Urlaubsabgeltung im Todesfall bei Krankengeldbezug?

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2 Antworten

Muss der Arbeitgeber mir (als Erbe) den anteiligen Urlaubsanspruch abgelten?

Ja!

Abgeltungsansprüche von Urlauben, die Arbeitnehmer wegen Todes nicht mehr nehmen konnten, sind vererbbar. Es spielt dabei keine Rolle, ob Dein Mann zum Zeitpunkt seines Todes noch Arbeitnehmer war oder nicht mehr.

Du hast also einen Abgeltungsanspruch für anteiligen Urlaub Deines Mannes in Höhe von 5/12 des Jahresurlaubs für 2017.

Zum anteiligen Anspruch gehört auch der anteilige Zusatzurlaub für Schwerbehinderte. 

Wenn Dein Mann (abgesehen vom Schwerbehindertenurlaub) einen über den gesetzlichen Mindesturlaub hinaus gehenden zusätzlichen Urlaub hatte, kommt es für einen Anspruch auf dessen Anteil darauf an, ob im Arbeits- oder einem eventuell anzuwendenden Tarifvertrag etwas dazu vereinbart oder zwischen gesetzlichem und zusätzlichem Urlaubsanspruch unterschieden wurde.

Ist das nicht der Fall, besteht auch Anspruch auf den anteiligen, über den gesetzlichen Urlaub zusätzlich gewährten.

Du findest im Internet dazu auch viele Informationen (die allerdings manchmal ein gewisses Vorverständnis voraussetzen)  bei Eingabe eines Suchformulierung wie "Urlaubsabgeltung vererbbar?" oder "Vererbbarkeit Urlaubsanspruch" o.ä., z.B. bei https://www.hensche.de/Urlaubsabgeltung\_vererblich\_EuGH\_C-118-13\_Bollacke.html  im Kapitel "EuGH: Der finanzielle Ausgleich für nicht genom­me­nen Ur­laub muss beim Tod des Ar­beitneh­mers auf des­sen Er­ben übergehen", wo auch die maßgeblichen Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes EuGH genannt werden.

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Lieber Familengerd,

Danke für deine schnelle Antwort.Ich hatte einiges darüber gefunden, allerdings aus unterschiedlichen Jahre, was für mich letztendlich nicht eindeutig war.

Ich hatte das Thema heimsehnen Entgeltabrechnung angesprochen. Die Dame kannte davon noch nie gehört und wollte sich schlau machen. Die Firma ist teilweise recht "knickerig".

Ich habe noch eine Baustelle offen. Vielleicht hast du da auch eine Info für mich.

Mein Mann war Vertiebsleiter (ltd. AT-Angetsellter) mit Zierlvereinbarung. 70% erfolgsabhängig vom Jahresgeschäftsabschluss, 30% persönliche Ziele.Dieagnos kam Mitte September mit AU. Um den Urlaub nicht aufzuschieben und um volles Gehalt statt Krankengeld zu erhalten hat mein Mann den Resturlaub 2016 im Okt/Nov abgewickelt. Ab 02.12.16 bekam er Krankengeld.

Er hat im Juli 2012 in der Firma angefangen und für das erste halbe GJ 2012 eine fixe Tantieme von ca. 4.900€ erhalten.

Für das GJ 2013: ca. 7.250€

Für das GJ 2014: ca. 10.200€

Für das GJ 2015: 11.000€

Im Vertrag ist eine max. Tantieme von 10.000€ festgeschrieben.

Ich weiß, dass mein Mann jedes Mal mit seinem Vorgestzten über die persönliche Zielerreichung diskutiert hat und diese dann immer höher ausfiel, als das, was sein Chef angesetzt hatte. 

Die 70% aufgrund der Geschäftszhalen lassen sich sicher nachweisen und bedürfen vermutlich keiner Diskussion.

Für das GJ 2016 hat er "nur" 7.000€ erhalten. 

Mir kommt das zu wenig vor. Vermutlich hat die Firma das anteilig gerechnet und nur für die Zeit bis zur Diagnose Mitte September.

Was kann ich machen, um Licht ins Dunkel zu bringen?

Ich habe dem Vorgesetzen mitgeteilt, dass auch ich noch etwas "berufliches" hätte, aber noch ein paar Infos benötige. Damit meinte ich die Unterlagen der geführten Zielgespräche der vergangenen Jahre. Eine habe ich gefunden. Die anderen vermute ich in der Zweitwohnung meines Mannes oder im Nachlass seiner Schreibtischschubladen. Er arbeitete in einer anderen Stadt. Ich muss gucken, ob ich etwas dazu finde. Sicherlich kann ich mir das auch von seinem Arbeitgeber anfordern/zeigen lassen. Ich möchte aber nicht, dass die schon Lunte riechen und sich ggfs. wappnen und versuchen, mich klein zu machen.

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Kommentar von Familiengerd
18.06.2017, 13:25

Was kann ich machen, um Licht ins Dunkel zu bringen?

Ich fürchte, dass ich dazu nicht viel (eigentlich nichts) sagen kann.

Ich weiß ja nicht, wie die genauen arbeitsvertraglichen Regelungen und jährlichen Entgeltvereinbarungen zu Tantiemen/Provisionen ausgesehen haben und wie letztere berechnet wurden.

Dazu gelten für leitende Angestellte - der Dein Mann, wie Du sagst, gewesen ist - teilweise andere arbeitsrechtliche Bedingungen als für den "normalen"Arbeitnehmer.

Dir bleibt wohl nichts Anderes, als zu prüfen, ob sich bei den hinterlassenen Unterlagen Deines Mannes Belege finden, die Deinen "Verdacht" stützen, und ansonsten in einem Gespräch mit dem Arbeitgeber Deine Ansprüche zu klären. Vielleicht gibt es ja auch enger bekannte Kollegen, die Du deswegen eventuell kontaktieren könntest.

Ich wünsche Dir Glück und Erfolg dabei in dieser schwierigen Zeit!

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