Verdienst nach Forstwirtschaftsstudium?

2 Antworten

Hallo,

im Bereich Revierleitung wirst du mit mindestens einem Bachelorstudium von den Forstverwaltungen als Beamter zwischen A9 und A 10 eingestellt.

Hier sind die Besoldungstabellen der einzelnen Bundesländer verlinkt:

https://www.dbb.de/beamtinnen-beamte/besoldungstabellen.html

Wenn nicht verbeamtet wird (passiert nicht in allen Forstverwaltungen) dann sind es die Entgeltgruppen E 9 bzw 10.

Beförderungsmöglichkeiten sind je nach Forstverwaltung unterschiedlich, in Bayern zB im Revierdienst nach Einstellung in A 10 regulär bis A 11, mit zusätzlichrn Sonderaufgaben bis A 12, in Sondertätigkeiten bis A13. Die Möglichkeit des Aufstiegs in die QE 4 gibt es für Einzelne auch, dann dürfte spätestens bei A 15 Schluss sein.

Mit Masterstudium kann der Einstieg in der QE 4 bei A 13 erfolgen.

Kommunale Forstverwaltungen (bei Städten/Gemeinden mit sehr großem Waldbesitz) sind vergleichbar, bei privaten Forstverwaltungen, Forstbetriebsgemeinschaften etc, sind die Konditionen eher etwas schlechter.


Luka119 
Beitragsersteller
 21.06.2024, 17:08

Danke für die ausführliche Antwort. Also die Entgeldgruppen finde ich irgendwie etwas erschrecken… Wenn ich mir überlege das ich nach dem Forstwirtschaftsstudium weniger verdiene als jetzt als Forstwirt und sich das Gehalt im Laufe meines Lebens nur minimal steigert. Wenn ichs richtig gelesen habe beginnt die Gruppe bei ~3.250€!

Da muss ich ehrlicherweise überlegen ob das überhaupt finanzierbar ist jetzt zu studieren.

wie würdest du denn den Arbeitsmarkt einschätzen für die nächsten Jahre?

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Pomophilus  21.06.2024, 17:30
@Luka119

Im Moment sind die Einstellungsvoraussetzungen so gut wie nie! Wir, die Babyboomer, gehen jetzt alle nach und nach in Pension. Durch "vorausschauende" Personalpolitik hat man in den vergangenen Jahren in praktisch allen Forstverwaltungen drastisch Stellen eingespart, bevor man nun erkannt hat, dass die Bedeutung aber auch die Gefährdung des Waldes sich durch den Klimawandel enorm erhöht haben, und dass man deswegen mehr statt weniger Personal benötigt. Wie lange das anhält, weiß ich nicht. Man scheint ja gerade wieder auf dem Weg zu sein, möglichst alles kaputt sparen zu wollen, und erfahrungsgemäß beginnt man dabei mit dem Personal im Öffentlichen Dienst. Um am besten spart es sich immer rechts vom Komma, bei den kleinsten Verwaltungen wie dem Forst!

Bei der Besoldung als Beamter musst du allerdings berücksichtigen, dass du geringere Krankenversicherungskosten und keine Abzüge zur Rentenversicherung hast. Das gleicht den Brutto- Unterschied zum Angestellten (in der Eingangsstufe ca 200 €) mehr als aus.

Eine Zulage als Technischer Dienst kommt, zumindest in Bayern, noch drauf.

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Luka119 
Beitragsersteller
 21.06.2024, 18:35
@Pomophilus

Alles klar, danke für die ausführlichen Antworten! Ich erhoffe mir eine Stelle in Richtung Revierleitung aber die sind zumindest wenn man nicht umziehen will ein Glücksgriff. Was für Berufsaussichten habe ich den sonst noch mit einem Forstwirtschaftsstudium? Und Sie haben den Master erwähnt, welche ja eher „unüblich“ für klassische Revierleiter ist. Meine Befürchtung wäre das ich dann keine passende Masterstelle finden würde und mir der Master dann nichts bringt oder ich sogar Nachteile bei den Bewerbungen durch einen „zu hohen“ Abschluss habe🫣

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Pomophilus  21.06.2024, 19:04
@Luka119

Nach dem Studium brauchst du auf jeden Fall noch einen Vorbereitungsdienst (Anwärterzeit für QE 3, Revierleitung oder Referendariat für QE 4, Richtung Amts-/ Betriebsleitung.) Mit Master (den Bachelor hat man dann ja auch!) steht dir beides offen, mit Bachelor nur Anwärter. Die Vorbereitungsdienstes selbst sind nicht austauschbar, damit legt man sich also fest. In der QE muss man natürlich räumlich noch flexibler sein, da es noch weniger Stellen gibt.

Manche kommen nach dem Studium auch zB in der Holzindustrie unter.

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Als Forstwirt kannst du sowohl bei privaten Forstbesitzern angestellt werden, als auch als Beamter in den öffentlichen Dienst gehen. Beamte werden natürlich nach den besoldungsstufen bezahlt.

In der freien Wirtschaft ist aber das Gehalt frei verhandelbar. Das kann man also auch nicht schätzen.


Luka119 
Beitragsersteller
 21.06.2024, 14:48

Es geht, wie gesagt, nicht um den Beruf Forstwirt sondern um die Möglichkeiten nach einem Studium.

Auch wenn das Gehalt Verhandelbar ist so gibt es ja trotzdem Richtwerte wie Beamte etc.

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