Ursachen für den Mauerfall 1989

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6 Antworten

Hallo! Da spielten viele Ursachen mit - wurden hier auch schon erwähnt. Hinzu kam die Dekadenz der Greise im Politbüro. Alles Gute.

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Neben den hier schon in anderen Antworten sehr gut dargestellten Gründen war noch sehr wichtig, dass sich die Verhältnisse in der Sowjetunion entscheidend geändert hatten.

1953 (17.Juni) hatten sowjetische Panzer eingegriffen, um das Regime der DDR vor der Bevölkerung zu schützen. 1989 war aber sowohl der DDR-Führung wir auch der Bevölkerung war klar, dass die Sowjetunion diesmal nicht eingreifen würde, um das Regime zu stützen.

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Kommentar von eka45
26.06.2013, 18:40

1953 (17.Juni) war nur ein Streik der Bauarbeiter, den die (auch im Ostenb empfangbaren) West-Radiosender zum Volksaufstand augbebauscht haben.

Die Lügen der Sender damals, stehen heute als Wahrheit in den Geschichtsbüchern.

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Während in Ungarn und der Tschechoslowakei politische und wirtschaftliche Reformen erkämpft bzw. durchgeführt wurden, blieb die Staatsführung der DDR stur auf ihrem politischen Weg. Im Mai 1989 lag das Wahlergebnis für die Staatsparteien bei 98,78%, den meisten Menschen war klar, das auch dieses, wie auch die anderen Ergebnisse in der DDR gefälscht waren. Viele Menschen fühlten sich hintergangen und es kam zu ersten großen Protesten.

Die Regierung verweigerte jedoch jeden Dialog und stellte Kritiker als Staatsfeinde dar. Doch das hatte nur den Effekt, dass sich immer mehr Menschen gegen die DDR-Staatsführung stellten und an Demonstrationen teilnahmen. Es bildeten sich politische Gruppierungen, die ihre Vorstellungen und Ziele öffentlich äußerten:

Wir wollen Spielraum für wirtschaftliche Initiative, aber keine Entartung in eine Ellenbogengesellschaft. Wir wollen das Bewährte erhalten und doch Platz für Erneuerung schaffen. (...) Wir wollen geordnete Verhältnisse, aber keine Bevormundung. Wir wollen freie, selbstbewusste Menschen, die doch gemeinschaftsbewusst handeln. Wir wollen vor Gewalt geschützt sein und dabei nicht einen Staat von Bütteln und Spitzeln ertragen müssen. (...) Wir bilden eine politische Plattform für die ganze DDR, die es möglich macht, sich an der Diskussion und Bearbeitung lebenswichtiger Gesellschaftsprobleme in diesem Land zu beteiligen. (...) Auszug aus dem Gründungsausruf des "Neuen Forums" (September 1989)

Viele Menschen hatten aber die Hoffnung auf Veränderungen in der DDR aufgegeben. Sie nutzten deshalb die neuen Verhältnisse im Ostblock (siehe z.B. Sinatra-Doktrin), um in den Westen zu gelangen. Nach Ungarn konnten sie ungehindert reisen. Dort kam es anlässlich des Abbaus der Grenzanlagen zu Österreich zu ersten Massenfluchten. Die DDR-Bürger hatten nun ein Schlupfloch im Eisernen Vorhang gefunden.

Mehrere Tausend Menschen aus der DDR begaben sich in Warschau und Prag auf das Botschaftsgelände der BRD, wo sie wochenlang unter schwierigsten Verhältnissen ausharrten. Am 30. September 1989 überbrachte der damalige Außenminister der BRD Genscher die Nachricht, dass für alle die Ausreise genehmigt sei:

Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise (...)

Im Oktober des Jahrs 1989 überschlugen sich die Ereignisse. Während der Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen der DDR am 7. Oktober gab es Massendemonstrationen.

