Verfahrentechnik und Chemieingenieurwesen?

... komplette Frage anzeigen

3 Antworten

"Verfahrenstechnik bezeichnet alle technischen Prozesse, in denen aus einem Roh- oder Ausgangsmaterial ein Produkt durch die Nutzung chemisch-physikalischer oder biologischer Vorgänge geschaffen wird. Sie steht damit zwischen Rohstoff und fertigem Produkt."
"Das Chemieingenieurwesen befasst sich mit der Umsetzung von Materialien oder Chemikalien im technischen Maßstab. Hierbei bedient sich der Chemieingenieur naturwissenschaftlicher und mathematischer Erkenntnisse, um zu einem funktionierenden, aber auch wirtschaftlichen, sicheren und umweltfreundlichen Verfahren zu gelangen."
- Wikipedia -

Beide Bereiche sind sich also, wie du wohl schon bemerkt hast, recht ähnlich. Mit Thermodynamik, Mess- und Reglungstechnik sowie mathematischen und Physikalischen Grundlagen muss man sich in beiden Bereichen beschäftigen.
Dabei befasst sich die Verfahrenstechnik mit einem breiteren Sprektrum an Aufgaben, ein paar Bereiche wären die chemische VT (die sich komplett mit dem Chemieingenieurswesen überschneidet), die thermische VT (Wärmeübertragung, Destillation, Rektifikation,...), die mechanische VT (Zerkleinern, Filtern, Rühren,...), die Energie VT (Brennstoffe, Verbrennungstechnik,...) und die Lebensmittel VT.
Wärend man sich im Chemieingenieurswesen auf chemische Prozesse/Reaktionen konzentriert, dabei befasst man sich z.B. mit der Bilanzierung der Stoff- und Energiestöme und die Optimierung der Reaktionskinetik.

Die letzte Frage ist hoffentlich nicht wirklich ernst gemeint. Um Chemieingenieur zu werden studiert man natürlich Chemieingenieurwesen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Zuerst musst Du zwischen Verfahrenstechnik per se und chemischer Verfahrenstechnik unterscheiden - durch die Bologna-"Reform" sind die Unterschiede sehr viel dezidierter geworden.

Chemischer Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen haben eine sehr starke Überschneidung, deshalb werden auch oft beide Studiengänge im grundständigen Studium  von den Hochschulen angeboten. 

Der Übergang ist fließend und stark abhängig vom Anbieter udn dem gewählten Studienschwerpunkt. Chem. Verfahrenstechnik ist insgesamt wesentlich präsenter im Anlagenbau, Anlagenbetreibung, also auch etwas stärker auf der mechanischen Seite präsent (Werkstoffkunde, Meß- und Regelungstechnik,Thermodynamik....), während der Chemieingenieur wesentlich stärker in Richtung Chemie driftet (Organische/ Anorganische Chemie/Synthesen, Laborchemie, Biochemie...)

Am besten würdest Du Dich auf der Seite der Arbeitsagentur mal umsehen. Einfach Chemieingenieur oder Verfahrenstechnik ins Suchfenster eingeben und Dich weiterklicken. 

 https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/faces/index?path=null

Es geht von dieser Seite auch weiter zu KursNet- hier gibt es Auflistungen der Hochschulen die das jeweilige Programm anbieten und Links zu den Hochschulen direkt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das gehört zusammen. Als Beispiel ein großes Pharmaunternehmen.

Der Chemieingenieur arbeitet in der F+E Abteilung großer Firmen. Er arbeitet im Team wenn es darum geht Forschungsergebnisse aus dem Forschungslabor in die technische Produktion umzusetzen. Hier sind natürlich anderes Aspekte wichtig als die beim Forschungschemiker eine Rolle spielen. Manchmal müssen auch ganz andere Reaktionswege gesucht werden, um zum Ziel zu kommen.

Im ersten Schritt, den man scale up nennt, wird die Produktionsmenge erhöht, was Schritten vom Faktor 100 gemacht wird. Damit wird aber gleichzeitig den Medizinern im Screening ausreichend Material zur Prüfung gestellt. Ist dann das Herstellungsverfahren unter Dach, dann geht es an die Herstellung der GMP Dokumentation, die dem Staat zur Prüfung vorgelegt werden muss.

Der Ingenieur kümmert sich um das Handling großer Mengen und Energien, um den Kreislauf der Lösemittel und vor allem um Sicherheitsfragen. Selbst der blödsinnigste menschliche Fehler ist zu beachten.

Die Arbeit als Chemieingenieur ist also spannend, aber man muss teamfähig sein. Einzelkämpfer sind unerwünscht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?