Vasektomie?

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5 Antworten

Ich bin ein Mann, aber habe und werde niemals Erfahrungen mit der Vasektomie machen. Dieser Eingriff ist keineswegs so harmlos wie gern propagiert wird. Allein schon eine Suche bei Wikipedia liefert den Hinweis, dass 6-33% der Männer hinterher chronische Schmerzen haben. Im Internet gibt es auch eine Selbsthilfegruppe vasektomiegeschädigter Männer: http://www.patienten-selbsthilfegruppen.de/forum/index.php?page=Board&boardID=6

die dortigen Berichte sollte man sich unbedingt durchlesen, bevor man leichtfertig diesen Schritt tut und dann bitter bereut!!! Zum Beispiel berichten Männer über starke Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, fehlendes Entspannungsgefühl etc, so dass die sexuelle Lust immmer mehr nachließ und schließlich irgendwann gar kein Sex mehr mit der Partnerin stattfand. Außerdem ist bekannt, dass vasektomierte Männer überdurchschnittlich oft einen Testosteronmangel im Alter aufweisen, mit allen daraus resultierenden negativen Folgen: Antriebsarmut, sexuelle Unlust, Muskelschwund etc. Oft haben Männer hinterher psychische Probleme damit, kein vollwertiger Mann mehr zu sein, geben es aber nach außen nicht zu.

Das Problem des Zusammenwachsens nennt man medizinisch: spontane Rekanalisation, d.h. die beiden durchtrennten Enden des Samenleiters wachsen wieder zusammen. Dies tritt allerdings sehr selten auf und ist durch entsprechende Kontrollspermiogramme schnell zu entdecken. Prinzipiell kann die Vasektomie auch operativ rückgängig gemacht werden, d.h. es wird eine Vasovasostomie durchgeführt. Zwar kann in 80% der Fälle wieder Durchgängigkeit erzielt werden, aber diese OP ist sehr teuer und die Chancen danach wieder ein Kind zu zeugen, sind niedrig (aufgrund gebildeter Antikörper).

Fazit: Lasst es bleiben!!!

  • Vasektomie ist sehr sicher, aber selbstverständlich wird nach der OP überprüft, ob auch wirklich keine Spermien mehr vorhanden sind. Auf Wunsch kann diese Untersuchung ja auch einige Monate später noch einmal durchgeführt werden.

  • Wiederherstellung ist nicht immer möglich. Es ist mit Glück verbunden, dass so eine Wiederherstellungsoperation funktioniert. Darauf darf man sich niemals verlassen.

  • Viele sterilisierte Männer leiden an Schmerzen im Hoden (ja nach Studie 10-25%) -- nur leider spricht keiner gerne darüber. Lies Dir doch mal die Wikipedia-Seite dazu durch und folge auch dem Link zum "Post Vasectomy Pain Syndrome" auf die englische Wikipedia. Besonders unangenehm ist, dass diese Schmerzen häufig ausgerechnet bei sexueller Erregung auftreten.

  • Man sollte sich nur sterilisieren lassen, wenn man endgültig und unwiderruflich sicher ist, dass man nie mehr Kinder zeugen möchte. Man sollte sich bewusst sein, dass jede OP mit Risiken verbunden sind und hinterher auch in einigen Fällen langfristig Schmerzen auftreten können.

http://de.wikipedia.org/wiki/Vasektomie

Hallo, mein Mann hat es vor über 1 Jahr machen lassen und alles ist bestens, wie zuvor! Lasst Euch nicht ins Bockhorn jagen von solchen Horror - Berichten, denn wer sie wirklich mal genau studiert, liest z.B. dass einem Patienten von der OP von mehreren Ärzten abgeraten wurde!!! Wer dann trotzdem auf Biegen und Brechen die OP will, darf sich nicht wundern, wenn er an einen Quacksalber gerät!!!!! Sucht Euch einen kompetenten Arzt (Mundpropaganda, Erfahrungsberichte) und der Eingriff ist halb so schlimm. Viele Grüße und alles Gute!

Ich bin kein Mann und ich weiß auch nicht, wie das ist, wenn man es rückgängig machen kann.

Aber mein Schwiegersohn ließ es vor 6 Jahren machen. Meine Tochter vertrug keine Hormone und damit sie sich nicht sterilisieren lassen musste, ließ er es machen. Meine Tochter war dabei, als der Arzt es in seiner Praxis machte. Nach einigen Wochen wurde zur Sicherheit ein Spermiogramm gemacht, ob noch Spermien vorhanden wären. Da keine mehr vorhanden waren, konnten sie ab diesem Zeitpunkt ohne Kondome GV haben. Wie sie mir beide bestätigt haben, ist alles genau so wie vorher. Es gibt keinerlei Unterschied. Er ist genau so Mann wie vorher.

