Urlaubsgeld Minijob?

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1 Antwort

Urlaub kann nur abgegolten werden, wenn das Arbeitsverhältnis beendet wird (§ 7 Abs. 4 Bundesurlaubsgesetz).

Solltest Du Deinen Urlaub nicht einmal beantragen, muss der AG ihn nicht einmal ins nächste Jahr übertragen, er verfällt ganz einfach.

Wenn Du Deinen Urlaub beantragst und betriebsbedingt nicht nehmen kannst, kann man den Urlaub bis ins nächste Quartal übertragen. Wird er dann nicht genommen, verfällt er auch ersatzlos.

Das Bundesurlaubsgesetz sieht den Urlaubsanspruch für die Erholung des AN vor und nicht um eine zusätzliche Einnahmequelle zu haben. Um vorzubeugen, dass manche AG ihren AN versuchen würden den Urlaub "abzukaufen", darf Urlaub eben nur bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgezahlt werden.

Wie viele Tage arbeitest Du eigentlich pro Woche? Diese 24 Urlaubstage sind der Mindesturlaub von vier Wochen bei einer 6-Tage-Woche. Du solltest mal nachsehen, was im Arbeitsvertrag noch zum Urlaubsanspruch steht.

Solltest Du nur zwei Tage/Woche arbeiten, hast Du bestimmt keinen Anspruch auf 24 Urlaubstage. Wenn Du pro Urlaubswoche zwei Urlaubstage nehmen musst, wären das ja 12 Wochen Urlaub und das ist utopisch. Hier muss der Urlaubsanspruch entsprechend umgerechnet werden.

Außerdem reden wir hier von "bezahltem Urlaub" und da gibt es Urlaubsentgelt und nicht Urlaubsgeld. Urlaubsentgelt ist die vorgeschriebene gesetzliche Bezahlung für einen Urlaubstag (bezahlter Urlaub). Urlaubsgeld ist eine arbeitsvertragliche, tarifvertragliche oder durch Betriebsvereinbarung getroffene Sonderzahlung des AG das gesetzlich nicht vorgeschrieben ist.

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lyrean23 09.12.2015, 10:10

Ich beende tatsächlich den Arbeitsvertrag Ende Dezember und konnte bis dahin keinen Urlaub nehmen. Kann ich denen jetzt diesen Gesetzesartikel vorlegen und dann haben sie meinen Anspruch geltend zu machen? Es ist eben der erste Job den ich habe wo nicht schon im Vorhinein gesagt wurde dass das gemacht wird und ich weiß von den lieben Kollegen, die auch aufgehört haben dass das bis jetzt keiner bekommen hat was eigentlich nicht sein kann. Im Vertrag stehen 24 Tage. Wie kann ich einen Teil der Stunden geltend machen wenn der Vertrag ausläuft und ich nicht verlängern will weil ich auf Weltreise gehe?

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Hexle2 09.12.2015, 10:43
@lyrean23

Wie viele Arbeitstage hast Du denn in der Woche und wie viele Monate dort gearbeitet?

Der AG ist lt. Bundesurlaubsgesetz (§ 7 Abs. 4) verpflichtet, Resturlaub der wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht genommen werden kann, auszuzahlen. (Kannst Du mal nachlesen)

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lyrean23 09.12.2015, 15:52
@Hexle2

52,94 im Monat runtergebrochen auf die Woche also knapp 12,4 Stunden. Und es waren 4 Monate und dann wurde nochmal ein neuer Vertrag gemacht (kann man die Urlaubsstunden vom alten Vertrag auch noch geltend machen?) und nochmal vier Monate. Die machen bei uns immer nur maximal Halbjahresverträge wegen Kündigung und so :D

Geh ich dann einfach dahin und sag denen das und dann läuft das von alleine?

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Hexle2 09.12.2015, 15:56
@lyrean23

Urlaub wird in Tagen und nicht in Stunden gerechnet. 

Wenn Du z.B. fünf Tage in der Woche arbeitest, ist der Mindesturlaub 20 Urlaubstage (vier Wochen). Bei drei Arbeitstagen/Woche beträgt er entsprechend 12 Urlaubstage und bei zwei Arbeitstagen/Woche sind es 8 Urlaubstage. 

Wenn Du also zwei Tage in der Woche arbeitest, hast Du bei 8 Urlaubstagen/Jahr für jeden voll gearbeiteten Monat Anspruch auf 1/12 des Jahresurlaubs. Die Bezahlung der Urlaubstage richtet sich dann nach den durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden/Tag.

Den Anspruch hast Du selbstverständlich auch noch vom vorigen Vertrag. Der zweite Vertrag war doch bestimmt die Verlängerung der ersten Befristung.

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