Vegetarismus im Mittelalter, gab es das?

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9 Antworten

Auf jeden Fall war Fleisch nicht für jedermann erschwinglich.

Quelle:http://www.rete-amicorum.de/publikationen/ernaehrung.html

"1.4 Tierische Produkte

Die Viehbestand der Bauen war im allgemeinen nicht groß. Das Hausschwein

konnte komplett verwertet werden und war selbst für wenig begüterte
Bauern und Bürger einfach zu halten. Von Oktober bis Dezember fraßen
die Tiere Eicheln im Wald, in der restlichen Zeit streiften sie durch Brachland
oder die Straßen der Dörfer. Schlachtzeit waren November oder
Dezember. Pökel- und Rauchfleisch, Speck wurden im Salzfaß konserviert
und bildeten den Wintervorrat. Würste und andere frische Produkte
mußten dagegen schnell verzehrt werden.

Das Schaf war in erster Linie Lieferant von Wolle. Dennoch bereichern Hammel,
Lamm und Mutterschaf den Speisezettel der Stadtbewohner. Ziegen waren dagegen
zweitrangig. Rinder waren als Milcherzeuger und als Zugtiere notwendig. Es
ist deshalb wahrscheinlich, dass Bauern sie nur dann schlachteten, wenn sie
sonst keinen Nutzen mehr brachten. Kälber wurden nur selten geschlachtet
- ihr junges und zartes Fleisch wurde im mittelalterlichen Denken dem Adel
zugeordnet (LAURIOUX 73-74).

Jagdwild blieb größtenteils dem Adel vorbehalten, der im Laufe
der Zeit das Jagdrecht immer mehr als Privileg an sich zog. Vögel im
allgemeinen (ohne Unterscheidung in Haus- und Wildgeflügel) hielt man
für ein besonders edles Fleisch. Die mittelalterlichen
Ernährungslehren erklärten nämlich, dass deren Fleisch (genauso
wie jedes junges Fleisch) nicht besonders nahrhaft sei und es deshalb von
den Oberschichten verzehrt werden sollte, die keine schweren Speisen nötig
hatten! So wurde der Verzehr von Rebhühner oder Kapaunen zu Inbegriff
des Luxus, der von Moralpredigern wiederholt gegeißelt wurde.

Fisch war dagegen wegen der vielen Fastentage im Jahr für alle
Bevölkerungsschichten unentbehrlich. Erlasse wie der des französischen
Königs von 1326 zeugen davon, dass auch die Bauern mit viel Einfallsreichtum
(Reusen, Netzen, Angeln) Rotaugen, Barben, Karpfen, Schleie, Brassen, Hechte,
Forellen, Häslinge Barsche und Aale fingen und verzehrten
(LAURIOUX 68). In der höfischen Epik Deutschlands
werden dagegen Salm, Neunauge und Hausen bevorzugt
(BUMKE 243).

Der Bedarf an Fisch in den Fastenzeiten konnte zu einer regelrechten
Überfischung der Binnengewässer führen: beklagten sich im
11. und 12. Jahrhundert noch die Tagelöhner in der Normandie darüber,
dass sie zu oft Lachs vorgesetzt bekämen, war er im 15. Jahrhundert
so selten geworden, dass der französische Hof ihn nun als Luxusgut aus
Irland, Schottland und Burgund importieren mußte! Nicht zuletzt deshalb
war die Obrigkeit daran interessiert, den Fischfang zu reglementieren und
einzuschränken, z.B. indem man Öffnungen in Reusen vorschrieb,
die Setzlinge hindurch ließen oder Fischereiverbote während der
Laichzeit. Burgund erklärte den Fischfang zur Staatsangelegenheit und
ließ die Fischer während der Fastenzeit von Beamten und Schreibern
begleiten.

In dem Maße, wie Adel und Klöster als Besitzer der Bäche
und Teiche den Zugang zu Süßwasserfischen einzuschränken
versuchte, gewannen gedörrte, geräucherte und eingesalzene Seefische
an Bedeutung: Stockfisch war Kabeljau, der gedörrt, eingesalzen und
manchmal auch geräuchert verkauft wurde. Symbol der Fastenzeit war aber
der eingesalzene Hering. Er wurde in ganz Europa gehandelt."

Lies dazu noch mehr hier:

de.wikipedia.org/wiki/Esskultur_des_Mittelalters

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Es gab auch ausser zwangsvegetarismus, durchaus noch den freiwilligen:

Als die ersten historisch belegbaren Anhänger des Vegetarismus gelten
die griechischen Orphiker, die um 600 v. Chr. lebten. Ihr
Fleischverzicht war religiös-philosophischer Natur. Die Orphiker
glaubten an die Wanderung und Wiedergeburt der Seele in menschlichen und
tierischen Körpern nach dem Tod. Erlösung davon versprachen sie sich
durch Askese und Reinigung, was unter anderem das Meiden von Fleisch,
Eier und Wolle beinhaltete.

Eine ähnliche Auffassung vertrat der griechische Philosoph und Mathematiker Pythagoras, der im sechsten Jahrhundert v. Chr. gelebt hat.Er und einige seiner Schüler und Anhänger, die Pythagoreer, lebten vegetarisch. Ein berühmtes Zitat von Pythagoras lautet: „Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt auf den Menschen wieder zurück.“

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Naja da es Fleisch meist nur an Festtagen bzw je nach Vermögen gab, denk ich ja

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Viele Menschen konnten sich gar kein Fleisch leisten, die waren sozusagen Zwangs-Vegetarier.

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Klingt unwahrscheinlich, aber das ist jetzt von Mir nur geraten.

Mfg e

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Kommentar von dandy100
18.02.2016, 15:14

Im Mittelalter hatte kein Mensch Fleisch, die Leute waren arm. Nur der Adel konnte sich Fleisch leisten, dem gehörte nämlich das Land, die Wälder und Bauernhöfe seiner Leibeigenen, und die bekamen davon nichts ausser etwas Getreide

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ja sicher, praktisch alle waren Vegetarier bis auf ganz wenige Adlige.

Die Leute waren arm, niemand hatte Fleisch ausser der Adel

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NEIN .

Die Menschen aßen was die Natur hergab , mit Glück war da auch mal Wild dabei . In Ansiedlungen versuchte man auch hie und da Viehhaltung und schlachtete im Winter . Das wurde dann umgehend verzehrt .

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Kommentar von dandy100
18.02.2016, 15:21

..aber nicht im Mittelalter zur Zeit der Leibeigenschaft. Das Land, die Wälder und Bauernhöfe gehörten dem Adel und die Leute lebten von ihren Anteil an Getreide - die Natur gab da gar nichts her für die Bevölkerung - die war bettelarm und nichts auf ihren Höfen gehörte ihnen selbst.

Wie sich das Volk im Mittelalter ernährt hat, kannst Du nachlesen, mehr als Brot, Rüben und Bohnen hatten die Menschen nicht - bis auf den Adel waren alle Vegetarier

http://deutschland-im-mittelalter.de/Kulturgeschichte/Ernaehrung

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JA bestimmt, 

aber es waren nicht viele. Und ich schätze vielen von ihnen waren auch krank wegen der Vitaminmangel..........

LG

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Gezwungenermaßen, Fleisch war damals ein Luxusgut.

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