Utilitarismus und Deontologie

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Nach Wikipedia ist deontologische Ethik wie folgt definiert:

„Deontologische Ethik oder Deontologie (griechisch: δέον (deon) das Erforderliche, das Gesollte, die Pflicht) bezeichnet eine Klasse von ethischen Theorien, die Handlungen unabhängig von ihren Konsequenzen zuschreiben, intrinsisch gut oder schlecht zu sein. Entscheidend ist dabei, ob die Handlung einer verpflichtenden Regel gemäß ist und ob sie aufgrund dieser Verpflichtung begangen wird.“

Das heißt, die Quelle des ethischen Sollens wird der handelnden Person von außen vorgegeben (Gott, Weltgeist, Vernunft, Staat, Volk, religiöses Gesetz wie z.B. die islamische Scharia).

Zur Zeit, als der Utilitarismus entwickelt wurde, herrschte in Europa ausschließlich eine Deontologische Ethik auf christlicher Basis. Die Interpretation des „göttlichen Gesetzes“ oblag dem Klerus und im Verbund mit ihm dem führenden Adel. Der Utilitarismus entsteht also als Gegenreaktion zur herrschenden deontologischen Ethik und als Befreiung von den mit göttlichen Gesetzen begründeten Unterdrückung des Volkes. Der Utilitarismus ist ursprünglich eine Untergrundbewegung, die von der kirchlichen/staatlichen Inquisition heftigst verfolgt wurde. Der Utilitarismus hat keine rein materialistische Basis, denn ein wichtiger Vertreter, John Locke war gläubiger Puritaner, der aber der Meinung war, dass Gott das Glück und die Selbstverantwortung aller Menschen wollte. Der Utilitarismus ist wesentlicher Teil der englischen Aufklärung und im Kern sucht er nach Kriterien, wie moralische Werte und Entscheidungen aus dem Geflecht einer menschlichen Gesellschaft erklärt und bestimmt werden können, das das Wohl aller im Ausgleich mit dem Wohl der Individuen zum Ziel hat.

Der Utilitarismus lehrt nicht, dass der Mensch als Mittel zum Zweck angesehen werden darf. Der Utilitarismus hat einen hohen Anspruch an Individuen, dass sie aufgeklärt emanzipatorisch in Kommunikation mit der Gesellschaft Verantwortung übernehmen für Regeln und Handlungen im Einzelfall, die sich am Wohl des Einzelnen im Vergleich mit dem Gesamtwohl messen lassen müssen.

In unserer jüngsten Vergangenheit hatten wir in Deutschland eine Deontologische Ethik, deren Vorgabe das Volkswohl, die Weltherrschaft der germanischen Rasse war. Das Wohl des Einzelnen hatte sich klaglos dem Volkswohl unterzuordnen. Das hätte der Utilitarismus DIKTATUR genannt und nicht akzeptable Missachtung der Rechte eines Individuums. Jetzt hat aber der Nationalsozialismus unverblümt Menschenversuche durchgeführt. Dieses Beispiel zeigt, dass eine deontologische Ethik per se weder daran geknüpft ist, ab wann dem Menschen Geist zugesprochen wird noch ihn per se nicht als Mittel zum Zweck benutzt.

Noch zur deontologischen Ethik: Sie muss heute, nach der nationalsozialistischen Katastrophe in Deutschland, nach den aktuell aufrüttelnden Terrorakten von Islamisten ganz neu bedacht werden. Denn die Terroristen folgen einem inneren Befehl, begründet in ihrem islamischen Glauben und sind eindeutig der Meinung, dass ihre Terrorakte eine GUTE TAT sind, die von Allah belohnt wird. Da wir ihre Taten – entsprechend der deontologischen Ethik - nicht nach den Wirkungen, den schrecklich entstellten unschuldigen Opfern, beurteilen sollen, sondern nach der „intrinsischen Einstellung“, müssten wir sie für GUT befinden. Und natürlich sind die unschuldigen Opfer für die Islamisten Mittel zum Zweck der „islamischen Gottesherrschaft“.

Alle religiös oder ideologisch begründete Terrorakte, auch Selbstverbrennungen sind Ausdruck einer deontologischen Ethik.

Der Bundestag hat als eine wesentliche Aufgabe die Diskussion von Gesetzesvorlagen und deren Beschluss. Gesetze sind nicht ausschließlich aber ein Gerippe der Moral. Das Ringen um diese Gesetze ist Ausdruck von Utilitarismus, da hier abgewogen wird, wie sich individuelle und Öffentliche Freiheit und Verpflichtung zueinander verhalten sollen.

die sinnlosen Ausführungen zum Nationalsozialismus mal außer Acht gelassen: wie du die Wikipedia-Definition für Deontologie richtig zitiert hast, gibt es mehrere deontologische Ethiken. Zu sagen, es herrschte dann und dann "die" deontologische Ethik ist falsch. Weiterhin müssen wir natürlich nicht Terrorakte gemäß der Deontologie für gut befinden, weil die moralischen Maßstäbe, die Terroristen für ihre Beurteilung einer Handlung wählen, nicht für uns gelten müssen. Wir können sie begründet für falsch erklären und ablehnen!

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