Urlaubsanspruch bei Kündigung in der Probezeit in der 2. Jahreshälfte?

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1 Antwort

Zum Urlaubsanspruch beim gegenwärtigen Arbeitgber:

Ich bleibe über 6 Monate, habe aber in der Probezeit gekündigt.

Das ist nicht richtig: Du bleibst nicht über 6 Monate, sondern genau 6 Monate. Dass Du in der Probezeit gekündigt hast, ist belanglos.

- Habe ich Auspruch auf den vollen Jahresurlaub?

Nein!

Anspruch auf den vollen Jahresurlaub (mindestens - je nach vertraglicher Vereinbarung - den gesetzlichen Urlaub) hättest Du entsprechend Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 4 nach 6-monatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses - also erst mit 6 Monaten und 1 Tag der Dauer des Arbeitsverhältnisses.

Darum hat ja zum Beispiel ein Arbeitnehmer, der seit dem 01.01. eines Jahres im Arbeitsverhältnis ist, erst dann einen Anspruch auf den vollen (mindestens gesetzlichen) Jahresurlaub, wenn das Arbeitsverhältnis erst in der 2. Jahreshälfte beendet wird, als nach dem 30.06. - mithin nach 6 Monaten und nicht mit 6 Monaten!

Du hast demnach Anspruch auf Urlaub für 6 Monate, als von 6/12 (der Hälfte) Deines Urlaubsanspruchs.

Zur Anrechnung von Urlaub bei einem früheren Arbeitgeber:

Da Du nur einen anteiligen Anspruch auf den beim gegenwärtigen Arbeitgeber vereinbarten Urlaub hast, wird der Urlaub, den Du in diesem Kalenderjahr bereits bei einem vorherigen Arbeitgeber genommen hast, nicht angerechnet!

Dabei kommt es allerdings darauf an, dass Du keinen höheren Anspruch als beim jetzigen Arbeitgeber hattest und der tatsächlich beim früheren Arbeitgeber genommene Urlaub den anteilsmäßigen Anspruch nicht überschritten hat.

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Kommentar von DarthMario72
29.10.2015, 01:24

Gerd, wird haben uns beide verrechnet. April bis Oktober sind tatsächlich 7 Monate!

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Kommentar von Familiengerd
29.10.2015, 01:37

Also Korrektur, FreieFrage!!! Tut mir leid!!!

Dein Arbeitsverhältnis hat also tatsächlich 7 Monate bestanden.

Also jetzt die richtige Antwort:

Da Dein Arbeitsverhältnis länger als 6 Monate bestanden hat und in der 2. Jahreshälfte endet, hast Du nach dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 4 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 Anspruch auf den vollen Jahresurlaub.

Das betrifft grundsätzlich erst einmal den gesetzlichen Mindesturlaub von 24 Werktagen (in Deinem Fall: 20 Arbeitstage bei einer 5-Tage Woche). Den Anspruch hast Du aber auch für den gesamten vereinbarten Urlaub von 30 Tage, wenn arbeitsvertraglich (oder in einem anzuwendenden Tarifvertrag) keine Zwölftelung/anteilige Berechnung vereinbart ist.

Wurde eine anteilige Berechnung vereinbart, dann darf der errechnete Urlaubsanspruch aber den gesetzlichen Urlaub nicht unterschreiten.

Von dem Anspruch sind bereits genommene Tage selbstverständlich abzuziehen. Der Urlaub bei einem vorherigen Arbeitgeber in diesem Kalenderjahr ist auch abzuziehen. Wenn Du diesen Anspruch einforderst (und erhältst), dann hast Du in diesem Jahr allerdings keinen Urlaubsanspruch mehr bei einem neuen Arbeitgeber.

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