Urlaubsanspruch bei Teilzeitbeschäftigung II

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3 Antworten

Hallo naturina!

Es kann keine "halben Urlaubstage" geben! Auch wenn manche Betriebe solche komischen Regelungen konstruieren. Man kann auch bei Rot über die Ampel fahren, ein Haus ohne Dach bauen oder ohne Fallschirm aus dem Flugzeug springen und sagen: "Geht doch!"

Nur wei etwas "gemacht" werden kann, ist es nicht richtig.

Zum Thema Uralubsanspruch von Teilzeitbeschäftigten gibt es grundsätzlich zwei Rechenweisen:

  1. Man bringt, bezogen auf die Wochenarbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten, die Teilzeitquote prinziell an sämtlichen Werktagen ein (durch kürzere tägliche Arbeitszeit oder wechselnde freie Tage). Dann hat man genau so viele Tage Urlaubsanspruch, wie Vollzeitbeschäftigte. Entweder den gesetzlichen Mindesturlaub von 24 Tagen / 6-Tagewoche bzw. 20 Tagen / 5-Tagewoche oder ggf. in Tarifvertrag oder per Arbeitsvertrag vereinbarten höheren Anspruch. Der Urlaubstag geht dabei in die Stundenberechnung mit dem entsprechenden Anteil der Vollzeitstunden ein.

Bei Deiner Art, die Arbeitsleistung einzubringen, würdest Du dann in der "8-Std. Woche" um 2 Std. täglich "benachteiligt" und ind der "4-Std. Woche" um den gleichen Zeitanteil "bevorteilt". Darum müsstest Du, um nicht insgesamt benachteiligt oder bevorteilt zu werden, Deine Urlaubstage exakt zu genau gleichen Teilen auf die beiden Blöcke verteilen - was mir jedoch in der Ausführung als unrealistisch erscheint.

Der AG wird von seiner Seite aus auf jeden Fall mit 6 Std./Urlaubstag rechnen und liegt damit rechtlich auf der sicheren Seite.

Als Kompromiss würde ich jedoch versuchen, die Stundenwerte des jeweiligen Arbeitsblockes als "Gegenwert" in den darin genommenen Urlaubstag zu legen - aber da bist Du leider auf die Kulanz des AG angewiesen.

  1. Man bringt seine Arbeitszeit stets nur an bestimmten Wochentagen ein, hat also an den stets gleichen freien Tagen nie Arbeitsverpflichtung, dann errechnen sich die Urlaubstage nach folgender Formel:

Urlaubstage (Vollzeit) : Anzahl der Werktage (Vollzeit) x Anzahl der Werktage (Teilzeit) = Urlaubstage (Teilzeit)

z.B: 5-Tagewoche/20 Urlaubstage (Vollzeit), Teilzeitbeschäftigung (arbeitet nie z.B.: am Donnerstag) lautet die Rechnung 20 : 5 = 4; 4 x 4 = 16 Tage Urlaubsanspruch;

Das Bundesurlaubsgesetz kennt keine halben Urlaubstage. Die muss der AG auch überhaupt nicht genehmigen. Urlaub ist zusammenhängend zu nehmen.

Davon abgesehen: ein Urlaubstag hat immer soviel Stunden, wie dein Arbeitstag gehabt hätte. Wenn dein Chef sich auf halbe UT einlassen würde, wäre der halbe UT dementsprechend auch die hälfte der an dem betreffenden Tag fälligen Arbeitszeit wert. Im Vollzeitmodell also 4 und im Teilzeitmodell 2 Stunden.

Also wird der halbe Tag aus der tatsächlich an diesem einen Tag zu leistenden Stundenanzahl berechnet

Also lautet die Antwort: Die an diesem einen Tag individuell vereinbarten zu leistenden Stunden geteilt durch 2 ? Müsste ich an dem Tag 8 Stunden arbeiten, darf ich nach 4 Stunden heim. Müsste ich 6 Stunden arbeiten, dürfte ich nach 3 Stunden heim. Müsste ich an diesem Tag 4 Stunden arbeiten, dürfte ich nach 2 Stunden heim.. nur damit ich das richtig verstehe.

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@ralosaviv

Hast du einen Tipp wie ich meinen Arbeitgeber davon überzeugen kann das es NUR SO richtig und fair wäre? Steht das irgendwo geschrieben das man es so machen sollte (ich weiß auch das es keinen gesetzlichen Anspruch auf halbe Tage Urlaub gibt Praktisch ist es aber so, dass es doch jedes Unternehmen macht, aber ich finde wenn, dann sollen die das auch richtig machen.

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@naturina

Erzähl mal, wie dein AG sich das vorstellt!?

Wie bezahlt/berechnet er denn den Urlaub, wenn es um volle Tage geht in den einzelnen Modellen?

Google mal das Bundesurlaubsgesetz und Stichwort Lohnausfallprinzip. Eigentlich ergibt sich daraus, wie vorzugehen wäre.

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Das eine hat mit dem anderen nix zu tun. Du hast mindestens 25 Tage Urlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz, jenachdem wie alt du bist, bis zu 36 Tage. Egal ob Vollzeit oder Teilzeit.

Und die 30 Stunden darf er dich auch innerhalb von 4 Tagen einsetzen zu je 8 Stunden.

Wieso hat das eine mit dem anderen nichts zu tun? Wenn du Urlaub nimmst willst du doch sicher auch den vollen Tag bezahlt haben oder nicht? Abgesehen davon hat man nach dem BUrlG 24 Werktage gesetzlichen Mindesturlaub. Eine Staffelung nach dem Alter ist nach der neuesten Rechtsprechung diskriminierend und nicht mehr zulässig. Abweichenden Urlaubsanspruch können nur Einzel-oder Tarifverträge regeln.

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@ralosaviv

Bei einem TZ30 Vertrag bekommt sie pro Urlaubstag 5 Stunden vergütet ( 6 Tage Woche )

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@PiazzaMilano

Unsinn. Es gilt immer das Lohnausfallprinzip. Wer 5 Tage arbeitet, kann keine 6 Tage Urlaub haben. Und der Urlaubstag ist mit den tatsächlich zu leistenden Stunden fortzuzahlen.

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@ralosaviv

Und der Urlaubstag ist mit den tatsächlich zu leistenden Stunden fortzuzahlen. Ja, 6x5 sind bei mir 30

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@PiazzaMilano

In diesem Fall ist 6x5 nicht das Gleiche wie 5x6. Wenn du die Frage vernünftig gelesen hast, arbeitet die FS 5 Tage pro Woche. Demnach ist

Bei einem TZ30 Vertrag bekommt sie pro Urlaubstag 5 Stunden vergütet ( 6 Tage Woche )

FALSCH.

Es macht aber auch keinen Sinn, das Thema zu sezieren. Wenn einer von Stunden pro Tag und der andere von Wochenstunden redet, kann man auf keinen Nenner kommen.

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