Urlaub in der Probezeit abgelehnt?

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6 Antworten

In jedem Vertrag steht ja dass man Urlaub erst nach Ablauf der der Probezeit nehmen darf.

In unseren Arbeitsverträgen steht das nicht.

Bei uns steht der Urlaubsanspruch/Kalenderjahr (30 Tage bei einer 5-Tage-Woche) im Arbeitsvertrag und die Zwölftelregelung bei Teilurlaub. Außerdem wird im Übrigen auf die gesetzlichen Bestimmungen hingewiesen.

Da in keinem Gesetz steht, dass der AG erst nach einem halben Jahr Urlaub gewähren darf, kann man in unserem Betrieb auch vorher schon den bis dato anteilig erworbenen Urlaub nehmen.

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mronextra 23.08.2016, 07:24

Du Glückliche 😄

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Hexle2 23.08.2016, 07:28
@mronextra

Du Glückliche 😄

Nicht ich habe deswegen Glück sondern die neuen Kollegen ;-))

Ich arbeite im Betrieb mittlerweile schon viele Jahre, daher betrifft mich dieser Passus sowieso nicht. Ich kann aber mit absoluter Sicherheit sagen, dass bei uns auch neue MA schon nach kurzer Zeit Urlaub bekommen, wenn dies organisatorisch machbar ist.

Es ist doch auch zum Besten des Betriebs, wenn Urlaub genommen und abgebaut wird. Wenn viele MA später in einem engen Zeitraum Urlaub möchten, gibt es mehr Probleme als vorab Urlaub zu gewähren, vom Frust einzelner Kollegen mal ganz abgesehen (der wirkt sich auch oft auf die Arbeit aus).

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Familiengerd 23.08.2016, 12:50

In unseren Arbeitsverträgen steht das nicht.

Eine solche Klausel wäre auch nichtig, zumindest in Bezug auf den anteiligen gesetzlichen Urlaubsanspruch.

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Vertraglich alles okay

Nein, ist es nicht!

Und es steht auch nicht "in jedem Vertrag", weil eine solche Klausel nichtig ist

Zumindest, was den Anspruch auf den (anteiligen) gesetzlichen Urlaub betrifft, ist ein genereller Ausschluss einer Urlaubsgenehmigung während der Probezeit mit eben dieser Begründung ("dass man Urlaub erst nach Ablauf der der Probezeit nehmen darf") nicht erlaubt!

Rein rechtlich gesehen (wie das praktisch gehandhabt wird, ist eine andere Frage): Auch in der Probezeit hat der Arbeitgeber - als Schuldner des Arbeitnehmers beim Urlaubsanspruch - nicht das Recht, einem Arbeitnehmer die Genehmigung für einen Urlaub (entsprechend dem bis dahin erworbenen Anspruch) zu verweigern, wenn nicht dringende betriebliche Gründe oder Urlaubswünsche vorrangig zu berücksichtigender Arbeitnehmer ihr entgegen stehen!

Und ein anteiliger Urlaub nach 4 Monaten Probezeit (und Fortsetzung nach dem Urlaub) führt gewiss nicht dazu, dass ein Arbeitgeber nicht mehr imstande wäre, den Arbeitnehmer entsprechend dem Zweck der Probezeit auf seine Eignung für den Job zu beurteilen.

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Offenbar wechselst Du ja sehr oft Deine Jobs wenn Du schreibst dass es bisher immer ging nur diesmal nicht.

Einfach mal länger irgendwo bleiben. Dann hat man das Probezeitproblem nicht!

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mronextra 23.08.2016, 06:57

Ich war bis 2012 15 Jahre bei einer Firma, danach war ich wegen Insolvenz usw gezwungen zu wechseln. Soviel dazu!

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Gerneso 23.08.2016, 06:59
@mronextra

Natürlich. Immer sind die anderen schuld.

Wenn man Urlaub geplant hat ist das nie ein Problem wenn ein neuer AG einen will. Dann macht man das schon im Bewerbungsverfahren klar, dass man für Monat x Urlaub geplant hat.

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Amtsschimmel25 23.08.2016, 07:31
@Gerneso

In welchem Universum lebst du denn? Dein  Kommentar geht völlig an der Realität vorbei.

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Familiengerd 23.08.2016, 12:35

@ Gerneso:

Au weia, wieder ein unpassende "moralische Keule", die aber auch gar nichts mit dem Frageproblem zu tun hat!

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Deinen vollen Urlaubsanspruch erwirbst Du sogar erst nach 6 Monaten Urlaub...

Dein Chef könnte also sogar in den ersten 6 Monaten den Urlaub nicht genehmigen.

Es ist auch falsch das der Chef in der Probezeit keinen Urlaub geben darf. Er MUSS keinen Urlaub genehmigen, dürften tut er es schon.

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mronextra 23.08.2016, 06:51

Wann ich wieviel Anspruch habe ist mir klar und dass er den Urlaub auch nicht genehmigen muss auch. Nur kenn ich es nicht so, deswegen meine allgemeine Frage. Bisher wollten all meine ex AG's dass man den Anspruch in dem Jahr abbaut in dem man diesen erworben hat.

