Urlaubsanspruch bei Langzeiterkrankung?

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3 Antworten

Habe ich nun die 27 Tage aus 2015 plus die 30 Tage für 2016 als Urlaub?

Ja!

Dir steht neben dem Urlaub für das laufende Kalenderjahr auch noch der volle (sofern noch keine Tage genommen wurden) Urlaub für 2015 zu, wenn Du ihn bisher wegen der Erkrankung nicht nehmen konntest. Die Bestimmung des Bundesurlaubsgesetzes BUrlG, wonach nicht genommener Urlaub zum 31.03. des Folgejahres verfällt, ist nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes EuGH und darauf aufbauender Entscheidungen der deutschen Arbeitsgerichte nicht anzuwenden!

Das gilt auch für den über den gesetzlichen Anspruch hinausgehenden zusätzlich gewährten Urlaub jedenfalls dann, wenn arbeits- oder tarifvertraglich dazu nicht Anderes bestimmt ist.

Ich habe mehrfach gelesen, das Urlaub vom Vorjahr am 31.3 verfällt, bei längerer Krankheit aber erst 3 Monate nach wieder Arbeitsantritt. Stimmt das so?

Urlaub, der wegen lang anhaltender Erkrankung nicht genommen werden kann, verfällt zum 31.03. des übernächsten Jahres.

Solltest Du also Deinen Urlaub aus 2015 weiterhin nicht nehmen können, würde er erst zum 31.03.2017 verfallen.

Darf sie das?

Schlicht und einfach: Nein!

Du hast Anspruch auf den Urlaub aus 2015 und auch ohne Einschränkung für 2016!

Die Aussage Deiner Chefin zum Verfall des Urlaubs ist falsch (vielleicht aus Unkenntnis, vielleicht auch mit Absicht, weil sie Dich für kenntnislos hält); Dir für die Zeit Deiner Erkrankung in diesem Jahr bis zum 15.06 dieses Jahres keinen Urlaub zugestehen zu wollen ist einfach rechtswidrig!

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ich will mich jetzt nicht zu Weit aus dem Fenster lehnen, bin aber der Meinung das es dafür keine Gesetzliche Regelung gibt.

Jeder Betrieb legt das (meiner Meinung nach) selber fest bis wann der Jahresulraub verbraucht sein muss. In manchen Betrieben darf man den Urlaub mit ins neue Jahr nehmen muss allerdings bis 31.3 aubrauchen (bin sogar der Meinung dieser muss dann ausgezahlt werden), manche dürfen den Urlaub garnicht mihnehmen.

Das müsste aber in deinem Vertrag festgelegt sein. Wenn du dir nicht sicher bist einen Anwalt für Arbeitsrecht fragen. (wenn du eine Rechtsschutzversicherung hast die Arbeitsrecht abdeckt umso besser!)

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Kommentar von Familiengerd
09.06.2016, 14:48

bin aber der Meinung das es dafür keine Gesetzliche Regelung gibt

Es gibt zwar keine direkte gesetzliche Regelung für den Fall, aber wegen einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes EuGH und darauf aufbauender Entscheidungen der deutschen Arbeitsgerichte ziemlich klare richterrechtliche Regelungen.

Urlaub, der in einem Kalenderjahr wegen langanhaltender Erkrankung nicht genommen werden kann, verfällt erst zum 31.03. des übernächsten Jahres und nicht des darauf folgenden Jahres - und das legt nicht jeder Betrieb selbst fest!

bin sogar der Meinung dieser muss dann ausgezahlt werden

Urlaub darf nur dann ausgezahlt werden, wenn er wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr genommen werden kann!

"bin aber der Meinung", "meiner Meinung nach" und "bin sogar der Meinung": ein bisschen sehr viel bloße "Meinung" statt konkreter Aussagen!!

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hi Lisa, das ist teils ein bisschen trikcsig.

Hier findest du gute Hinweise.

http://www.hensche.de/Urlaub_Krankheit_Arbeitsrecht_Urlaub_Krankheit.html#tocitem1

Der U-Anspruch aus Vorjahr ist ziemlich klar.. ob U-Anspruch für Krankzeit, da sind sich selbst Gerichte nicht ganz einig.

Alles Gute!

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Kommentar von Familiengerd
09.06.2016, 17:17

ob U-Anspruch für Krankzeit, da sind sich selbst Gerichte nicht ganz einig

Wie kommst Du denn auf diese wahrhaftig "kühne" Behauptung?!?!

Das wäre ja eine geradezu unglaubliche neue Entwicklung, wenn die deutschen Arbeitsgerichte uneinig darüber wären (abgesehen davon, dass es dann dazu schon längst eine höchstrichterliche Entscheidung des BAG und darüber hinaus wohl auch des EuGH geben würde), ob ein kranken Arbeitnehmer für die Zeit seiner Erkrankung keinen Urlaubsanspruch habe, dass ihm also der Urlaubsanspruch entsprechend gekürzt werden könne - weiterhin abgesehen davon, dass das mit dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG und dem Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG nicht vereinbar und außerdem völlig unlogisch wäre und nicht zusammenpasst mit Deiner richtigen Feststellung, dass der "U-Anspruch aus Vorjahr ist ziemlich klar" (übrigens nicht nur "ziemlich", sondern unzweifelhaft!)!!

Möglich wäre das allenfalls für den über den gesetzlichen Urlaubsanspruch hinausgehenden zusätzlich gewährten Urlaub - aber nur, sofern überhaupt eine entsprechende vertragliche Regelung besteht!

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