Veränderung der Persönlichkeit?

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3 Antworten

Ich denke mir, der hatte in der Schulzeit riesige Probleme in seinem persönlichen Leben. Nur mal ein paar Möglichkeiten: gewalttätiges Elternhaus, alkohol- oder drogenabhängige Eltern, zu viel Verantwortung für kleine Geschwister oder zu wenig Zeit für Freunde, weil der Haushalt an ihm hängen blieb. Du siehst, es gibt da jede Menge Möglichkeiten. Da habe ich bestimmt nur an der Oberseite der Möglichkeiten geritzt.
Ich erzähl Dir nun mal von meiner Metamorphose.
In meiner Schulzeit auf einer POS( Ostschulsystem) wurde ich 10 Jahre lang von vielen Klassenkameraden gemobbt, da mich meine erste Klassenlehrerin, in der 1. Klasse nicht leiden konnte und sie mich ständig bloß stellte. Das führte dazu, dass ich sehr schüchtern war und nur aus mir raus kam, wenn ich ein Lieblingsfach hatte oder bei einem von mir sehr gemochten Lehrer unterrichtet wurde. Meine Lernoase waren meine außerschulischen Aktivitäten( AG's , SG's oder Musikschule).
Dann kam der Schulabschluss und somit meine Lehre. Mein 1. Lehrjahr fand in Stralsund( im Internat) statt. Das war mit die schönste Zeit meines Lebens. Als ich wieder mal am Wochenende zu Hause( Berlin) war- nach 4 Wochen- traf ich endlich meine beste Freundin wieder. Die war total geschockt( im positiven Sinne), wie ich mich verändert hatte. Ich hatte einen Freund ❤ und mehrere Freunde/innen, plötzlich schminkte ich mich, äußerlich war ich plötzlich eine Rockerin geworden( Deep Purple, Led Zeppelin, und Co), und das Wichtigste: ich machte plötzlich mein Maul auf. Das in Stralsund war für mich wie eine 2. Geburt.
Ich möchte damit aber nicht sagen, dass ich ein schlechtes Elternhaus hatte. Im Gegenteil. Meine Eltern haben mir, auch durch ihren Fleiß, alles möglich gemacht was im Osten über haupt möglich war. Und die Sache mit dem Mobbing. Damals( 70'er Jahre) hatte man noch keinen Begriff dafür und einen komplett anderen Umgang damit. Da kann man( außer dieser Katastrophenlehrerin) niemandem einen Vorwurf machen.
Du siehst also, Umgang formt den Menschen. Schicksalsschläge auch.
Das kann jedem Menschen, im Positiven wie im Negativen, passieren.
Liebe Grüße, 🐺

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Denke dass kann auch ein eher normaler Entwicklungsschritt seien. Würde annehmen die Person hatte zur Schulzeit durch eher negative Erfahrungen in Elternhaus, Kindheit und oder Schule, ein eher negatives übernommes Rollenbild.

Durch das Schulende, hat sich das Lebensumfeld der Person verändert und im Prozess der Identitätsfindung ist sie in ein sog. Moratorium übergegangeb. Dass ist ein Prozess der vor der Festlegung der eig festen Identität liegt und heute von Jugend bis ins frühe Erwachsenenalter reicht, manche Theorien sehen auch bis zu lebebslanges aufschieben einer festen Rolle um flexibler zu bleiben.

Jedenfalls nehme ich einfach an, dass der Junge sich in dieser Phase von Veränderung, testen und probieren befindet, aufgrund vermuteter negativer Kindheit etwas später als viele seiner Mitschüler!

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Bei Menschen mit psychischen Problem kommt es häufig vor, dass Sie sich erst "verstecken" (also zurückziehen und sich selbst isolieren) damit man nicht sieht, dass es Ihnen nicht gut geht. Bei diesem Schritt bleibt das Problem auf einem konstanten Level, also Morgens, Mittags, Abends und Nachts ist man immer gleich. Dieses verstecken klappt natürlich nicht durchgehend, irgendwann bemerkt man, dass andere merken, dass etwas nicht stimmt, dass man "nicht normal" ist. Dann kommt der zweite Schritt.

Nach dem verstecken kommt das verstellen. Aus Angst, aufzufallen verstellt man sich und "passt sich der Gesellschaft an". Man kopiert Sie mehr oder weniger um so unauffällig wie möglich zu sein. Das passiert meist unterbewusst. Bei diesem Schritt wird das Problem "überspielt". Man tut so, als sei alles okay und so, wie bei jedem anderen auch. Das Problem dabei ist, im Falle eines Schülers:

Morgens: Problem auf konstantem Level

Mittags: Problem wird "runtergefahren" und überspielt

Abends, Nachts: Problem "bricht aus" und übernimmt meistens die totale Kontrolle über die Person.

Du musst es dir so vorstellen, dass die Krankheit bzw. das Problem 3 Schritte hätte. 1: konstant 2: überspielt 3: extrem.

Stell dir vor, das Problem würde wie in einem Videospiel Punkte bekommen für einen Zustand und muss am Ende des Tages eine gewissen Anzahl an Punkten bekommen haben.

überspielt generiert 0 Punkte pro Stunde

konstant generiert 0.5 Punkte pro Stunde und

extrem generiert 1 Punkt pro Stunde

Nun muss die Krankheit mindestens 12 Punkte am Ende des Tages bekommen haben also entweder

"verstecken": 24 (stunden) x 0.5 (konstant) = 12

"verstellen": 12 (Stunden) x 0 (überspielt) + 12 (Stunden) x 1 (extrem) = 12

Wenn diese Person sich also "normal" verhält und so tut, als sei alles okay ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie Abends in einem extremen Tief ist.

Natürlich kann es auch sein, dass er jetzt so ist weil er wieder gesund ist, das ist allerdings ziemlich unwahrscheinlich nach 2 Jahren, da er ja vermutlich nicht direkt nach der Schule mit der Behandlung angefangen hat und selbst wenn: es dauert ungefähr 9 Monate bis man einen Termin bei einem Psychologen bekommt also ist es sehr unwahrscheinlich.

Sorry für diese Ellenlange Erklärung aber dafür hast du es jetzt ganz detailliert. Natürlich ist das nur eine Möglichkeit, es gibt zig andere Möglichkeiten, die 100 mal "krasser" sind, Beispielsweise eine dissoziative Identitätsstörung (einfach Googeln bei neugier)

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