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Hexle2 23.08.2016, 07:29
@mronextra

 dass man den Anspruch in dem Jahr abbaut in dem man diesen erworben hat.

So sieht es der Gesetzgeber im Bundesurlaubsgesetz auch vor.

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Familiengerd 23.08.2016, 12:33

Er MUSS keinen Urlaub genehmigen

Das ist falsch ...

... wenn nicht die Gründe nach dem Bundesurlaubsgesetz gegen eine Urlaubsgenehmigung sprechen; dann muss der Arbeitgeber auch in der Probezeit dem Arbeitnehmer bis dahin erworbenen Urlaub genehmigen!

Auch in der Probezeit ist der Arbeitgeber beim Urlaubsanspruch der Schuldner des Arbeitnehmers.

So ist es rein rechtlich; wie sinnvoll das in der Praxis ist, kann eine ganz andere Frage sein.

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Dass du deine Schlüsse ziehst, ist verständlich. Würde ich auch machen. Wenn die Firma so unflexibel ist, bist du es halt auch. Ganz einfach. Es ist immer ein nehmen und geben. Wenn dies nur einseitig geschieht, ist ganz klar, was das für ein Arbeitsumfeld ist.
Hast du jedoch den Urlaub mit deinem Vorgesetzen mal besprochen oder hast du einfach Urlaub eingereicht? In der Probezeit spricht man das natürlich mit dem Chef ab. Danach kannst du ihn einreichen, wie du lustig bist.

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mronextra 23.08.2016, 06:58

Bereits vor Antritt mit meiner Vorgesetzten besprochen.

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Mmmh... mir scheint du verstehst der Sinn der Probezeit nicht!

Probezeit ist ein vereinbarter oder gesetzlich angeordneter Zeitraum, während dessen ein Rechtsverhältnis oder eine erteilte Erlaubnis unter erleichterten Bedingungen gelöst bzw. entzogen werden kann. (Quelle Wikipedia)

Dein neuer Arbeitgeber möchte wissen, ob du für den Job geeignet bist und nicht wie schön du Urlaub machen kannst. Auch du als Arbeitnehmer solltest durch die Probezeit herausfinden ob der Job für dich geeignet ist.

Für mich ist es glasklar, egal ob es im Vertrag steht oder nicht: Während der Probezeit gehört sich kein geplanter Urlaub.

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Familiengerd 23.08.2016, 12:28

Für mich ist es glasklar, egal ob es im Vertrag steht oder nicht: Während der Probezeit gehört sich kein geplanter Urlaub.

Aha, es "gehört" sich also nicht - wenn Du das als quasi "moralische" Prämisse so meinst ... ... Aber das ist Unsinn!

Über die Sinnhaftigkeit, während der Probezeit einen längeren Urlaub zu nehmen, lässt sich trefflich streiten.

Aber kein Arbeitgeber wird dadurch, dass ein Arbeitnehmer nach 5 Monaten Probezeit 10 Tage Urlaub nimmt, außerstande gesetzt, den Arbeitnehmer entsprechend dem Zweck der Probezeit auf seine Eignung für den Job zu beurteilen.

Und grundsätzlich rechtlich: Auch in der Probezeit hat ein Arbeitnehmer den Anspruch, bis dahin erworbenen Urlaub auch zu nehmen, wenn keine dringenden betrieblichen Gründe dagegen sprechen.

Eine Urlaubsverweigerung alleine mit der Begründung "Probezeit" ist rechtlich nicht haltbar!

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keg80 23.08.2016, 12:47
@Familiengerd

Bei deiner Ausführung in den rechtlichen Aspekten bin ich ganz bei dir, aber ich sehe die ganze Sache aus dem Blickwinkel des Arbeitgebers und da wäre ich sicherlich enttäuscht. 

Seine Einstellung hatte ja sicherlich einen Grund: Es ist viel Arbeit da, und die Erwartungen dem entsprechend recht hoch! Und dann lässt er die Katze aus dem Sack: Ich will Urlaub! Meine Reaktion als AG hätte ich auch gleich "No" gesagt.

Wenn er bei den Vertragsverhandlungen wenigstens mit offenen Karten gespielt hätte, dann sähe die Sache um einiges besser aus.

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Familiengerd 23.08.2016, 12:58
@keg80

Wenn er bei den Vertragsverhandlungen wenigstens mit offenen Karten gespielt hätte, dann sähe die Sache um einiges besser aus.

Der Fragesteller schreibt in einem Kommentar:

Bereits vor Antritt mit meiner Vorgesetzten besprochen.

Wenn es konkrete Gründe gibt, einen Urlaub entsprechend dem bisher erworbenen (gesetzlichen) Anspruch zu verweigern (die bekannten dringenden betrieblichen Gründe und entgegen stehende Urlaubswünsche sozial bevorrechtigter Arbeitnehmer), ist gegen eine Verweigerung auch nichts einzuwenden.

Hier verweist der Arbeitgeber aber nicht auf berechtigende Gründe, sondern auf eine - rechtlich und auch praktisch - nicht haltbare generelle Ablehnung innerhalb der Probezeit.

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