Verändern sich Freundeskreise wirklich so schnell?

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9 Antworten

Ziemlich gute Frage, die du da stellst.

Ja, was du da beschreibst würde ich auf alle Fälle unterschreiben - in beide Richtungen.

Bei mir war dieser Wechsel gerade vom Gymnasium zur Uni extrem gravierend. Ich habe nach einem Jahr zu niemandem aus der Schule mehr Kontakt gehabt. Ich habe gemerkt wie sehr ich versucht habe mich für meine Schulfreunde "zu verformen", weil diese doch nett, aber eigentlich ziemlich langweilig waren. Auch ist meine zweijährige Beziehung daran gescheitert.

Ich bin allerdings der Typ, der extrem offen ist und unkonventionellen Humor liebt, Zynismus liebt und irgendwie nerdig ist. So ziemlich alle meine Schulfreunde haben angefangen Jura zu studieren (nix gegen Juristen, sind halt nur net mein Ding) und ich halt Asienwissenschaften. Da habe ich auch Leute nach meinem Schlag kennengelernt - richtig irre Knallköpfe halt, ganz anders als die "spießigen" Mädels aus meiner Schule, die mich immer dazu ermahnt haben nicht "so auffällig zu lachen".

Mein Freund, der eigentlich ein wirklich herzensguter, ein wenig in sich gekehrter und intellektueller Typ gewesen ist, zog in eine Verbindung was auch der Anfang vom Ende unserer Beziehung war. Ich durfte sein wer ich war - denn er liebte mich auch wirklich wie ich war - solange ich es hinter verschlossenen Türen tat. Meinem Ex waren mein gar nicht devotes und niedliches Girlieverhalten, wie es bei den Freundinnen der meisten anderen Verbindungsstudenten der Fall war, absolut peinlich und das merkte man auch. Natürlich versuchte ich anfangs ihm zuliebe mein "unpassendes" Verhalten einzustellen, aber glaube mir, während alle um mich herum auf Banketts über ihren BWLer 5-Jahresplan sprachen und wer mal wie viel verdienen würde (es klingt soooo klischeehaft, aber es war echt so :D ) wünschte ich mir bloß mit jemandem über Adventure Time sprechen zu können. Auch mein Ex wurde immer mehr wie diese Jungs und aus seiner in sich gekehrten Art wurde irgendwann jemand, den ich nicht mehr als meinen Freund erkannte. Arrogant und immer darauf aus neue Wege zu finden, um sich zu profilieren.

Ich sage nicht, dass Spießigkeit und biederes Verhalten per se schlecht sind. Auch Verbindungen haben bestimmt ihre Berechtigung und wir alle brauchen vielleicht mal einen Anwalt.

Aber erst durch meine neuen Freunde von der Uni habe ich gemerkt, wie sehr wir uns durch "Gewöhnung" an meine Menschen klammern und gar nicht aufgrund von Sympathie.

Mittlerweile habe ich meinen "Freundeskreis" nochmal dezimiert, weil ich wirklich nur von Leuten umgeben sein möchte, die mich auch echt für mich mögen und nicht ein zweites Gesicht, das ich ihnen zuliebe raus kehre. Natürlich war es auch meine Schuld, dass ich oft anderen zuliebe die Seite gezeigt habe, die sie am liebsten sehen wollten, doch mit der Zeit lernt man, dass es wertvoller ist 5 Freunde zu haben, die das echte ich mögen als 50, die irgendeine Persona lieben.

Sorry für den langen Post, aber das ist für mich ein sehr spannendes Thema ;)

