Vereinskasse

2 Antworten

Das sind "Eigenbelege". Die sind durchaus zulässig, wenn du (aus welchen Gründen auch immer) keinen "echten" Beleg beifügen kannst. (Ich war zum Beispiel mal auf Dienstreise in Südkorea und habe einem Taxifahrer nicht klar machen können, dass ich einen Beleg brauche :)

Dass das in "deiner" Kasse etwas übertrieben worden zu sein scheint, ist ein anderes Ding.

Aber, wenn du sie als "Eigenbelege" führst, stimmt zumindest (hoffentlich) das Resultat.

Achte halt in Zukunft darauf, dass die Begründung stimmt, warum kein Beleg verfügbar ist.

Hallo Jana,

nein, in einem Verein geht das auch nicht. Die Buchhaltung eines Vereines unterscheidet sich nicht von allen anderen Buchhaltungen. Sie muss so beschaffen sein, dass sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Frist einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann. Die Geschäftsvorfälle müssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen. Aufzeichnungen sind so vorzunehmen, dass der Zweck, den sie für die Besteuerung erfüllen sollen, erreicht wird. Die Buchungen und sonstigen Aufzeichnungen sind vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet vorzunehmen. Das gilt für den Verein einschließlich aller Abteilungen. Man spricht vom Vollständigkeitsgebot. Die Buchungen sind zeitnah durchzuführen. Für jede Buchung muss ein Beleg vorliegen, bei Bedarf muss ein Ersatzbeleg erstellt werde.

Und da setzt mein Tipp ein: Ich würde Ersatzbelege (Eigenbelege) erstellen, in der Hoffnung, dass kein Finanzbeamter darüber stolpert. Eine andere Möglichkeit besteht sowieso nicht.

Außerdem würde ich allen Mitgliedern, die im Namen des Vereins Ausgaben tätigen sagen, dass nur dann Geld aus der Vereinskasse gegeben wird, wenn ein ordentlicher Beleg vorliegt.

Die Aufzählung der Rechnungs-Pflichtangaben findet sich im Paragraf 14 des Umsatzsteuergesetzes . Damit der Fiskus ein Geschäftsdokument als Rechnung anerkennt, sind folgende Bestandteile erforderlich:

Name und Anschrift des leistenden Unternehmens,

Name und Anschrift des Leistungsempfängers,

Termin der Lieferung oder Leistung,

Menge und Bezeichnung der gelieferten Produkte bzw. Art und Umfang der Dienstleistung,

die ggf. nach Steuersätzen aufgeschlüsselten Netto-Beträge und

die jeweils darauf entfallenden Steuer-Beträge,

das Ausstellungsdatum (= Rechnungsdatum),eine fortlaufende,

einmalig vergebene Rechnungsnummer sowie die

Steuernummer oder die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Ausstellers.

Eine Buchung oder eine Aufzeichnung darf nicht so verändert werden, dass der ursprüngliche Inhalt nicht mehr feststellbar ist. Auch solche Veränderungen dürfen nicht vorgenommen werden, deren Beschaffenheit es ungewiss lässt, ob sie ursprünglich oder erst später gemacht worden sind.

Mit freundlichen Grüßen

Theo Stadtmüller

siehe auch: www.beratung-stadtmueller.de

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