Urlaubsanspruch im ersten Jahr?

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An wie vielen Tagen pro Woche arbeitest du laut Vertrag? Die Stunden pro Tag sind beim Urlaubsanspruch irrelevant. Was aber zählt, ist die Anzahl an Arbeitstagen pro Woche. Bei 5 Arbeitstagen pro Woche steht dir der gesetzliche Mindesturlaubsanspruch in Höhe von 20 Werktagen pro Jahr zu. Bei weniger Tagen entsprechend weniger.

Ebenfalls erwirbt man auch während der Probezeit bereits Urlaubsanspruch! Und zwar pro Monat, den man gearbeitet hat, 1/12 des Jahresanspruchs. Auch eine generelle Urlaubssperre während der Probezeit ist nicht so ohne weiteres zulässig.

Was allerdings auffällt: die 1,67 Tage sind genau die Zahl, die sich bei 20 Arbeitstagen pro Jahr ergibt, wenn man die durch 12 teilt. Sprich, schau noch mal genau in den Arbeitsvertrag, ob da nicht eher steht, dass du während der 6-monatigen Probezeit PRO MONAT 1,67 Tage Urlaubsanspruch erwirbst. Dann würde das nämlich passen!

Im Vertrag steht: Der AN hat nach 6 Monaten Anspruch auf 1,67 Urlaubstage pro Monat. Dieser Anspruch wird vergütet. Die Vergütung erfolgt im Rahmen der Umrechnung auf Grundlage des jeweiligen Schuljahres bereits ab der ersten Lohnzahlung.

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@Luna2801

Ich würde das jetzt so lesen, dass du auch für die 6 Monate dann bereits die 1,67 Tage pro Monat "angesammelt" hast. Fraglich ist allerdings die Sache mit "Geld statt Urlaub". Ich denke mal, der Sinn dahinter soll sein, dass du ja während der Sommerferien eh nicht arbeitest und somit dort sowieso lange frei hast, während du im laufenden Schuljahr nicht freinehmen kannst. Ich würde hier aber vermuten, dass so eine Klausel nicht zulässig ist. Aber dafür müsstest du den Vertrag wohl wirklich mal einem Anwalt für Arbeitsrecht vorlegen...

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@Luna2801
Dieser Anspruch wird vergütet.

Das ist rechtswidrig - jedenfalls nach deutschem Recht!

Selbst wenn dir Dein Urlaubsanspruch vergütet (als ausgezahlt) wird, ändert das nichts daran, dass Du Deinen Urlaub trotzdem auch "nehmen" kannst.

Urlaub darf grundsätzlich nur dass ausgezahlt werden, wenn er wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses aus dringenden betrieblichen oder persönlichen Gründen nicht mehr genommen werden kann (Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 7 "Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs" Abs. 4).

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@Familiengerd

Grundsätzlich würde ich das ja auch so sehen. Aber hier ist es ja eine Art lehrerähnliche Tätigkeit. Lehrer müssen ihren Urlaub außerhalb der Schulzeit, also in den Ferien, nehmen. Hier scheint jetzt aber der Sonderfall vorzuliegen, dass die Fragestellerin für die Ferien gar nicht bezahlt wird. Entsprechend kann sie während der Ferien auch keinen bezahlten Urlaub nehmen bzw. bekommt die Bezahlung für die Urlaubstage genau wie das gesamte Gehalt "gestreckt" auf 12 Monate abzüglich Ferienzeiten.

Ich finde, das klingt schon ziemlich stark nach Sonderfall, wo ein Fachanwalt für Arbeitsrecht die Zulässigkeit dieser Klauseln prüfen müsste...

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@HappyMe1984

Das "könnte" ein etwas komplizierterer Fall sein!

Hier scheint jetzt aber der Sonderfall vorzuliegen, dass die Fragestellerin für die Ferien gar nicht bezahlt wird.

