun: sitze ich nur rum und bin träge, steht die Zeit still, bin ich interessiert und aktiv und am Erleben beteiligt, rast die Zeit mit mir im "Sauseschritt". Und es kann sogar etwas Panik entstehen, wenn im Alter die Zeit für viele Pläne wohl nicht mehr reichen wird. Aber keine Sorge: die Zeit steht nie still, und ists nicht spannend, wie der Einzelne das Zeitvergehen erlebt? Es hat auch wirklich etwas mit der Persönlichkeit zu tun und mit Lebensumständen, unabhängig vom Alter. Freude am Sausen durchs Leben wünsche ich dir...

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Stimmt. Als Kind ist ein Jahr fast eine Ewigkeit. Ich kann mich selbst noch entsinnen wie lange es dauerte, bis Weihnachten war oder ich Geburtstag hatte. Mittlerweile befinde ich mich im "Time-Tunnel", die Zeit vergeht immer schneller. Ältere Menschen empfinden das noch viel intensiver, wahrscheinlich weil dann daß Leben immer gleichförmiger wird, es wird auch nichts mehr erwartet.

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Hallo! Subjektiv ist es so! Das Jahr ist schon fast wieder um, obwohl es doch gerade erst (nach meinem Empfinden) angefangen hat. Und je länger ich auf diesem Planeten weile, desto schneller läuft (scheinbar) die Zeit! Meine Vermutung (ist wirklich nur eine Vermutung!) ist die: Unser Gehirn kann nur eine begrenzte Menge an Informationen speichern. Je jünger jemand ist, um so mehr freier "Speicherplatz" ist noch vorhanden, wird aber nach und nach gefüllt. Wenn der "Speicher" eines Tages "voll" ist, sortiert das Gehirn selbsttätig aus: Alte, nicht mehr benötigte Informationen, Neue, unwichtige Informationen usw. Ich stelle mir das so vor wie bei einem Film, aus dem unwichtige Scenen einfach `rausgeschnitten werden. Er läuft dann nicht mehr 90 Minuten, sondern nur noch 45, dafür darfst Du dann den nächsten auf 45 Minuten gekürzten Film auch noch sehen! Und erlebst (subjektiv) 180 Minuten in tatsächlich nur 90 Minuten. Vielleicht liege ich damit aber auch völlig daneben! Gruß Walter

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Kommentar von Sajonara
09.10.2010, 12:02

Dekadente, aber alte Idee, wie sagte Adorno dazu:

"In der gegenwärtigen Epoche sind die Menschen in die Technik eingegangen und als hätten sie ihren besseren Teil an sie vererbt, Hüllen gleich hinter ihr zurückgeblieben, .."

der Mensch ist kein Computer mit Festplatte, ..!
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Ja, auf jeden Fall. Jeder der älter ist als ich bestätigt mir das und mir selbst geht es ebenfalls so. So richtig gemerkt habe ich das erst ab ca 20. Wenn ich mir vorstelle dass das noch schneller wird, je älter ich werde, ist das fast schon unheimlich.

Als ich noch ca 10 Jahre alt war, war jeder der älter als 12 war schon einer der 'Großen' und ein Jahr hat ewig und 3 Tage gedauert.

Heute bin ich 24 und ein Jahr dauert jetzt einen gefühlten Fingerschnips.

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JA ! Sie vergeht subjektiv immer schneller je älter man wird. Und zwar merke ich das mit 54 deutlich.

Es hat mal jemand gesagt, daß die subjektiv empfundene Länge des Lebens bis 18 länger dauert als der Rest des Lebens....

ABER: Das liegt vor allem an der Routine des späteren Lebens - es wiederholt sich viel und wird sich nicht mehr so gemerkt usw....

Wenn ein älterer Mensch eine spannende Reise unternimmt, dann vergeht die subjektive Zeit wieder langsamer.

Leider ist es insgesamt so.

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Eine sehr gute Frage!

Würde dem definitiv zustimmen!

Mit zunehmenden Alter erscheinen die Jahre immer kürzer.

Macht sich zumindest auch bei mir langsam bemerkbar.

Warum das so ist, kann ich aber auch nicht genau sagen...

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Manchmal sehe ich, dass Bankangestellte schon Kleiner ein wenig über das Wirtschaftssystem erzählen, und indirekt versuchen, die Kinder ein bisschen für sich zu gewinnen, in der Hoffnung dass sie Kleinen dann später Kunde bei ihnen werden. Früher dachte ich mir: Meine Güte, das sind doch noch paar Jahre, bis die Kinder über Geschäftsfähig sind."

Jetzt denke ich, diese paar Jahre vergehen um einiges schneller, als man damit je rechnen würde.

Insofern ist es absolut sinnvoll.

Auch denke ich jetzt über eine 3 Jahre andauernde Ausbildung folglisch ganz anders als früher ;-)

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Ja, manchmal denke ich es lohnt sich nicht aufzustehen, da ich eh gleich wieder schlafen gehe.

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warum das so ist, weiß ich nicht, aber ich bin jetzt Ü50 und die Zeit vergeht schneller als ich sie leben kann.

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Kommentar von Sajonara
09.10.2010, 12:04

wie wäre es etwas zur Ruhe zu kommen und darin "ein Leben" zu sehen und ein Erleben in Kontemplation?

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