Uropa verstorben, keine Trauer empfinden?

8 Antworten

Von Experte DianaValesko bestätigt

Erstmal mein Beileid - und ich glaube, dass das eigentlich normal ist. Du hast den Verstorbenen kaum gekannt. Es bestand ein Verwandtschaftsverhältnis, aber keine große Verbindung - und es ist schwer um jemanden zu "trauern", den man so gut wie nicht gekannt und womöglich auch nur selten gesehen hat. Es wäre ehrlich gesagt sogar geheuchelt, wenn man jetzt die große Trauer spielen würde - von daher ist dein Verhalten absolut in Ordnung.

Bei mir sind auch schon Verwandte oder auch eher flüchtige Bekannte oder Nachbarn oder ehemalige Arbeitskollegen aus anderen Abteilungen usw. gestorben, zu denen ich keine so richtige Verbindung hatte und bei denen ich deswegen das eher beiläufig zur Kenntnis nahm und zwar bedauerte/nach Möglichkeit auch am Begräbnis gekommen bin, aber nicht ins Weinen übergegangen bin. Ich kann doch nicht um jemanden trauern, den ich gar nicht richtig gekannt habe und daher auch nicht einschätzen konnte.

Als dieses Jahr eine ehemalige Mitschülerin von mir starb, dachte ich mir auch ... mei, es ist freilich definitiv zu bedauern, wenn jemand vor der 30 an Krebs stirbt und ihr keiner offenbar hat helfen können, aber andererseits war sie eine sehr unangenehme Person bzw. jemand, den ich als sehr unangenehm in Erinnerung habe und nicht besonders sympathisch gefunden hatte.

Da brauchst du dir echt keine Vorwürfe zu machen und kein schlechtes Gewissen haben, aber es spricht für dich, dass du dir darüber Gedanken machst. Wenn er beerdigt wird, würde ich dem Uropa die letzte Ehre erweisen im Sinne der familiären Verbindung, die ja bestanden hatte.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Nein du bist kein schlechter Mensch. Jeder geht mit dem Tod anders um. Ich hatte schon 5 Tode in der Familie. 4 Großeltern und 1 Frühchen von meinem Bruder, das allerdings war der erste Tod. Seitdem ich ein Baby habe sterben sehen ist in mir irgendwas entweder kaputt oder geklickt und ich sehe den Tod als so normal und als Part des Lebens an das es eben einfach "Uhr abgelaufen" ist. Der erste war Schlimm, alles was folgte, 1 paar Großeltern mit Kontakt und eines ohne ist mir weder mit Tränen oder schwerem Herzen zu nahe gegangen. Sie sind eben weg, ich kann da auch nichts machen.

Warum sollte man jemandem gegenüber, zu dem man kaum Kontakt hatte, überwältigende Trauer empfinden?
Ich würde es eher heuchlerisch nennen, wenn du dich nun vor Schmerz auf dem Boden winden und laut schreien würdest.

Man trauert, wenn man jemanden verliert, der einem nahesteht.

Verliert man jemanden, der einem fremd ist, kommt keine große Trauer aus. Trauer ist nicht mit Genetik verknüpft, sondern mit Nähe.

Nein, weil jeder Mensch nimmt Todesnachrichten anders auf.

Ich bin z.B. sehr traurig, wenn einer meiner Hunde gestorben ist oder eingeschläfert wurde.

Todesnachrichten von Verwandten nehme ich zur Kenntnis.

Nö das ist normal, zu trauern ist keine Pflicht und wenn du wenig Kontakt hattest, ist es auch nicht verwunderlich. War bei mir genauso.

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