Verein gründen - Müssen Gründungsmitglieder neben ihrer Unterschrift einen Aufnahmeantrag ausfüllen?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das Gesetz kennt nur Mitglieder... Gesetzlich macht es also keinen Unterschied ob die Mitglieder laut Satzung außerordentlich oder ordentlich sind.

Die Frage ist letztlich, für was ist das wichtig?

Drei Personen stecken Geld in den Verein - wir möchten zudem Vostand bleiben und im Falle einer Auflösung je ein Drittel des Vermögens vom Verein ausbezahlt bekommen.

Ordentliche Mitglieder haben ein Stimmrecht in der Vollversammlung und könnten den Vorstand abwählen.

Außerdem heißt es in unserer Satzung

,,§ 11 Auflösung des Vereins und Vermögensbindung

...

(2) Bei Auflösung oder Aufhebung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen des Vereins an alle ordentlichen Mitglieder."

Dementsprechend sollte schon zu Beginn geklärt sein, wer ein außerordentliches und wer ein ordentliches Mitglied ist.

0
@Lochbauchfrager

Zudem könnten wir uns vorstellen, den Verein in ferner Zukumft in eine Firma "umzuwandeln" - und in jenem Fall muss eben klar sein, wer Anspruch auf das Vermögen hat bzw. wem diese Firma gehört.

0
@Lochbauchfrager

Ich finde eure Formulierung, dass im Falle der Auflösung des Vereins das Vereinsvermögen nur an alle ordentlichen Mitglieder fällt, problematisch.

Angenommen, den Verein gibt es fünf Jahre lang und er hat dann weiter eben 7 ordentliche Mitglieder und 93 passive.

Das Vereinsvermögen beträgt auf einmal, übertrieben, 1 Million Euro und die Auflösung wird von den ordentlichen Mitgliedern mutwillig herbeigeführt, weil sie einfach an das Vermögen ran wollen.

Es ist nach §45 BGB möglich, dass im Falle einer Liquidation des Vereinsvermögen an seine Mitglieder fällt. Aber in einen Verein, der wie der eurige konstruiert ist, würde ich aus o.a. Gründen dann gar nicht erst eintreten.

0
@Lochbauchfrager

Der Verein ist für Euch die falsche Rechtsform bei dem was ihr vorhabt, und mit Absatz 2 wird es auch keine Anerkennung für gemeinnützige Zwecke geben.

Geld in den Verein zu stecken ist die falsche Sache. Wenn dann geben diese drei Personen dem Verein ein Darlehen, welches dieser zurückzahlen muss, denn Vereinsvermögen gehört grundsätzlich dem Verein und bei Auflösung geht es gleichmäßig an alle Mitglieder.

Wenn der Verein gemeinnützig sein will, dann muss die Gemeinnützigkeit auch für den Auflösungsfall bestehen.

Klar könnt ihr eine Satzung aufstellen, nach der "nur" Gründungsmitglieder Stimmrechte haben und alle anderen kein Stimmrecht, aber das ist eher eine KG als ein Verein.

0
@Meandor

"mit Absatz 2 wird es auch keine Anerkennung für gemeinnützige Zwecke geben."

Das soll es auch gar nicht.

Ich denke, ich sollte an dieser Stelle ein wenig erzählen, was wir vorhaben. Wir sind drei junge Personen und drehen hobbymäßig Filme. Nun möchten wir uns eine Ausrüstung anschaffen, eine Website erstellen, sowie Filme bei YouTube hochladen und kommerziell nutzen - wozu wir die erforderlichen Musikrechte benötigen.

All das möchten wir, mehr oder weniger der Einfachheit halber, gerne über den Verein laufen lassen. Im Falle einer Auflösung stünde jedem ein Drittel zu.

"Aber in einen Verein, der wie der eurige konstruiert ist, würde ich aus o.a. Gründen dann gar nicht erst eintreten."

"Das Gesetz kennt nur Mitglieder..."

Dementsprechend wäre es am einfachsten, wenn nur wir drei Mitglieder währen. Von den 7 Gründungsmitgliedern können 3 wieder austreten. Unter 4 darf die Mitgliederzahl blöderweise nicht sinken. Oder gibt es da eventuell doch eine Möglichkeit?

"Der Verein ist für Euch die falsche Rechtsform bei dem was ihr vorhabt"

Eine GmbH oder GbR zu gründen, ist jedoch an der Stelle etwas zu kompliziert. Ein Beispiel währe die Bilanzierungspflicht...

Am besten wäre also, wir könnten zu siebt einen Verein gründen, eine Satzung aufstellen, nach der das Vereinsvermögen nur an Gründungsmitglieder fällt, die 4 restlichen Mitglieder treten wieder aus und wir könnten zu dritt einen Verein darstellen.