Ich glaube, Gefahren warten nur auf jene, die nicht auf das Leben reagieren. Und wer die vom Leben ausgehenden Impulse - die von der Gesellschaft ausgehenden Impulse aufgreift und dementsprechend seine Politik gestaltet , der dürfte keine Schwierigkeiten haben. Das ist eine normale Erscheinung. Gorbatschow bei seiner Ankunft in Ostberlin zu 40-Jahr-Feier der DDR

Am 18. Oktober trat Staats- und Parteichef Erich Honecker von seinen Ämtern zurück. Sein Nachfolger Egon Krenz versuchte zu retten, was zu retten war. Am 9. November verkündete Günter Schabowski (Mitgl. d. Politbüros) in einer vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz ein neues Reisegesetz, das den Bürgern der DDR ohne Voraussetzungen Privatreisen in alle Länder in Aussicht stellte. Daraufhin fuhren noch am gleichen Abend Tausende zu den Grenzstellen un erzwangen zu Fuß oder mit dem PKW die Einreise nach West-Berlin und die Bundesrepublik.


Ursachen für den Mauerfall:

  • Die DDR-Bürger wollten freie Wahlen, Reisefreiheit und Meinungsfreiheit
  • Viele - nicht alle - wurden bespitzelt und fühlten sich beobachtet
  • Glasnost und Perestroika im Ostblock
  • Sinatra-Doktrin
  • Entfernung des Parteiapparats vom Volk
  • Unzufriedenheit mit dem sturen politischen Weg der Parteiführung ohne demokratische Öffnungen etc.
  • schlechte Wirtschaftslage

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Gesellschaftliche, ökonomische und politische Gründe, die miteinander verbunden waren, sind Aspekte über die du dich dem Thema evtl. nocheinmal annähern kannst.

Interessant ist evtl auch den Fall der Mauer mit den Gründen ihrer Erbauung gegenüber zu setzen.

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Nachdem Honecker 1971 1. Sekretär der SED geworden war, nahmen wirtschaftliche Probleme und Staatsverschuldung stark zu. Anfang der 1980er Jahre gewannen Menschen- und Bürgerrechtsgruppen großen Zulauf. Vor allem in der Kirche bildeten sich Gruppen wie die Friedensbewegung. Als 1985 Gorbatschow Generalsekretär der KPdSU wurde und seine Reformpolitik unter den Schlagwörtern Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) verkündete sowie verschiedene Spielarten des Sozialismus akzeptierte, stieß dies in den Reihen der SED weitgehend auf Ablehnung, denn politische und wirtschaftliche Reformen hätten die eigene Machtposition geschwächt. In der Bevölkerung fielen die Ideen Gorbatschows aber auf fruchtbaren Boden. Die Zahl der Ausreiseanträge nahm ab Mitte der 1980er Jahre kontinuierlich zu, und oppositionelle Gruppen gewannen an Zulauf Mitte 1989 setzte über Ungarn eine Massenflucht von DDR-Bürgern in den Westen ein.

Die ungarischen Behörden hatten die Grenze nach Österreich geöffnet. In der bundesdeutschen Botschaft in Prag sammelten sich ausreisewillige Bürger der DDR. Die Oppositionsbewegung machte bei den Montagsdemonstrationen in Leipzig ihre Forderungen nach Freiheit deutlich. Alle Faktoren zusammen hatten eine Dynamik entwickelt, der sich die Staats- und Parteiführung der DDR nicht länger entgegenstellen konnte. Am 18. Oktober 1989 wurde Honecker aufgrund der Massenproteste für mehr Freiheit und Reformen gezwungen, seine Staats- und Parteiämter niederzulegen. Am 8. November trat dann das gesamte Politbüro des ZK der SED geschlossen zurück. Einen Tag später verkün dete die SED die Öffnung der Grenzen zur Bundesrepublik.

Nach fast 4 Jahrzehnten war die Berliner Mauer, die symbolhaft für die Teilung der Welt in zwei Blöcke stand, gefallen.

Quelle: Bertelsmann Enzyklopädie

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Such mal nach dem Stichwort "Montagsdemonstrationen"

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Kommentar von eka45
26.06.2013, 18:43

Selbstverständlich meinst du damit die in der DDR und nicht die 1,5 Jahre andauernden Montagsdemos gegen HartzIV über die "unsere" Medien gar nicht berichtet haben - stimmt's ?

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