Urlaubsanspruch auf den gesamten Jahresurlaub??

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Erstens:

Die vor der Kündigung erteilte Gewährung für eine zeit, die jetzt nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses liegt, ist selbstverständlich hinfällig.

Der Dir zustehende Urlaub muss Dir also in der Kündigungsfrist gewährt werden.

Wenn der Urlaub ganz oder teilweise in dieser Zeit aus dringenden betrieblichen oder aus persönlichen (z.B. Erkrankung) Gründen nicht mehr genommen werden kann, muss er ausgezahlt werden.

Zweitens:

Wenn das Arbeitsverhältnis bei der Beendigung länger als 6 Monate bestanden hat, hast Du Anspruch auf den gesamten Jahresurlaub (selbstverständlich abzüglich von in diesem Kalenderjahr bereits genommener Tage).

Dieser Anspruch betrifft zunächst nur den gesetzlichen Urlaub; er gilt auch für einen eventuell zusätzlich gewährten Urlaub, wenn es keine vertragliche Vereinbarung zu einer anteiligen Berechnung (Zwölftelung) gibt oder wenn im Vertrag nicht zwischen gesetzlichem und zusätzlichem Urlaub unterschieden wurde.

Ist einer der beiden Fälle gegeben, darf zwar anteilig berechnete werden (1/12 des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat der Dauer des Beschäftigungsverhältnisses - Monat als Zeiteinheit, nicht zwingend als Kalendermonat), der anteilige Urlaub darf dann aber den gesetzlichen Mindesturlaub nicht unterschreiten.

Wenn Du diesen Anspruch auf den vollen Urlaub (in "natura" oder als Abgeltung) geltend macht, hast Du allerdings in diesem Kalenderjahr keinen Urlaubsanspruch mehr gegen einen neuen Arbeitgeber - es sei denn, der Urlaub wäre dort länger als beim jetzigen.

Vampire321 01.07.2017, 02:41

Kleine Korrektur bzgl des Anspruchs auf den kompletten Jahresurlaub bei einer Beschäftigung von mehr als 6 Monaten:

Das gilt nur bei Kündigung durch den Arbeitgeber, nicht bei der Kündigung -wie in diesem Fall- durch den Arbeitnehmer!

0
Familiengerd 01.07.2017, 12:15
@Vampire321

@ Vampire321:

Das gilt nur bei Kündigung durch den Arbeitgeber, nicht bei der Kündigung -wie in diesem Fall- durch den Arbeitnehmer!

Das ist selbstverständlich falsch!

Aber wie kommst Du denn zu dieser Behauptung?!?! Das würde mich jetzt "echt" mal interessieren!

WER das Arbeitsverhältnis (und warum) beendet, spielt für den Urlaubsanspruch keine Rolle - jedenfalls nicht nach deutschem Recht.

0


Im Prinzip schon: Einmal gewährter Urlaub ist grundsätzlich unwiderruflich. Daran ändert auch eine zwischenzeitlich Beendigung deines  Arbeitsverhältnisses nichts.

Im Ergebnis aber nicht: Der AG darf diesen Anspruch auszahlen, wenn er aus betrieblichen Gründen vor dem Ausscheiden nicht genommen werden kann.
Wenn also bsplsw. schon andere MA in deiner Kündigungsfrist bereits in genehmigtem Urlaub oder im Krankenstand sind, muss er die Abteilung nicht schliessen, weil du jetzt auch noch Erholungsurlaub beanspruchst, der dir im Juli/August eben nicht genehmigt worden wäre  :-O

G imager761

Familiengerd 01.07.2017, 12:24

Einmal gewährter Urlaub ist grundsätzlich unwiderruflich. Daran ändert auch eine zwischenzeitlich Beendigung deines  Arbeitsverhältnisses nichts.

Nur ist eine Urlaubsbewilligung gegenstandslos für einen Urlaub, der zwischenzeitlich nach dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses liegt.

Die Frage eines "Widerrufs" stellt sich dann selbstverständlich erst gar nicht.

0

bei vielen Arbeitsverträgen steht

man hat xxx tage Urlaub im Jahr

wenn man aber unter dem Jahr den Betrieb verlässt (gekündigt hat) dann hat man nur einen Prozentteil des gesamten Jahresurlaubs

also z. B. Man hat im Jahr 24 Tage Urlaub (lt. Arbeitsvertrag) und geht aber schon zum 1. 9. so ist  der Urlaubsanspruch logischer weise vermindert und zwar in meinem Beispiel

24 (Anspruchstage) geteilt durch 12 (Anzahl der Monate eines Jahres) mal 8, (denn man ist ja noch 8 Monate im Betrieb)

so kommt man auif 16 Arbeitstage

nun zu deiner Frage

rechne aus, wieviel Tage dir für die Zeit, die du im Betrieb bist (in diesem Jahr) und von dieser Zahl musst du die

Familiengerd 01.07.2017, 00:35

Dein Rechenbeispiel ist allerdings falsch!

Denn wenn das Arbeitsverhältnis bei der Beendigung  in der zweiten Jahreshälfte länger als 6 Monate bestanden hat , dann hat der Arbeitnehmer Anspruch auf den gesamten Jahresurlaub, mindestens aber - wenn zusätzlicher Urlaub gewährt und eine anteilige Berechnung vereinbart wurde - Anspruch auf den gesamten gesetzlichen Mindesturlaub (selbstverständlich abzüglich bereits genommener Urlaubstage im entsprechenden Kalenderjahr).

0
Vampire321 01.07.2017, 02:42
@Familiengerd

Aber nur wenn der Arbeitgeber gekündigt hat! Nicht bei Kündigung durch den Arbeitnehmer!

0
Familiengerd 01.07.2017, 12:17
@Vampire321@ Vampire321:

Das ist selbstverständlich falsch!

Aber wie kommst Du denn zu dieser Behauptung?!?! Das würde mich jetzt "echt" mal interessieren!

WER das Arbeitsverhältnis (und warum) beendet, spielt für den Urlaubsanspruch keine Rolle - jedenfalls nicht nach deutschem Recht.
1

Nur anteilmäßig, schau was in Deinem Arbeitsvertrag steht,

Familiengerd 01.07.2017, 00:37

Das ist so pauschal falsch!

Denn wenn das Arbeitsverhältnis bei der Beendigung  in der zweiten Jahreshälfte länger als 6 Monate bestanden hat , dann hat der Arbeitnehmer Anspruch auf den gesamten Jahresurlaub, mindestens aber - wenn zusätzlicher Urlaub gewährt und eine anteilige Berechnung vereinbart wurde - Anspruch auf den gesamten gesetzlichen Mindesturlaub (selbstverständlich abzüglich bereits genommener Urlaubstage im entsprechenden Kalenderjahr).

0

Was möchtest Du wissen?