Urlaubsanspruch nach Kündigung?

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In meiner Antwort gehe ich davon aus, dass Du bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses schon länger als sechs Monate im Betrieb bist.

Wenn es in Deinem Arbeits-, bzw. anwendbaren Tarifvertrag keine "Zwölftelregelung" gibt, steht Dir der komplette Urlaub von 30 Tagen zu.

Gibt es eine Zwölftelregelung (was meist der Fall ist), hast Du auf alle Fälle Anspruch auf den Mindesturlaub von vier Wochen (hier 20 Urlaubstage), da Du nach § 4 Bundesurlaubsgesetz die Wartezeit für den vollen Jahresurlaub erfüllt hast.

Nimmst Du die kompletten vier Wochen in Anspruch (was Dir rechtlich zusteht), hast Du allerdings in einem neuen Betrieb keinen Anspruch mehr auf diesen Urlaub, da § 6 Bundesurlaubsgesetz Doppelansprüche ausschließt.

Du hättest dann, gibt es im neuen Unternehmen mehr als den gesetzlichen Mindesturlaub, nur noch Anspruch auf ein Zwölftel des "übergesetzlichen" Urlaubs für jeden vollen Monat des Arbeitsverhältnisses.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Danke fürs Sternchen

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Die Managerin meint 15 Tage, jedoch glaube ich das dies falsch ist.

Und das glaubst Du richtig, wenn ...

..., wenn Dein Arbeitsverhältnis bei seiner Beendigung am 15.07. länger als 6 Monate in diesem Kalenderjahr bestanden hat; dann hast Du Anspruch auf den gesamten - mindestens den gesamten gesetzlichen - Urlaub.

Das ergibt sich aus dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 4 "Wartezeit" in Verbindung mit § 5 "Teilurlaub" Abs. 1 (Ausschluss der Bedingungen nach den Buchstaben a - c, die formulieren, wann nur ein zeitanteiliger Anspruch auf den gesetzlichen Urlaub besteht). Im Übrigen ist das einheitliche Rechtsauffassung und durchgängige Rechtsprechung.

Da Du mehr als den gesetzlichen Mindesturlaub von 24 Werktagen (entsprechend einer 6-Tage-Woche, 20 Arbeitstagen entsprechend einer 5-Tage-Woche, 16 Arbeitstagen entsprechend einer 4-Tage-Woche usw.) hast, kommt es für diesen Fall darauf an, ob dazu etwas - und wenn ja: was? - einzel- oder tarifvertraglich vereinbart wurde. Ohne eine entsprechende Vereinbarung hast Du auch Anspruch auf einen eventuell zusätzlich gewährten Urlaub.

Gibt es - wenn zusätzlicher Urlaub über den gesetzlichen hinaus gewährt wurde - eine Vereinbarung zu einer zeitanteiligen Berechnung ("Zwölftelung"), dann darf dabei aber der gesetzliche Urlaubsanspruch nicht unterschritten werden

Auf den Dir zustehenden Anspruch sind selbstverständlich alle bereits genommenen Urlaubstage für dieses Kalenderjahr anzurechnen. In Deinem Fall würde eine Zwölftelung also tatsächlich 15 Tage ergeben, die anteilige Berechnung würde aber den gesetzlichen Urlaubsanspruch unterschreiten - der bleibt Dir jedoch in vollem Umfang erhalten.

Urlaub, den Du wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr nehmen kannst - aus wirklich (!) dringenden (!) betrieblichen Gründen oder wegen Erkrankung - muss Dir ausgezahlt werden (BUrlG § 7 "Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs" Abs. 4).

Wenn Du diesen vollen Urlaubsanspruch wahrnimmst, hast Du allerdings keinen Urlaubsanspruch mehr gegen einen neuen Arbeitgeber in diesem Kalenderjahr, es sei denn, der Anspruch wäre dort höher als beim jetzigen (das wäre dann ein nur zeitanteiliger Anspruch auf den höher gewährten Urlaub im neuen Betrieb).

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Beruf/Ehrenamt, lange private Beschäftigung mit Arbeitsrecht

Wenn Du dort über 6 Monate beschäftigt bist bei Vertragende, hast Du bei einer 5 Tagewoche die vollen 20 Tage gesetzlichen Anspruch erworben. Wie es ausschaut mit den zusätzlich gewährten 10 Tagen musst Du in dem Vertrag oder Betriebsvereinbarungen nachschauen.

Wenn du mehr als die Hälfte des Jahres im Betrieb warst, steht dir der komplette Jahresurlaub zu.

Das wird dir dann bescheinigt, und du hast dann beim neuen Arbeitgeber keinen Anspruch mehr für das laufende Jahr.

30/12= 2,5 pro monat

Das ist falsch - jedenfalls dann, wenn das Arbeitsverhältnis bei der Beendigung nach dem 30.06. länger als 6 Monate bestanden hat.

In diesem Fall besteht Anspruch auf den vollen (mindestens gesetzlichen) Jahresurlaub und nciht nur auf den zeitanteiligen.

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