Vater nach Schlaganfall mit Demenz schwierig, muss man bei Heimaufenthalt Haus verkaufen?

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6 Antworten

Wenn es SEIN Haus ist, muss das tatsächlich verwertet werden. Das ist natürlich auch mit einer Hypothek möglich.

Die Reihenfolge ist:

Sein Einkommen

sein Vermögen

danach Verwandte 1. Grades in auf- und absteigender Linie

Das Haus jetzt noch auf die Nachkommen zu überschreiben, bringt nichts. Das kann 10 Jahre lang rückabgewickelt werden.

AkzentAinfo 04.07.2017, 20:27

Das Haus ist im Besitz meiner Mutter. Beide haben jedoch Gütergemeinschaft.

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DerHans 04.07.2017, 20:29
@AkzentAinfo

Dann gehört die Hälfte deinem Vater. 

Und Ehegatten sind einander zum Unterhalt verpflichtet.

Deine Mutter muss natürlich NICHT ausziehen. Aber es kann sein, dass sie auf das Haus eine Hypothek aufnehmen muss. Davon werden dann die Kosten beglichen. Das geht so lange, bis der Wert des Hauses aufgebraucht wird.

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Wenn die Rente und die Barersparnisse so hoch sind, dass der Vater die monatlichen Heimkosten aufbringen kann (die neben dem Pflegegeld zu leisten sind), dann nicht.

Wenn das Sozialamt einspringen muss, muss der Besitz zur Finanzierung der Heimkosten verwendet werden.

Wenn man das Haus erhalten will und nur wenig Geld monatlich fehlt, um die Heimkosten zu decken, können sich die Kinder überlegen, ob sie den monatlichen Fehlbetrag selbst decken wollen. Das wäre eine Möglichkeit, das Haus zu erhalten.

Andernfalls wird es zur Deckung der Kosten für das Heim eingesetzt. (Der Staat zahlt ja nicht, um Kindern ein Erbe zu finanzieren..)

Oh je... kleiner Fehler. Folgendes, Hallo. Bin Frührentner und wohne nach einem schweren unglaublichen schweren beruflichen Schicksalsschlag bei  meinen Eltern als Mehrfachbehinderter im Haus, das seit Generationen in Besitz ist.

Optisch ist das Haus von außen okay, innerlich durch die Bauweise schwierig (kleine Räume, Salpeter...). Mutter (70) war immer Hausfrau. Vater (74) war immer der Verdiener, wobei er vor über 47 Jahren schweren Autounfall mit dop. Schädelbasisbruch u.a. hatte und nie ein richtiger Vater war.

Nun hat mein ach so toll geglaubter Vater vor ein paar Jahren über 10 Jahre meine Mutter mit einer anderen betrogen. Hätte ich, meine Ma und selbst gute Bekannte nie geglaubt. Statt abends zur Wirtschaft, zur Freundin. Und die Freundin war ein übles Schnittchen, hat gesagt er habe nur ein Gehirn wie eine Erbse und am liebsten würde sie ihm ein Messer in den Bauch... und viele andere Dinge. Beispielsweise hat er sogar für sie geklaut, hat ihr die Ehe versprochen oder war in Polizeieinsätze bei Streitigkeiten verstrickt. Daneben hat er das Blaue vom Himmel gelogen und teils Leute so lebensecht erfunden, die es gar nicht gibt. Als selbst sein Lügengebäude aufgeflogen ist, hat er nie recht mit der Wahrheit herausgerückt. Er hat einfach nur geschwiegen... und weiterhin Märchen mal bei Freundin mal bei uns erzählt. Dagegen ist TrashTV kalter Kaffee.

Das hat auch mich nie mehr so gedanklich recht losgelassen. Am liebsten würde ich einen Wohnwagen kaufen, Ma schnappen und mit ihr durch die Welt fahren, wenn wir Geld hätten und ihn auf der Couch ständig rufend, verfaulen lassen. Aber naja...

Schon damals war mein Vater seltsam, und wenn meine Mutter wegen der Untreue geweint hat, hatte er immer ein teuflisches Grinsen an den Tag gelegt, wobei mir ein kalter Schauer über den Rücken lief und ich ihn am liebsten...

Doch meine Mutter wusste, dass sie mit der Minimalrente und dem Haus nicht von ihm wegen der Finanzen los kommt. Obwohl ich zu ihr immer gesagt habe, lieber noch ärmer und ohne Haus, als dieses Monster. Und vielleicht auch noch pflegen. Nun ist dieser Fall eingetreten.

Über die Zeit hat sie ihn sich immer wieder schön geredet, und ich flippe noch heute aus, auch wenn sie mittlerweile daran zerbrochen ist und sich immer mehr gehen lässt (Gesundheit...). Da kann ich mit Engelszungen reden... nützt alles nichts wirklich. Sie hat stark körperlich und gedanklich abgebaut.

