Urlaub und trotzdem arbeiten?

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7 Antworten

Der Fall ist wirklich ungewöhnlich. Einem Pfarrer hab ich auch noch nix zum Arbeitsrecht geschrieben :-)

Schon der Umgang mit dem Urlaub ist etwas ungewöhnlich. Urlaub ist nicht für Fehltage gedacht.

Allerdings ist das für mich trotzdem ein Arbeitsunfall wenn Du schlüssig nachweisen kannst das die Tätigkeit unmittelbar mit Deiner Arbeit zu tun hat. Einige Deiner Tätigkeiten wirst Du sicher nicht ablehnen können mit der Begründung Heute wird nicht gestorben ich habe Urlaub.

Es entzieht sich hier allerdings meiner Kenntnis ob hier auch eine Berufsgenossenschaft für Euch tätig ist.

Es kann jedoch passieren das dieser Anspruch gerichtlich durchgesetzt werden muß. Was auch recht ungewöhnlich wäre für einen Pfarrer.

Deine persönliche Sozialversicherung greift jedoch auf jeden Fall.

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Ich verstehe die Anweisung des Superindenten dahingehend, dass du bei Abwesenheit ohne schlüssige Begründung beurlaubt bist, mit Begründung vom Konvent für andere Aufgaben freigestellt wirst.

Wenn man denn Familienseelsorge oder Sterbebegleitung nicht zufällig unaufschiebbar an dem Konventtag abhalten müsste, wäre ein Unfall in deiner Freizeit passiert nicht als Arbeitsunfall versichert.

G imager761

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Deine Frage kann ich leider nicht beantworten, jedoch kann ich ja evt. deine Gedanken/Ideen ein wenig (um)leiten. Ich bin zwar keine Pastorin, habe aber beruflich auch gewissen Sitzungen, an denen die Teilnahme Pflicht ist. Gerne passiert es, dass der eigentliche berufliche Alltag es nicht zuläst, dass ich dort erscheine. Dann melde ich mich ordnungsgemäß ab und zum Glück reicht das bei mir auch.

Bei dir scheint es anders zu sein. Also überlege vielleicht mal, ob nicht eine andere Person in der Gemeinde dich vertreten kann. Jemand aus dem Kirchenvorstand könnte ja vielleicht zum Konvent gehen. Oder du gehst selber und die Verpflichtung in der Gemeinde übernimmt z.B. ein Diakon oder Prädikant. Bei uns springt auch öfter ein Pastor ein, der schon in Rente ist...

Du bist schließlich auch "nur" ein ganz normaler Arbeitnehmer, warum also sollte man dir einen Urlaubstag mopsen, obwohl du arbeitest.

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Zunächst mal ist fraglich, ob so etwas überhaupt erlaubt ist. Ich bin kein Rechtsanwalt aber soviel ich weiß ist es nicht erlaubt, einfach einen Urlaubstag anzurechnen.

Die Frage für mich ist, wer eigentlich dein Vorgesetzter ist. Dieser muss im Zweifelsfall entscheiden, was du an dem Tag zu tun hast.

Wenn er sagt, dass die anderen Verpflichtungen wichtiger sind als das Konvent, dann darf man dir keinen Urlaubstag anrechnen - du hast schließlich das gemacht, was dein Vorgesetzter von dir verlangt hat.

Wenn dein Vorgesetzter von dir verlangt, am Konvent teilzunehmen, bist du verpflichtet, die anderen dienstlichen Verpflichtungen abzusagen. Da soll dann dein Vorgesetzter dem Brautpaar erklären, warum die Trauung un eine Woche verschoben werden muss...

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Würde mich über fachkundige Antworten freuen

nein, ich möchte nicht über die Kirche etwas los werden sondern ich denke schon, daß auch die Kirche sich an die staatlichen Gesetze in diesem Punkt halten soll/muß? Es sei denn..es gibt gesonderte innerbetriebliche Regelungen/Tarife darüber? Gibt es nicht auch in der Kirche eine Personalabteilung..sie es mir bitte nach diese Frage..die Dir darüber eine aussagekräftige Antwort geben sollte/könnte?

Was dem einen recht ist sollte jedem anderen billig bleiben.

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Wie Du schon richtig siehst - hast Du formal Urlaub (selbst wenn dieser de facto vom Super-intendenten so angeordnet wurde), dann bist Du auch in Urlaub. Gehst Du dennoch einer Arbeit (innerhalb Deiner beruflichen Tätigkeit) nach, es passiert dann ein Arbeits- oder Wegeunfall, hast Du in der Tat möglicherweise ein Problem. Es gab hier schon genug Fälle, in denen ein Arbeitnehmer während seines Urlaubes im Betrieb erschienen ist (aus welchen Gründen auch immer) und anschließend ein Wegeunfall passierte. Die Berufsgenossen-schaften sehen hier dann meist eine Aktivität im Rahmen der Freizeit.

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Nightstick 27.03.2014, 23:53

So ähnlich sehe ich das auch - Ärger und Schreiberei gäbe es in jedem Fall.

Fest steht auf der anderen Seite allerdings: Urlaub kann arbeitsrechtlich niemals "angeordnet" werden. Dazu bedarf es eines Urlaubsantrags des Arbeitnehmers sowie einer Urlaubsgenehmigung durch den Arbeitgeber !!

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Wenn in eurer Landeskirche der Superintendent das Kirchenrecht auf seiner Seite hat, wenn er so wie beschrieben handelt, dann bleibt doch nur die deutliche Wahl: Hingehen oder den ganzen Tag frei machen.

Das Zwischending funktioniert wirklich nur, wenn du eine Beerdigung oder sonst etwas nicht Aufschiebbares hast. Dann wird dich dein Superintendent sicher gerne entschuldigen, ohne dir den Urlaub zu rauben...

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