Wie soll das denn aussehen? Immer nur kurze Zeitbefristungen für die Dauer der Schulzeit? Aber dann müsste trotzdem Urlaub gewährt werden. Dann sollte hier verfahren werden wie bei Lehrern: Bezahlung selbstcvreständlich auch während der Ferien, die als Urlaub genommen werden.

Die Regelung hier scheint mir doch überhaupt kein Gesetz gedeckt!

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@Familiengerd

Schau mal in den Kommentaren weiter unten, da hat sie ihr Arbeitsmodell etwas erläutert. Sie bekommt eigentlich nur die Stunden bezahlt, die sie mit dem Kind in der Schule verbringt. Da sie ja aber in den Ferien entsprechend auch nicht das Kind in der Schule begleiten kann, würde sie da nichts bekommen. Deshalb wird das Gehalt für die geleisteten Stunden quasi gleichmäßig auf das ganze Jahr verteilt.

Da ist es schon nachvollziehbar, dass es sinnvoll ist, in dieses "gestreckte" Gehalt auch die Urlaubstage mit einzubeziehen und sie bei der Berechnung entsprechend mit Vergütung statt frei anzusetzen. Denn frei hat sie ja so oder so, halt die ganzen Ferien. Also schon logisch und durchaus auch okay, schließlich hat sie in diesem Fall ja sämtliche Ferien als Erholungszeit und somit eigentlich sogar deutlich mehr als andere Arbeitnehmer ;). Nur eben fraglich, ob der Gesetzgeber das auch zulässt.

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@HappyMe1984
Nur eben fraglich, ob der Gesetzgeber das auch zulässt.

Eben.

Und Lehrer sind im Prinzip in der gleichen Arbeitssituation.

Denkbar ist allenfalls, dass es sich nicht um einen "normalen" Arbeitsvertrag, sondern um einen Werkvertrag handelt.

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@Familiengerd

Lehrer bekommen auch während der Ferien Gehalt und müssen dort auch arbeiten! Vorbereitungen, Weiterbildungen und so. Sprich, deren Situation ist da schon anders bzw. eindeutiger...

Werk- oder Honorarvertrag würde hier in diesem Fall wohl eindeutiger sein. Allerdings gibt's bei denen ja einfach gar nichts an Urlaub, sind ja keine sozialversicherungspflichtigen Angestelltenverhältnisse...

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@HappyMe1984

Bei den Lehrern hast Du selbstverständlich Recht; Ich wollte auch nicht unterstellt haben, die würden dann "auf der faulen Haut liegen"!

Wie auch immer: eine sehr dubiose Situation.

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Wenn ich meine zu leistenden Stunden auf 52 Wochen verteile, dann komme ich auf 20Stunden und arbeite, wenn ich arbeite von Mo-Freitag

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Danke für die Kommentare, da sind einige bei, die mir weiter helfen.

Vielleicht kann mir da auch noch jemand die Frage nach Feiertagen beantworten. Im letzten Schuljahr wurden die nicht bezahlt, auch nicht die währen der Schulzeit (1. Mai, Reformationstag...). Fallen die in die Ferienregelung?

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Du hast einen Anspruch auf deine gesetzlichen 4 Wochen Urlaub, wenn du 6 Monate in dem Jahr bei deinem Arbeitgeber beschäftigt warst. ( außer du hattest in dem Jahr schon wo anders Urlaub)

was macht man als schulbegleiter in den Ferien?

ich weiß es wirklich nicht, und soll kein Vorwurf oder so sein... musst du dann privat bei deinem Schützling helfen?

In den Ferien habe ich frei, wobei ich aber auch nur die Stunden bezahlt bekomme, die ich mit dem Kind in der Schule verbringe. Das wird auf 12 Monate berechnet, damit ich durchgängig Gehalt bekomme, aber halt pro Monat weniger. Mir geht es bei der Frage nicht um den Freizeitausgleich, sondern um die Bezahlung der Stunden. Ich darf diese ja auch nur während der Ferienzeit nehmen.Deine Frage ist vollkommen ok!

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