Urlaubsanspruch von "0" Tagen bei Minijob? Geht das?

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3 Antworten

Deine Auffassung ist völlig richtig - auch der von Dir errechnete gesetzliche Urlaubsanspruch Deiner Frau stimmt!

Diese Vereinbarung im Arbeitsvertrag ist nichtig - und wenn sie zehnmal im Vertrag steht und unterschrieben worden ist.

Das Bundesurlaubsgesetz BUrlG ist als Mindesturlaubsvorschrift absolut verbindlich; darauf kann auch nicht durch einen Vertrag verzichtet werden ("Unabdingbarkeit"); es gilt für alle Arbeitnehmer - egalb ob Voll- oder Teilzeit, "Aushilfe", befristet oder unbefristet, Mini- oder Midijob oder was auch immer:

§ 1 Urlaubsanspruch Jeder Arbeitnehmer hat in jedem Kalenderjahr Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub.

und

§ 3 Dauer des Urlaubs (1) Der Urlaub beträgt jährlich mindestens 24 Werktage. (2) Als Werktage gelten alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind.

serge2104 14.02.2014, 14:34

Im Netz liest man sehr viel, dass die Lohnfortzahlung bei Krank und Urlaub gerade bei Mini-Jonber nicht gezahlt wird. Scheint ein echtes bundesweites Problem zu sein, in Unternehmen jeder Größe. Ich schätze, es kommt davon, dass den Minijobern der Streß wegen ein Paar Euros was sie als Lohnfortzahlung nicht bekommen zu hoch ist und sie verzichten auf Forderungen und klagen nicht vor Gericht. Das wäre uns eigentlich auch wegen 85,5 € (2 Wochen Urlaub) mit AG zu streiten oder gar vor Gericht zu gehen nicht Wert (Nerven und weitere Probleme mit AG stehen nicht im Verhältniss zum Gewinn)

So haben auch Arbeitgeber keine Angst und behalten das Geld auch, den "wo kein Kläger, da kein Richter". Bei Vollzeitbeschäftigten gibt es das Problem wohl kaum.

Schade eigentlich, das gerade diesen Mitarbeitern, welche am wenigsten bekommen, noch mehr weggenommen wird. Ich schätze, dass hier der Staat viel aktiver werden müsste, um das Problem zu beheben. Wäre ja auch was für ARD/ZDF vielleicht.

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Familiengerd 14.02.2014, 17:32
@serge2104

Du hast die grundsätzliche Problematik absolut richtig erfasst; dazu kommt außerdem noch, dass viele Minijober, "Aushilfen" selbst glauben, sie hätten keine entsprechenden Rechte.

Eine Hilfe wäre es vielleicht, wenn permanente Verstöße von Arbeitgebern gegen Arbeitnehmerrechte strafbewehrt wären - vor allem in solchen Situationen, wo der Arbeitnehmer (wie Du richtigt sagst) sich fragen muss, ob sich eine Klage oder auch nur ein vorgerichtlicher REchtsstreit überhaupt lohnt.

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Das Bundesurlaubsgesetz unterscheidet nicht - wie Du schon richtig festgestellt hast - zwischen einer geringfügigen Beschäftigung und einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeitstelle.

serge2104 14.02.2014, 13:20

Also den Urlaubsanspruch hat sie, obwohl im Vertrag "0" Tage steht? Diese Vereinbarung ist also ungültig?

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Familiengerd 14.02.2014, 14:13
@serge2104

Diese Vereinbarung ist also ungültig?

Richtig!! Es besteht der gesetzliche Anspruch, wie Du ihn auch richtig errechnet hast!

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