Wäre dies möglich?

0
@Lochbauchfrager

Wenn drei Menschen gemeinsam etwas unternehmen sind sie eine GbR, die gründet sich von selbst. Eine Bilanzierungspflicht gibt es dort auch nicht. Und wenn die Sache auseinander geht, dann gehört jedem ein Drittel des Unternehmens.

In eine GbR kann man auch jederzeit weitere Mitglieder aufnehmen, und über den Aufnahmevertrag Sonderregeln festlegen. Unter Umständen gründet sich da ganz von selbst eine KG. Das kann auch passieren.

1
@Lochbauchfrager

Wenn drei Menschen gemeinsam etwas unternehmen sind sie eine GbR, die gründet sich von selbst. Eine Bilanzierungspflicht gibt es dort auch nicht. Und wenn die Sache auseinander geht, dann gehört jedem ein Drittel des Unternehmens.

In eine GbR kann man auch jederzeit weitere Mitglieder aufnehmen, und über den Aufnahmevertrag Sonderregeln festlegen. Unter Umständen gründet sich da ganz von selbst eine KG. Das kann auch passieren.

1
@Meandor

"Wenn drei Menschen gemeinsam etwas unternehmen sind sie eine GbR, die gründet sich von selbst."

Habe ein wenig gegoogelt, aber überall steht etwas anderes. Ist eine GbR nun eine juristische Person und kann eine GbR Geschäfte tätigen (in unserem Fall beispielsweise einen Kauf tätigen, Domain registrieren, etc.)?

0
@Lochbauchfrager

Nein, eine GbR ist keine juristische Person, sondern eine Persongesellschaft. Bis circa 2000 ging man bei der GbR höchstens von einer Teilrechtsfähigkeit aus, inzwischen hat der BGH der GbR die volle Rechtsfähigkeit zuerkannt, das heißt die GbR kann unter ihrem Namen Geschäfte aller Art tätigen, klagen und auch verklagt werden.

1

Zunächst müssen sich mindesten 7 Menschen zusammenfinden, die gemeinsam einen Verein gründen wollen. Die Teilnehmer der Gründungsversammlung sind die Gründungsmitglieder. die wählen aus ihren Reihen den Vorstand und beschliessen eine Satzung. Darüber wird Protokoll geführt und die Liste der Gründungsmitglieder mit Anschrift durch eine Notar beglaubigt bei dem zuständigen Gericht eingereicht.

Alles nachzulesen im BGB §§ 21 - 79

Alle weiteren Interessenten müssen dann die Formalitäten mit dem Aufnahmeantrag machen

Es müssen (meiner Meinung nach) nur Gründungsmitglieder vorhanden sein, die gemeinsam mit ihrer Unterschrift diesen Verein gründen. Nach der (vollzogenen / vollendeten) Gründung des Vereins sollten diese dann zwangsläufig auch gleichzeitig Mitglieder sein, denn ansonsten wäre die ganze Gründungsprozedur ja unlogisch, oder?

Vielen Dank für deine Antwort. - Ich denke, ich denke da etwas zu kompliziert...

Nur damit es dem Amtsgericht eben klar ist, wer den Verein da gründet.

Uns geht es jedoch hauptsächlich darum, dass von den Gründungsmitgliedern einige ordentliche, und einige außerordentliche Mitglieder sein sollen - und das wäre eben mit einem Aufnahmeantrag am einfachsten. Ist das überhaupt möglich, oder sind alle Gründungsmitglieder automatisch ordentliche Mitglieder?

0

Vereinsrecht - Kann ich die Geldbewegungen eines Vereins einsehen?

Guten Tag! Ich bin in einem Gemeinnützigen Verein Gründungsmitglied geworden, allerdings nie aktiv gewesen. Ich habe nun den Verdacht, dass die Person, die den Verein gegründet hat die Gelder nicht wie versprochen wohltätigen Zwecken zuführt, sondern in die eigenen Taschen wandern lässt. Habe ich ein Recht die Geldbewegungen des Vereins einzusehen? Wie mache ich das?

...zur Frage

Vereinsgründung: Müssen alle 7 Gründungsmitglieder anwesend sein oder geht bei Erkrankung auch Vertretung durch Vollmacht?

Wir haben kürzlich einen Verein gegründet mit dem Ziel der Eintragung ins Vereinsregister. Eins der 7 Gründungsmitglieder war zum Termin der Gründungsversammlung erkrankt und hat daher einem anderen Gründungsmitglied eine Vollmacht mitgegeben. Die meisten Gründungsmitglieder sind von weither aus Deutschland zur Gründungsversammlung angereist. Alle 7 haben den Satzungsentwurf vorab gesehen, auch das verhinderte Mitglied hat der Satzung und der Wahl des Vorstandes zugestimmt.