Dann hatte mein Pa vor 6 Monaten Schlaganfälle und im KH wurde noch zusätzlich Demenz gemeint. Seither versuche ich beide 24h zu stützen wo es nur geht, trotz meiner Gesundheit. Doch Pa ist auch häufig aggressiv und unberechenbar. Überdies bewegt er sich nicht so, wie er sollte, wobei er immer mehr ins Babystadium zurückfällt. Durch seine Demenz habe ich nun zwar eine besseren Draht zu ihm, aber ich kann ihm nicht mehr in die Augen sehen... Daneben muss ich ständig zwischen beiden vermitteln. Denke, selbst ein Pflegedienst wäre da überfordert, wobei Ma eine Fussballmannschaft beschäftigen könnte, aber immer noch besser mit ihr... 

Tue daheim vieles, obwohl es mir gesundheitlich selbst nicht sehr gut geht (hochgradige Skoliose, Duodenitis, einseitig erblindet, div. Arthritis und aufgrund der Gesamtsituation schon vor meinem Pa, wegen suizidaler Gedanken 3x in der Klapse Lohr).

Naja, nun konnte ich Ma dazu durchbringen, dass mal beide Pflegeantrag bei Kasse zumindest stellen. Ma redet weiterhin alles schön, auch wenn er ihr mal auf den Kopf schlägt oder mir nachts im Schlaf die Bettdecke aufschüttelt oder... einfach grauselig. Komme einfach nicht zur Ruhe, wenn ich dann abends vor dem Fernseher einschlafe, schreit Pa gelegentlich meine Ma an, dass wir ins Bett gingen. Tagsüber schläft er, abends und nachts wird er dann hellwach und strampelt im Bett.

Wir hatten ihn auch schon auf Reha, aber da sind die nicht recht qualifiziert. Das war auch so eine Sache, weil Pa zunächst nach dem KH keine Reha wollte und ich dann erst Antrag stellen musste, nachdem ich mit Engelszungen... Und natürlich ist auch der Besuch per Auto mit einfach 200 km an mir hängen geblieben. Jeden 3ten Tag....

Heute, naja, einerseits sehe ich als meine Pflicht Pa zu pflegen, andererseits fällt es uns, mir und Ma doppelt schwer... Mal wünschen wir ihm so, mal so...

Naja, nun frage ich mich was wäre, wenn wir nicht mehr können und ihn ins Heim abschieben würden!? Übrigens. Bei 4 Stunden ambulante Therapie gibt er sich bei Fremden immer anders, steht sofort auf... Daheim muss man ständig rufen, ihm den Hintern abputzen... und liegt er nur noch auf der Couch. Und 1000 andere Dinge.

Schlagartig war seine Arbeitssucht weg und er macht nichts mehr. Gedanklich ist er manchmal auch ziemlich wirr... wenn man ihn nicht kennt, denkt man an einen gesunden Mann. Ab und zu fahre ich ihn mal für eine Cola in die Kneipe, da fällt er zwischen all den Betrunkenen nicht sonderlich auf, damit wir mal 2-3 Stunden unsere Ruhe haben. Doch bis es soweit ist, ist auch immer schwer...Daheim mache ich viel, immer mehr... naja, Ma trägt auch ihren Teil dabei, wobei ihre Leistung aber auch immer mehr nach lässt und sie sich wegen Rückenschmerzen und Schaufensterkrankheit immer mehr ausruhen muss.

Jedenfalls, was ich fragen wollte, kann ich meinen Vater in aller letzter Instanz ins Heim schieben, wenn wir es überhaupt nicht packen und ist dann das Haus vor dem Verkauf sicher!? 

DerHans 13.07.2017, 12:10

Wenn deine Mutter in ihrem Alter und du mit deiner Behinderung die Pflege nicht mehr leisten könnt, bleibt ja keine andere Möglichkeit als ein Pflegeheim.

Mit Abschiebung hat das nichts zu tun. 

Finanziell bleibt es natürlich dabei, wie ich es in meiner Antwort beschrieben habe.

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Nein muss man nicht, aber der Staat geht (sofern der Saat zahlt) an das Vermögen deines Vaters, wenn dieser kein Geld mehr hat und das Haus ganz allein ihm gehört, dann wird auch dieses Vermögen aufgebraucht.

Wenn die Rente nicht für die Heimunterbringung reicht und das Sozialamt dazuzahlen muß ja. 

LG

In allerletzter Konsequenz, falls Rente, Pflegegeld und Erspartes nicht für die Heimkosten reichen, ja.

softie1962 04.07.2017, 19:49

Die Antwort ist leider richtig.

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SaVer79 04.07.2017, 19:55

Warum denn leider? Fändest du es fairer, dass die Allgemeinheit die heimkosten zahlt,während der Betroffene selber Vermögen hat?

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