Vaterschaftsklage nach 18 Jahren?

7 Antworten

Auf jeden Fall steht dem rechtlichen Vater ein Regressanspruch gegen den wahren Vater zu, wenn er zu Unrecht Unterhaltsleistungen an das Kind gezahlt hat.

Will das Kind nun die wahre Vaterschaft feststellen lassen?

Wird das Kind volljährig, darf es die Vaterschaft selbst anfechten. In diesem Fall beginnt die Frist nicht vor dem Eintreten der Volljährigkeit und nicht vor dem Zeitpunkt, zu dem das Kind von den Umständen erfährt, die es an der Vaterschaft zweifeln lassen (§ 1600b Abs. 3 BGB). Aber selbst dann, wenn das Kind noch später von den Umständen erfährt, die die Folgen der Vaterschaft unzumutbar erscheinen lassen, beginnt die Frist von Neuem zu laufen (§ 1600b Abs. 5 BGB).

https://www.smartlaw.de/rechtstipps/familie-vorsorge/nicht-eheliche-kinder-vaterschaft-sorgerecht-unterhalt

Schließlich betrifft es ja auch die eventuellen Erbansprüche. Unterhalt für das Kind muss nicht rückwirkend gezahlt werden. Das Kind bekam ja Unterhalt vom Vater, der die Vaterschaft anerkannt hat. Aber der Scheinvater kann sehr wohl vom leiblichen Vater Regress fordern. Inwieweit er damit durch kommt ist dann wieder eine andere Sache... Aber es ist ja anzunehmen, dass sie ihm das Kind untergejubelt hat.

Sobald die tatsächliche Vaterschaft feststeht, muss der leibliche Vater allerdings schon an das Kind Unterhalt zahlen, wenn das Kind unterhaltsberechtigt ist.

Soweit ich weiß muss Unterhalt erst ab dem Tag gezahlt werden, ab dem er gefordert ist. Allerdings ist auch nicht die Eintragung in der Geburtsurkunde relevant. Der Vater kann auch später die Vaterschaft auf dem Standesamt anerkennen. Dann steht auf der Geburtsurkunde dennoch "Vater Unbekannt".

Muss er Unterhalt nachzahlen?

Nein, Unterhalt kann man nicht nachträglich einfordern, der Anspruch verjährt grundsätzlich binnen drei Jahren, wenn man ihn nicht gerichtlich durchsetzt.

Ungewollt Vater- eure Meinung?

Hallo Community,

Das Thema treibt mich gerade etwas um, da so in unserem Freundeskreis passiert...

Ein befreundetes Pärchen hat sich getrennt, weil die Frau schwanger wurde und der Mann kein Kind mit der Frau wollte. Mittlerweile ist das Kind da, der Mann hat es anerkannt will aber keinen Kontakt.

Ihm zu Folge sei es so, dass er durch die Mutter der Frau weiss, dass diese absichtlich schwanger geworden ist - die Frau sagte ihm, sie hätte wohl die Pille vergessen aber ihre Mutter sagte zum Mann, als die Frau noch schwanger war und er sie verlassen hat in etwa "wie kannst du jetzt gehen, wo ihr doch seit Monaten versucht, ein Kind zu bekommen?" .

Der Mann zahlt jetzt fürs Kind, will aber nicht Vater sein, weil er es nicht lieben könne (er hat es im Krankenhaus gesehen und auch auf dem Arm gehabt) wie seine Kinder aus einer vorherigen Beziehung, für die er wirklich der Überpapa ist, eben weil das Kleine ihn daran erinnere, wie er ausgetrickst worden sei. Dazu komme, dass die Mutter des Neugeborenen immer die Beziehung des Vaters zu den großen Kindern torpediert habe und wohl versucht habe, ihn mit dem gemeinsamen Kind von den anderen Kindern zu entfremden. Er sagt er wünscht dem Kind alles Gute und will auch finanziell seinen Teil leisten aber es sei besser für es selbst und für ihn, dass kein Kontakt besteht.

Die Frau sagt der Mann habe bei der Verhütung auch nicht aufgepasst und würde jetzt sein eigen Fleisch und Blut verstossen.

Mir tut einfach das Kleine leid, dass jetzt ohne Papa aufwachsen muss.

Aber wem würdet ihr da die Schuld geben? Als Frau ist man ja irgendwo geneigt zu sagen "Herrgott- wir haben die Verhütung in der Hand und man linkt den Partner da nicht und benutzt erst Recht nicht ein Kind um einen Mann zu binden!" aber andererseits ist da auch ein Mann, der sagt ich will keinen Kontakt zu meinem eigenen Kind (wie auch immer die Umstände der Zeugung).

Wie würdet ihr das bewerten und das Verhalten der Eltern werten?

Danke schonmal für eure Antworten!

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