Nun meint die Notarin, so was ginge nicht, alle Gründungsmitglieder müssen bei der Versammlung anwesend sein? Stimmt das? Wie gesagt, die Mitglieder sind über die ganze Republik verstreut, eine Wiederholung der Gründungsversammlung wäre recht aufwändig.

...zur Frage

Welche Konsequenz trit ein, wenn ein Verein keinen stellvertretenden Vorsitzenden findet?

Wer kennt sich mit Vereinsrecht aus? Wir wählen in unserem Verein am Dienstag einen neuen Vorstand. Der bisherige Vorsitzende gibt sein Amt aus gesundheitlichen Gründen ab. Seine Stellvertreterin ist vor Monaten schon zurück getreten. Jemand für das Amt des Vorsitzenden ist gefunden, die bisherige Kassenwärtin macht auch weiter. Bis jetzt hat sich aber noch kein Stellvertreter gefunden. Nun überlege ich langsam, was passiert, wenn wir bei der Wahl nur den Vorsitzenden und die Kassenwärtin als Kandidaten haben. Das Vereinsrecht schreibt einen Vorsitzenden und einen Stellvertreter vor, unsere Vereinssatzung ebenfalls. Wir müssen ja die Änderungen nach der Wahl dem Amtsgericht melden, bei dem unser Verein eingetragen ist. Ich fürchte nur, ohne gewählten Stellvertreter schicken die uns gleich wieder weg. Sind wir dann als Verein überhaupt noch arbeitsfähig? Oder wäre die Auflösung des Vereins die zwingende Konsequenz? Oder können wir die Wahl unterbrechen, bis wir einen Stellvertreter gefunden haben und die Wahl dann fortsetzen? In diesem Fall könnten wir doch mit der notariellen Info an das Amtsgericht warten, bis die Wahl abgeschlossen ist. Oder?

Wer kann dazu was sagen, wie in einem solchen Fall verfahren wird?

...zur Frage

Müssen bei einer Vereinsgründung alle Gründungsmitglieder anwesend sein?

Wenn bei einer Vereinsgründung alle Mitglieder auf ganz Deutschland verteilt werden fällt es schwer sie alle "anreisen" zu lassen, besonders wenn der Gründungstermin kurzfristig ist. Dann müssten sich alle sieben Gründungsmitglieder mehrere Urlaubstage (oder aller minestens einen) und eine lange Fahrt auf sich nehmen. Gibt es eine Möglichkeit den Verein zu gründen ohne dass alle Gründungsmitgleider anwesend sind? z.B. mittels Unterschriften und Ausweiskopien etc.?

...zur Frage

Darf ich als Erziehungsberechtigter mein Kind in einer Mitgliederversammlung vertreten (ohne Stimmrecht)?

Mein 5-jähriger Sohn ist akives Mitglied in einem Sportverein, wir Eltern sind KEINE Mitglieder. Jetzt kam ein Einladung zur Mitgliederversammlung. Auf Nachfrage wurde mir mitgeteilt, dass ich nicht an seiner Stelle an der Versammlung teilnehmen darf.

Auf meinen Hinweis, dass ich ja schlecht das Kind hinschicken kann und meinen Sohn rechtlich vertrete wurde soweit eingelenkt, dass ich jetzt teilnehmen darf. Allerdings muss ich den Raum verlassen, sobald Zahlen bekannt gegeben werden.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Handhabung rechtens ist. Die Satzung gibt hierzu nichts her. Ich zahle den Mitgliedsbeitrag für mein Kind, da müssten wir doch ein Recht haben zu erfahren, was mit dem Geld gemacht wird. Ich weiß, dass aus rechtlicher Sicht mein Kind der "Schuldner" für den Mitgliedsbeitrag ist, aber er ist ja geschäftsunfähig, somit müssten doch die Eltern das Recht auf Information haben.

Ich suche nun seit zwei Tagen wie wild im Internet, finde aber nichts, meist geht es nur um Übertragung des Stimmrechts auf die Erziehungsberechtigen. Da im Verein aber eh erst ab 16 abgestimmt werden darf, hat das hier also keine Bewandnis.

Kann mir jemand hier mit fundiertem Wissen weiter helfen? Bitte keine Mutmaßungen, ich brauche handfeste Rechtshintergründe. Vielen Dank :-)

...zur Frage

Haben Eltern in einem Förderverein ein doppeltes Stimmrecht?

Wenn in einer Satzung eines Fördervereins steht, dass vornehmlich Eltern und Lehrer eine Mitgliedschaft erwerben können, haben die Eltern dann ein doppeltes Stimmrecht, wenn sie den Mitgliedsbeitrag jeweils einzeln einzahlen? Oder gilt je Elternpaar ein Stimmrecht?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?