Urlaubsanpruch-wie wird das geregelt?

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3 Antworten

Wenn er im Juni (wann genau) die Ausbildung beendet hat, standen ihm bis dahin max. 6/12 des Urlaubsanspruch als Azubi zu. Bei Ausscheiden / Nichtübernahme hätte der Resturlaub abgegolten, also ausbezahlt werden müssen.

Ab Übernahme stehen ihm ebenfalls mind. 6/12 für das neue Beschäftigungsverhältnis zu.

Sollte er noch Alturlaub aus dem Ausbildungsverhältnis haben, kann er diesen auch im Angestelltenverhältnis nehmen. Für den auf das Ausbildungsverhältnis entfallenden Anteil ist der ArbG jedoch nicht verpflichtet, Urlaubsentgelt auf Basis des Gehalts aus dem Angestelltenverhältnis zu zahlen, sondern auf Basis der Ausbildungsvergütung.

Soll heißen: hatte er eine Ausbildungsvergütung von z. B. 750,--€ und aus dieser Zeit noch 10 Tage Urlaub bei einer 5-Tage-Woche, würden ihm im Urlaubsfall für diese 10 Tage lediglich 375,--€ Urlaubsentgelt zustehen.

Für die Zeit des Angestelltenverhältnisses entsteht jedoch neuer Urlaubsanspruch, der auch entsprechend zu vergüten sein wird.

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Kommentar von Yukiko94
15.07.2013, 16:25

Ich habe gelesen, dass der Anpruch aber erst nach 6 Monaten gilt. Stimmt das?

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Ich beende meine Ausbildung Ende September (werde dann übernommen) und habe noch insgesamt 6 Wochen Urlaub. Mir wurde gesagt, dass ich den während meiner Ausbilung nehmen muss, da die Ausbildung und die spätere Einstellung zwei voneinander unabhängige Beschäftigungsverhältnisse darstellen und der Urlaub daher nicht übertragen werden kann (zumal zwei verschiedene Regelungen zugrundliegen). Ich kann mir gut vorstellen, dass das bei deinem Freund ebenso geregelt ist - leider. Allerdings wäre es natürlich nett gewesen, wenn sein Chef bzw. die Personalabteilung ihm das mal vorher mitgeteilt hätte..

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Kommentar von Yukiko94
15.07.2013, 15:58

Ja, das wäre es durchaus gewesen. Kann er wohl nichts machen, außer er baut so viele Überstunde auf, dass sie für zwei Wochen reichen, und da sehe ich in dem Betrieb schwarz.... Vielen Dank für deine Antwort :)

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Kommentar von ralosaviv
15.07.2013, 16:16

Es ist sicher sinnvoller, den Urlaub vor Ende der Ausbildung zu nehmen. Verpflichtend ist das allerdings keineswegs. Darüber hinaus ist es ein Unterschied, ob das Ausbildungsverhältnis vor Ablauf des 30.06. oder nach dem 01.07. endet. Im ersten Fall besteht lediglich ein Teilurlaubsanspruch gem. § 5 BUrlG. Im zweiten Fall besteht grds. Anspruch auf den vollen Jahresurlaub und dann kann die Sache schon eher zum ausgewachsenen Streitfall werden.

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Hallo Yukiko94, das Internet gibt nichts her auf die Frage Urlabsanspruch nach Beendigung der Lehre finanziell abgelten. Eine rechtssichere Auskunft könnteste bei der Gewerkschaft ver.di erhalten.

Zweitens wäre abzuklären, in wie weit der Urlaubsanspruch bei einem Anschluß-Arbeitsvertrag nicht gewährt werden muß. Damit stünde einem Lehrling/Erstarbeitnehmer dieses Jahr überhaupt kein Urlaub zu? Das kann nicht sein.

Ruf mal bei ver.di an und erkundige Dich:

ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Bundesvorstand, Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin, Telefon (0 30) 69 56 - 0

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Kommentar von ralosaviv
15.07.2013, 21:46

Von finanzieller Abgeltung ist ja auch hier überhaupt nicht die Rede. Das ist ohnehin nur möglich, wenn das Ausbildungs- oder Beschäftigungsverhältnis endet. Bei Übernahme nicht. s. § 7 BUrlG

Ein Anschlussarbeitsverhältnis ist in diesem Fall nicht gravierend anders als ein neues Arbeitsverhältnis, in welchem jedem Arbeitnehmer ab dem ersten vollen Beschäftigungsmonat 1/12 seines Jahresurlaubs zusteht.

Ver.di gibt überdies - wie alle Gewerkschaften - nur Auskünfte, wenn man zahlendes Mitglied ist.

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