Vereinsrecht Interessenskonflikt als Angestellte

3 Antworten

Ja allerdings! Im gemeinnützigen e.V. ist der Vorstand das geschäftsführende Organ und damit gleichzeitig direkter Vorgesetzter der hauptamtlichen Mitarbeiter. Insofern können hauptamtliche Mitarbeiter/-innen nicht gleichzeitig in disem Organ mitwirken, denn dann wären Sie ja quasi ihre eigenen Vorgesetzten und könnten beispielsweise über Ihr Gehalt oder ihre Arbeitszeit e.t.c. bestimmen.

ist der Vorstand das geschäftsführende Organ und damit gleichzeitig direkter Vorgesetzter der hauptamtlichen Mitarbeiter

Richtig, der Vorstand ist Vorgesetzter - nicht aber das einzelne Vorstandsmitglied.

denn dann wären Sie ja quasi ihre eigenen Vorgesetzten und könnten beispielsweise über Ihr Gehalt oder ihre Arbeitszeit e.t.c. bestimmen.

Irrtum. Dazu aus dem BGB:

§ 34 Ausschluss vom Stimmrecht
Ein Mitglied ist nicht stimmberechtigt, wenn die Beschlussfassung die Vornahme eines Rechtsgeschäfts mit ihm oder die Einleitung oder Erledigung eines Rechtsstreits zwischen ihm und dem Verein betrifft.

Das gilt aufgrund von § 28 BGB auch für ein Mitglied des Vorstandes:

§ 28 Beschlussfassung des Vorstands
Bei einem Vorstand, der aus mehreren Personen besteht, erfolgt die Beschlussfassung nach den für die Beschlüsse der Mitglieder des Vereins geltenden Vorschriften der §§ 32 und 34.

Ein Vorstandsmitglied darf sich also nicht an Beschlüssen beteiligen (er muss sich der Stimme enthalten), bei denen es um seine Arbeitszeit oder sein Gehalt geht.

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Vorweg eine Formalität:

Nun hat man mir die Stelle als 2. Vorsitzende angeboten.

Kann "man" (wer ist das?) dich denn so einfach auf diese Stelle setzen? Was sagt die Satzung zur Bestellung der Vorstandsmitglieder?

Zur eigentlichen Frage:

Sofern die Satzung nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt, kann jedermann (außer geschäftsunfähige Personen) zum Vorstandsmitglied bestellt werden. Das gilt auch für Angestellte des Vereines.
Kommt es zu Interessenskonflikten, dann darf der Betroffene sich nicht an den entsprechenden Beschlussfassungen des Vorstandes beteiligen, d.h. er darf nicht mit abstimmen (siehe § 34 BGB in Verbindung mit § 28 BGB). Er darf aber an der Versammlung, die einen solchen Beschluss fassen soll, teilnehmen und dort auch das Wort ergreifen.

kann icxh mir nicht vorstellen.

du mußt auf beiden stellen korrekt arbeiten

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