Liebe Grüße

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osmotisch 12.12.2015, 09:34

Dir kann ich absolut nur zustimmen. ich hatte früher auch viel mehr "Freunde" aber hab gemerkt das ich nicht immer ich selbst bin. ich habe mich von vielen Freunden über die Jahre verabschiedet. mittlerweile besteht mein enger Freundeskreis aus 5 RL Freunde die ich in einer Kneipe kennen gelernt habe. Einer abgedrehter als der andere, und jeder mit einer ganz bestimmten Art die ihn einzigartig macht. Wir machen alles mögliche zusammen. Jeder ist genau so wie er ist, hat seinen Hobbies und es wird über alles offen gesprochen. Keiner muss sich für irgendwas schämen. Mann muss aber damit rechnen mit allem möglichen mal aufgezogen zu werden. Aber wenn man kein Spießer ist und auch mal über sich selbst lachen kann, mach das die ganze Sache nur noch besser. Nur zum Zocken habe ich meine Zockerfreunde. Das finde ich auch gut so. zu ihnen habe ich keinen so engen Draht wie zu meinen RL freunden. Ich kenne. sie nicht persönlich. Das schöne daran ist das man egal wie der Tag war, einfach on geht und spielen kann ohne. Es is für mich wie eine Art Auszeit von allem anderen. das gefällt mir gut so. Und als meinen besten Freund würde ich eigentlich meine Freundin zählen. Wir haben zwar nicht die selben Interessen aber wir nehmen uns so wie wir sind (auch ohne verschlossene Türen ;) ). Sie ist ein Kunstnarr aber hat durch mich auch spaß am zocken gefunden, und ich wiederum durch sie an Kunst. Der Punkt ist: Es ist egal wer deine Freunde sind, wie anders als du sie sind. Solange man sich gegenseitig respektiert, sich keiner verstellen muss und alle spaß zusammen haben is alles tutti. Und manchmal findet man Freunde da wo man sie nicht erwartet. In der hintersten Ecke einer verrauchten Kneipe, an einem Tisch wo noch ein Platz frei war. Oder auf einer Silvesterfeier auf die du nicht eingeladen warst.

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xRobsnx 12.12.2015, 12:47

Das ist wirklich schön und es freut mich das es dir auch so geht wie mir. Meine Freunde sind auch recht unscheinbar, manche sind total beliebt aber einer ist auch mehr der "Außenseiter" in der schule usw. und verrückt sind sie alle ;) sonst hält es wohl auch keiner mit uns aus. Aber selbst bei so Themen wie Depressionen (wovon ich betroffen bin) stehen sie total hinter mir und helfen mir so gut sie es können. Und über die erlebten Sachen können wir jetzt noch alle immer wieder lachen. Wobei es oft so ist, das nicht alle zusammen was machen, sondern meistens nur 2 oder 3. Ich bin wirklich froh meine Freunde zu haben, die mich immer wieder vor lachen zum heulen bringen :) Sie sind in meinem leben (neben meinem neffen) die, auf die ich am meisten stolz bin!

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Ich höre hier, das es sehr vielen so geht. Bei mir ist das allerdings "anders", ich habe seit einigen Jahren die gleichen Freunde. Bzw ich hatte sogar immer die gleichen Freunde. Natürlich macht man mal Zeiten weniger zusammen aber dann wieder mehr, aufjedenfall sind es immer die gleichen. Ich hab aber auch eine für mich logische Erklärung dafür, meine Freunde und ich haben eigentlich fast immer ähnlich Interessen, obwohl diese doch doch recht oft geändert haben. Mit 4 meiner 5 besten Freunde war ich im Fußball Verein, inzwischen ist einer nach dem anderem ausgetreten und nun ist keiner mehr im Verein. Dazu haben wir eigentlich auch immer relativ regelmäßig gezockt (Vorallem im Winter). Das verbindet natürlich sehr, wobei wir auch total ohne Zocken können! Diesen Somich cmer haben wir fast garnichts am Pc Gemacht und dafür waren wirklich alle meine Freunde mit draußen und hatten da Spaß ^^ gezockt haben wir Maximal noch einmal in der Woche. Also allgemein würde ich sagen, das meine Freunde nunmal ähnlich ticken wie ich selbst, und auch wenn man gerade eigentlich kaum was zusammen macht, dann verliert man sich dennoch nicht ganz. Natürlich hatte ich auch zwischendurch Freunde die kamen und gingen, aber es gibt einen Kern und der ist seit Jahren der gleiche und wird es wohl auch noch einige Zeit bleiben. Mein "bester" Freund wohnt noch nichtmal nah bei mir und ist ein paar Jahre älter als der Rest, dadurch hat er auch andere Interessen, aber dennoch wird er immer sehr bei uns eingeschlossen und wie versuchen recht ausgeglichen auch was mit ihm zu machen. Ich würde behaupten, dass alles mit meinen Freunden recht "perfekt" ist. Naja immerhin was in meinem kaputten leben ;)

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Jaa das ist eigentlich gewöhnlich, hab das selbe Problem bzw fast also wir hatten mal praktisch gesehen eine "Clique" wir waren zu 6. Und dann ist ein Freund weggezogen jetzt haben wir so gut wie nichts mehr mit einander zu tun.. So ist das Zeiten und Menschen ändern sich.

