verdacht Nierentumor: Lieber in einer Woche CT oder in drei Wochen MRT?

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3 Antworten

Moin.

Die CT ist ein hervorragendes Verfahren um feste Strukturen des Körpers abzubilden. Die Abbildung von Weichgewebe erfordert ein Kontrastmittel. Wird dieses in den abzubildenden Strukturen optimal verteilt, sind die Bilder hervorragend.

Das Kontrastmittel wird kombiniert oral und intravenös appliziert. Sind die abzubildenden Strukturen bereits in ihrer Funktionalität eingeschränkt, verteilt sich das Kontrastmittel nicht richtig und die Abbildung erscheint eher "unscharf".

Die Stärken der MRT liegen in einer höher auflösenden Abbildung von Weichgewebe. Sie hat also bei weichen Körperstrukturen eine höhere Grundgenauigkeit und wäre für eine präzise Beuretilung das Verfahren der Wahl. Allerdings hat sie fast überall Wartezeiten.

Die Strahlenbelastung eines modernen CT entspricht einen Flug von Frankfurt/M nach New York. Wenn man die nicht gerade über Jahre hinweg monatlich macht, kann die Strahlenbelastung vernachlässigt werden. Die Wahrscheinlichkeit, durch die Strahlenbelastung einer einzigen CT irgendwann mal krank zu werden, liegt auf dem gleichen Niveau wie die, vom Blitz getroffen zu werden.

Sie bietet eine schnelle Übersichtsaufnahme. Und wenn der Befund in irgendeiner Weise unklar sein sollte, wird eine MRT ohnehin nachgeschoben.

Wenn Du schnell Antworten haben willst, mache die CT. Je nach Befund folgt die MRT ohnehin. Sollte der Befund am Ende positiv sein, ist die geringe Strahlenbelastung durch die CT ohnehin Dein geringstes Problem.

Sollte der Befund negativ sein, hast Du zum Preis einer geringen Strahlenbelastung, schnell all Deine Sorgen aus dem Kopf.

Wäre die wahrscheinlich schnelle Klarheit das kleine Risiko nicht wert?

ASRvw de André

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Kommentar von dufterMike
25.02.2016, 14:04

@ASRvw Danke für die schnelle und ausführliche Antwort. Hab mich jetzt auch auf dieser Grundlage für das CT entschieden. Die Unsicherheit ist kaum auszuhalten.

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Kommentar von frenzii
25.02.2016, 18:53

Gute entscheidung👍🏽 Super Antwort

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Du sollst als Laie bei einer so wichtigen Sache selber entscheiden, ob du ein CT oder ein MRT gemacht haben möchtest!? Bei so einem Arzt kämen mit schon erste Zweifel. Hat der dich nicht über die Vor- und Nachteile aufgeklärt?

Im Falle eines Falles darfst du dann vielleicht auch selber entscheiden, ob du lieber Medikament A oder Medikament B einnehmen möchtest!?

"Wir beantworten Ihre Fragen":

https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/weitere-tumorarten/nierenzellkarzinom.php#inhalt4

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Kommentar von ASRvw
26.02.2016, 11:27

Moin.

Das ist heute leider ziemlich verbreitet, in radiologisch-nuklearmedizinischen Praxen.

Der Hausarzt möchte eine schnelle Diagnostik und fordert ein CT an. Der Radiologe erzählt dem Patienten, dass seiner Meinung nach ein MRT sinnvoller wäre. Mit ein bisschen Glück lässt der Patient sich drauf ein und der Radiologe verdient besser.

Lässt der Patient sich nicht drauf ein, wird die angeforderte CT auf jeden Fall gemacht. Und dann muss der Radiologe darauf hoffen, dass ihm das unwahrscheinlich positive Ergebnis noch eine weitere MRT beschert.

Diese ATU-Mentalität ist zunehmend in den großen radiologischen Praxisketten a'la RadPrax zu beobachten. Und zwar immer dann, wenn die Überweisung suggeriert, dass der überweisende Arzt nicht mit einem positiven Befund rechnet.

Das Schlagwort auf der Überweisung ist Ausschluß. Der überweisende Arzt suggeriert damit, dass er zu über 50 Prozent mit einem Negativbefund rechnet. Meist basierend auf unklarem Sonografiebefund bei klar negativem Laborbefund. Die CT soll seinen Befund nur absichern.

Hier wittert der Radiologe seine Chance, dem unsicheren Patienten die für ihn lukrativere Untersuchung "aufschwatzen" zu können. Der Leidtragende ist der Patient, der für die MRT meist eine längere Wartezeit und damit eine länger andauernde Unsicherheit hat und im Vermeintlich "unwahrscheinlichen" Fall eines Positivbefundes wertvolle Zeit verliert.

Der Radiologe wähnt sich dabei auf der sicheren Seite, denn untersucht wird ja in jedem Fall. Der Umkehrfall zu Ausschluß auf der Überweisung ist meist VA / Verdacht auf. Bei diesem Schlagwort wird gemeinhin keine Alternative diskutiert.

ASRvw de André

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Ich nähm den schnellen Termin! 

Strahlen hin oder her, das Risiko das die was schädigen finde ich überschaubarer als das andere zu riskieren 

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