Aber er hat auch nicht vor, es wieder Rückgängig zu machen, denn sie sind glücklich verheiratet und haben zwei Töchter mit 17 und 19 Jahren. Noch ein Kind wollen sie nicht mehr.

Guten Tag,

ich habe bereits vor mehr als 20 Jahren in einer familiär schwierigen Situation (drei Kinder, schwere Erkrankung meiner Frau) mich vasektomieren lassen. Es war dies die beste Entscheidung zu diesem Zeitpunkt - und bis heute.

Ich hatte keine Probleme, da ich mich mental vorbereitete und mich auch bemühte, überhaupt nicht an eine Refertilisierung zu denken. Will sagen: Für mich war der Entschluss nach etwa einjähriger Überlegung (gemeinsam mit meiner damaligen Frau) richtig und er wurde von vorneherein als unumkehrbar gesetzt. Dass ich neben mentaler Vorbereitung und gezielter medizinisch / chirurgischer Information mich intensiv nach einem guten Facharzt umsah und einen als hervorragend bekannten Urologen aufsuchte, versteht sich von selbst.

Meine OP verlief in jeder Beziehung (Vorbereitung, Ausführung, Nachsorge) völlig komplikationslos. Nach sechs Wochen war ich spermienfrei - und bin es bis heute. Es gab keine Nachwirkungen im Sinne von Schmerzen oder Syndromen. Wie man liest, melden sich viele Stimmen mit Klagen und Beschwerden. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis kenne ich keinen einzigen Fall, bei dem die Vasektomie daneben gegangen wäre.

Wichtig erscheint mir bis heute die mentale Vorbereitung und die klare Entscheidung ohne eine Hintertür, will sagen, ohne den Gedanken, man könne sich ja refertilisieren lassen. Das geht operationstechnisch nur selten gut und der Gedanke beweist ja auch, dass man es nicht richtig ernst meint mit dem Willen, endgültig keine Kinder mehr zu zeugen. Die Vasektomie ist zumindest ein ungewohnter Eingriff am empfindlichen Ort: Warum sollte man da von vorneherein einen "zweiten Zugriff" einplanen?

Die kleine OP vor 20 Jahren hat mir ein ruhigeres, ausgeglichenes Sexuallleben geschenkt. Der Einsatz hat sich für mich wirklich gelohnt.

Lassen Sie sich nicht vorschnell entmutigen und leisten Sie klare Kopfarbeit. Stehen Sie dann aber auch bitte zu Ihrer Entscheidung, in der einen oder der anderen Richtung. Ihr Jan491

Sehen Sie und genau weil die meisten Männer inklusive mir, "mental" bzw. psychisch diesen Eingriff ablehnen, ist es besser von vornherein ganz klar NEIN zur Vasektomie zu sagen!

Für mich persönlich ist - abgesehen von den operativen Risiken- Zeugungsfähigkeit ein elementarer Bestandteil meiner Männlichkeit, die ich mir von niemandem nehmen lasse! Keine Frau kann mich dazu zwingen! Wer es versucht wird sofort vor die Tür gesetzt. Ich habe das schon einmal durchexerziert.

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@CYTox

Hallo Cytox, eine Vasektomie ist als taktisches Mittel im Geschlechterkampf untauglich. Bezogen auf meine eigene Erfahrung stelle ich übrigens entschieden fest, dass ich selbst mir die Zeugungsfähigkeit habe wegoperieren lassen. Die Entscheidung lag letztlich ausschließlich bei mir. Mich hat niemand getrieben oder gar gezwungen und nach glücklicher Erfüllung eines Kinderwunsches war die Vasektomie unter den gegebenen Umständen das beste Mittel. Ich habe das selbst überlegt, mich mit meiner Partnerin abgestimmt, wir haben uns breit informiert und die Risiken, Vor- und Nachteile erwogen. Danach erfolgte die Suche des denkbar besten Urologen, mit dem ich dann auch gut ausgekommen bin.

Die Entscheidung, zu der ich kam, war für mich die richtige; das hat sich auch nach so vielen Jahren nicht geändert. Ob tatsächlich die meisten Männer diesen Weg ablehnen, weiß ich nicht. Immerhin unterziehen sich pro Jahr etwa 50.000 unserer Geschlechtsgenossen dieser OP. Und statistisch und auch bei Wahrnehmung der Echos im Internet scheinen die meisten ja damit gut klar gekommen zu sein.

Etwas weniger Dramatik in der Diskussion wäre wahrscheinlich ganz nützlich! Jan 491

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