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Du gehst weg von den PC Games und unternimmst mehr. Lernst neue Leute kennen mit denen du dich gut verstehst. Ja denn deine Lebensumstände haben sich geändert. Während deine Freunde weiterzocken gehst auf Partys und es kommen immer neue dazu

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Beim Wechsel ins Gymnasium, ungefähr in der 7. Klasse und in der 8. Klasse hat sich mein Freundeskreis verändert. In der Grundschule war es sehr einfach, sich mit Leuten anzufreunden und irgendwie mochte sich fast jeder. Ich war mit sehr vielen Kindern in meiner Klasse befreundet, aber das waren eher lockere Freundschaften, wie man sie halt damals hatte. Die, die in die Haupt- und Realschule gegangen sind hab ich selten getroffen und bald gar nicht mehr. Man ist sich mal zufällig begegnet, aber mehr auch nicht. Aber ich hatte auch beste Freundinnen: 3 Mädchen aus der Nachbarschaft, die ungefähr in meinem Alter sind. Dann in der 7. Klasse haben sich unsere Interessen sehr verändert und jetzt sind wir so unterschiedlich, dass wir nicht mal ein Thema für ein Gespräch finden können. Die Interessen von denen sind für mich stinklangweilig und für meine Interessen interessieren die sich nicht im geringsten. Wir haben nicht mal ein einziges gemeinsames Interesse. So ist die Freundschaft langsam auseinander gegangen. Jetzt sehen wir uns noch 1 mal pro Woche, bei unserem letzten gemeinsamen Hobby. Wir haben noch andere gemeinsame Hobbys, aber wir machen das halt von Grund auf anders und machen es deshalb nicht gemeinsam. Dann hatte ich noch eine beste Freundin, die in der gleichen Schulklasse ist wie ich, mit der ich immer noch befreundet bin, halt nicht mehr als beste Freundinnen. In der 8. Klasse wurden die Schulklassen neu zusammengewürfelt, so haben ich und meine ehemalige beste Freundin noch 2 neue Freundinnen gefunden. Die und meine ehemalige beste Freundin sind jetzt (10. Klasse)  meine Freundinnen.

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Ich spreche schon garnimmer von Freundeskreisen, sondern nur noch von Zeiten und Leuten die ich damals kannte. Es änderte sich bei jeder Ausbildung etwas, bei jedem neuen Hobby. Das verückteste war nach der Fachhochschule wieder zurück in die Kleinsstadt zu kommen. Da gab es keinen mehr, mit dem ich mich auch nur länger als 5min Unterhalten konnte ohne irgendwie das Gefühl zuhaben jetzt unbedingt gehen zu müssen.

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Ja klar. Beziehungen verändern sich so wie sich Interessen und Familienstend, Beruf etc. Ändern. Meine Erfahrung: Es macht kein Sinn zwanghaft um Freundschaften zu kämpfen wenn euch nichts mehr verbindet such dir leute bei denen du dich wohl fühlst, 

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So ist das eben im Leben. Leute kommen und gehen, wie die Interessen. Alles andere fände ich auch ziemlich unlogisch. Ich nehme sowas nicht wirklich ernst. Bzw macht es mir eben nichts aus. Man lernt immer wieder neue Menschen kennen. Zwischenmenschliche Beziehungen sind bei mir sowieso Glückssache. :D

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Jup ist so.

Fällt nochmal extrem auf, wenn man Kinder bekommt und der Freundeskreis noch keine hat

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s3xysabine 12.12.2015, 03:12

... oder umgekehrt.

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